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vom 13.08.2017, aktuelle Version,

August Adam Heinrich von Bismark

August Adam Heinrich von Bismark (* 16. Januar 1739 in Schönhausen; † 23. Februar 1813 in Rathenow) war ein preußischer Generalleutnant und Chef des Leibkarabinerregiments, seit 1800 Herr auf Schönhausen II und halb Schönhausen I.

Leben

Herkunft

Er war der Sohn von Alexander Wilhelm von Bismarck (* 12. September 1704; † 18. März 1793) und dessen Ehefrau Sophie Auguste Wilhelmine, geborene von Treskow (* 24. November 1721; † 22. November 1798). Seine Mutter war die Tochter des Feldmarschalleutnant des Fränkischen Reichskreises Adam Friedrich von Tresckow (1667–1732) und dessen Ehefrau Charlotte Wilhelmine von Watzdorf. Sein Vater war preußischer Rittmeister a.D. und Domherr in Havelberg.

Militärlaufbahn

Bismark wurde am 11. September 1753 Standartenjunker im Leibkürassierregiment. Während des Siebenjährigen Krieges nahm er an den Schlachten von Lobositz, Prag, Kolin, Breslau, Leuthen und Zorndorf teil und stieg am 12. Januar 1757 zum Kornett, sowie am 16. April 1759 zum Leutnant auf.

Nach dem Krieg wurde er am 1. April 1768 Stabsrittmeister und am 5. Juni 1770 Rittmeister und Kompaniechef, sowie am 22. Juli 1778 Major. Als solcher nahm Bismark am Bayrischen Erbfolgekrieg teil. Dann stieg er am 8. Juni 1787 zum Oberstleutnant und am 10. Mai 1789 zum Oberst auf. Am 10. Mai 1790 wurde er Kommandeur des Leibkarabinerregiments. Während der Revue in Körbelitz erhielt Bismark am 30. Mai 1791 den Orden Pour le Mérite.

Im Ersten Koalitionskrieg nahm er an der Kanonade von Valmy, der Belagerung von Mainz sowie den Gefechten von Saarbrücken und Meckenheim teil. Am 9. Januar 1794 wurde er zum Generalmajor befördert und am 29. Dezember 1794 wurde er Chef des Leibkarabinerregiments. Am 23. Mai 1796 wurde er mit seinem Regiment zur Observationsarmee nach Westfalen versetzt. Am 20. Mai 1800 erhielt er die Beförderung zum Generalleutnant. Am 11. September 1803 feierte er sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum und erhielt dafür den Roten Adlerorden. Ab dem 20. September 1805 ist er nicht mehr auf Feldetat und am 15. September erhält er die Genehmigung zu seinen Verwandten aufs Land zu ziehen. Nach dem verlorenen Krieg von 1805 erhielt er am 30. August 1807 seine Demission und eine Pension von 1200 Talern, aber nur die Hälfte wird gezahlt, seine Söhne sollten dafür wieder eingestellt werden.

Familie

Er heiratete 1765 Charlotte Frederike von Angern (* 27. Oktober 1741; † 26. Juni 1804). Sie war eine Tochter von Gebhard von Angern (* 27. Oktober 1741; † 25. Juni 1804) und Eleonore Christiane von Haacke. Das Paar hatte vierzehn Kinder:

  • Wilhelmine Charlotte (* 25. Mai 1766; † 22. Februar 1813)
  • Wilhelm Reinhard (* 18. März 1769; † 17. August 1770)
  • Wilhelm Bernhard (* 16. Mai 1770; † 17. August 1770)
  • August Ernst Friedrich (* 1. Oktober 1771; † 25. August 1846), 1806 Rittmeister im Kürassier-Regiment Nr.11, zuletzt Major ∞ Bernhardine Rump (* 28. Mai 1780; † 22. Januar 1849)
  • Wilhelm Karl Adam (* 30. November 1772; † 11. Juni 1832), zuletzt Hauptmann im 1. Garde-Regiment zu Fuß ∞ 1807 Karoline Wilhelmine Moser (* 1776)
  • Karoline Auguste (* 11. Juli 1773; † 23. Februar 1804)
  • Ferdinand Heinrich Siegfried (* 20. Juli 1774; † Juni 1814), zuletzt Hauptmann im 1. Garde-Regiment zu Fuß ∞ 1810 Jeanette Blume (* 1778)
  • Agathon Ernst (* 1. Oktober 1775; † 31. Mai 1778)
  • Henriette Philippine (* 27. November 1776; † 19. Januar 1845) ∞ Friedrich Wilhelm Bock (* 1774; † 13. September 1823), Kriegsrat
  • Henriette Wilhelmine (*/† 15. Mai 1778)
  • Christine Luise (* 4. November 1779; † 2. April 1782)
  • Maria Johanna Juliane Henriette Sophie Florentine (* 2. März 1783; † nach 1820) ∞ 25. August 1805 Rudolph August von Byren (* 14. Oktober 1775; † 3. November 1812), zuletzt Major (Sohn von Karl Wilhelm von Byern)
  • Heinrich Friedrich Alexander Bernhard Simon August (* 13. April 1784; † 10. August 1846), Patenkind von König Friedrich II., Sekondeleutnant im Regiment Nr. 11 ∞ 1805 Karoline Luise Charlotte von Bredow (* 15. Januar 1786; † 9. Februar 1850) aus dem Hause Landin[1]
  • Wilhelm Sigismund Heinrich (* 1. September 1787; † 1. Mai 1849), Leutnant a.D., 1813 Mitglied im Lützowschen Freikorps ∞ 1812 Charlotte Auguste Petsch (* 19. Januar 1792; † 11. Dezember 1871)

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Bismark am 3. September 1807 Louise Amalie Hotzen (* 6. Mai 1779). Sie war eine Tochter der Königlich großbritannischen und Kurfürstlich hannoverschen Majors Georg Dietrich Hotzen und der Friederike Georgine Wilhelmine Hagemann. Die Ehe blieb ohne Kinder.

Literatur

  • Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 2. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. o.J. S. 406.
  • Georg Schmidt: Geschichte des Fürsten Bismarck in Einzeldarstellungen. Band 1, S. 148, S. 174f. (Kinder).

Bemerkung

  1. Ihre Tochter Hedwig von Bismarck (* 1815) veröffentlichte 1913 ihre Autobiografie Erinnerungen aus dem Leben einer 95-Jährigen Digitalisat