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vom 06.04.2018, aktuelle Version,

Austrian Business Agency

Austrian Business Agency - Österreichische Industrieansiedlungs- und WirtschaftswerbungsgmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1982 (als ICD Austria)
Sitz 1010 Wien, Opernring 3
Leitung René Siegl (Geschäftsführer)
Branche Wirtschaftsförderung
Website www.investinaustria.at

Die Austrian Business Agency - Österreichische Industrieansiedlungs- und WirtschaftswerbungsgmbH (ABA - Invest in Austria) ist die Betriebsansiedlungsagentur der Republik Österreich und berichtet an das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort[1]. Die Organisation ist zuständig für die Akquisition und die Betreuung von ausländischen Unternehmen, die in Österreich eine Niederlassung gründen wollen. Die ABA informiert über den Wirtschaftsstandort Österreich und berät internationale Investoren bei standortrelevanten Fragen.

Die Betriebsansiedlungsagentur wurde 1982 als ICD Austria von der ÖIAG[2] gegründet und 1995 in Austrian Business Agency (ABA) umbenannt. Anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums 2007 hat die ABA ihr Corporate Design umgestellt und verwendet nun statt Austrian Business Agency den Namen ABA-Invest in Austria, um den Unternehmenszweck klarer erkennbar zu machen. ABA-Invest in Austria beschäftigt 25 MitarbeiterInnen.

Die ABA betreute viele internationale Unternehmen wie Sony, Infineon, Ikea, Matsushita Electric Works, Hutchison Mobilfunk, Holmes Place oder Starbucks bei ihrer Ansiedlung in Österreich.

Eine Teilorganisation der ABA, die Location Austria, bewirbt seit 1997 Österreich als Standort für internationale Filmproduktionen. Location Austria ist gemeinsam mit Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) für die Abwicklung der Fördermaßnahmen im Rahmen der Initiative "Film Industry Support Austria" (FISA) zuständig. FISA ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Unterstützung von Kinofilmen mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der förderungsfähigen österreichischen Herstellungskosten.[3]

Tätigkeitsfelder

Im Wettbewerb um Direktinvestitionen befindet sich Österreich in Konkurrenz mit der internationalen Staatengemeinschaft. Die Betriebsansiedlungsagentur bewirbt den Wirtschaftsstandort und hat das Ziel, das Image Österreichs als Industrienation weiter zu verbessern. Österreich ist das viertreichste Land in der EU[4], wird aber nach wie vor hauptsächlich als Tourismus- und Kulturnation wahrgenommen.

Die ABA unterstützt ausländische Unternehmen kostenlos bei der Firmengründung in Österreich. Die Investoren erhalten Informationen über den Wirtschaftsstandort Österreich sowie über die wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Zum Tätigkeitsbereich von ABA-Invest in Austria gehört außerdem die Herstellung aller notwendigen Kontakte in Österreich sowie die Beratung bei der Standortsuche und Bereitstellung von relevanten Informationen für ein Unternehmen, wie etwa Kostenfaktoren (z. B. Lohnkosten und Infrastrukturkosten), steuerliche Aspekte oder die Performance von Wirtschaftsbranchen im Land. Unternehmen erhalten auch bei Erweiterungsinvestitionen Unterstützung.

Internationale Direktinvestitionen

2017 konnte die ABA-Invest mithelfen, 344 internationalen Unternehmen anzusiedeln. Die Investitionssumme betrug 723,85 Millionen Euro und die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze 2.672.

Aus dem traditionell stärksten Investorland Deutschland kamen 118 Unternehmen nach Österreich. Deutschland zeichnete damit im Vorjahr für rund ein Drittel aller ABA-Projekte verantwortlich. Das traditionell zweit wichtigste Investorenland Italien kam auf 26 Neuansiedlungen, musste sich den Platz diesmal aber mit zwei weiteren Ländern teilen: Für Schweizer Firmen wurde Österreich gegenüber 2016 noch um einiges attraktiver (Vorjahr: 17). Gleiches gilt für Unternehmen aus Slowenien (Vorjahr: 16).

Betriebsansiedlungen aus CEE/SEE-Ländern nehmen zu

Besonders groß war das Interesse seitens Unternehmen aus Zentral- und Osteuropa (CEE) bzw. Südosteuropa (SEE). Zwar waren die Betriebsansiedlungen aus diesen Ländern bereits in den vergangenen zehn Jahren traditionell stark. 2017 betrug ihr Anteil mit 99 Unternehmen jedoch knapp ein Drittel aller neuen ABA-Ansiedlungen. An der Spitze rangiert dabei Slowenien (26 Unternehmen), gefolgt von Ungarn (18 Unternehmen), der Slowakei (14 Unternehmen) und Russland (11 Unternehmen). Gleichbleibend hoch war das Engagement aus China: Elf chinesische Unternehmen kamen 2017 mit Unterstützung der ABA nach Österreich.

Von den angesiedelten Unternehmen haben 34 am Standort Österreich in Forschung und Entwicklung investiert, 22 Unternehmen sind Produktionsunternehmen, elf Unternehmen bearbeiten von Österreich aus noch weitere Märkte, darunter auch Eurocoin, der erste Brexit-Flüchtling unter den ABA-Ansiedlungen. Unter den Branchen sind Industrienahe Dienstleistungen (51) und IT/Telekom/Software (49) am stärksten vertreten. Besonders gefragt war auch 2017 der Startup-Standort Österreich: Hier erhöhte sich die Zahl der angesiedelten Jungunternehmen um ein Drittel von 18 auf 24.

Wien und Salzburg sind Hot Spots für ausländische Investoren

Auch 2017 siedelte sich mit 157 die Mehrzahl der internationalen Unternehmen in der Hauptstadt Wien an (Vorjahr: 155). Stärkstes Bundesland nach Wien war zum zweiten Mal in Folge Salzburg mit 42 Betriebsansiedlungen (Vorjahr: 31) vor Niederösterreich mit 29 Unternehmen (Vorjahr: 20). Kärnten konnte 2017 mit 27 Neuansiedlungen die Zahl des Vorjahres halten, gefolgt von Tirol (Vorjahr: 22) und der Steiermark (Vorjahr: 21) mit jeweils 26 Unternehmen. 23 Unternehmen entschieden sich für Oberösterreich (Vorjahr: ebenfalls 23), jeweils sieben für Vorarlberg (Vorjahr: elf) und das Burgenland (Vorjahr: fünf). Zwei Unternehmen haben zudem Standorte in mehreren Bundesländern.

Unternehmensansiedlungen, ABA-Projekte (Quelle: ABA-Invest in Austria)
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Unternehmen 152 201 256 158 198 183 201 228 276 297 319 344

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) der Republik Österreich, www.bmdw.gv.at
  2. ÖIAG - Österreichische Industrieholding AG, www.oebib.gv.at
  3. www.filmindustrysupportaustria.at
  4. Eurostat 11/2016, BIP pro Kopf in KKS