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vom 29.05.2018, aktuelle Version,

BG/BORG Graz Liebenau

BG/BORG HIB Graz Liebenau
Schulform Höhere Internatsschule des Bundes
Gründung 1854 (k.u.k. Kadettenausbildungsanstalt)
Adresse

Kadettengasse 19–23

Ort Graz Liebenau
Bundesland Steiermark
Staat Österreich
Koordinaten 47° 2′ 15″ N, 15° 27′ 27″ O
Träger Bund
Schüler ca. 1000
Lehrkräfte 137
Leitung Wilfried Svoboda
Website www.hib-liebenau.at

Das BG/BORG HIB Graz Liebenau ist ein Gymnasium mit Schwerpunkt Fremdsprachen und ein Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung (Sportgymnasium Graz, GAK-Akademie), mit angeschlossenem Internat (HIB Liebenau, Höhere Internatsschule des Bundes). Es befindet sich in Liebenau, dem 7. Bezirk von Graz.

Schloss Liebenau

Das ehemalige Schloss Liebenau wurde erstmals 1164 urkundlich erwähnt und in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts trug es die Bezeichnung „Vatersdorf“. Das alte Schloss wurde schließlich 1852 abgerissen und in den beiden Folgejahren nach den Plänen des Architekten Carl Ohmeyer neu errichtet. Vom alten Bau blieb lediglich die Toranlage erhalten.

Geschichte

Schloss Liebenau, ~18. Jh.
Kadettenschule, ~1900.

Unter der Regentschaft Kaiser Franz Joseph des I. wurde 1854 auf dem Gelände des Schlosses Liebenau eine k.u.k. Kadettenausbildungsanstalt eingerichtet.[1]

1919 wurde die Institution vom Schulreformer Otto Glöckel zur Bundeserziehungsanstalt (BEA) umgestaltet. Diese Internatsschulen, derer es in Österreich nur eine Handvoll gab, ermöglichten begabten Schülern unabhängig von finanziellen Verhältnissen der Eltern oder von vor Ort bestehenden Möglichkeiten den Besuch eines erstklassigen Gymnasiums und Internates.[2]

Nach einer Unterbrechung von 1935 bis 1938 Mililtärmittelschule, von April bis August 1938 Wehrmachtsoberschule, von Oktober 1938 bis 1940 Oberschule des Hauses Liebenau des großen Militärwaisenhauses Potsdam, wurde die Schule 1947 wieder als BEA weitergeführt, bis die Bundeserziehungsanstalten Ende der 1970er Jahre in Höhere Internatsschulen des Bundes (HIB) umbenannt wurden.[3]

Das Gymnasium ist seit der Nachkriegszeit für die sportlichen Leistungen seiner Schüler (seit 1970 auch Schülerinnen) sowie einen ausgezeichneten Chor bekannt. Bis in die späten 1960er Jahre hinein verfügte die Schule über eines von nur zwei Grazer Hallenbädern.[4]

Infrastruktur und Bildungsangebot

Die Schule umfasst derzeit einen neusprachlichen Zweig (5. - 12. Schulstufe), einen Sprachenzweig (5. - 12. Schulstufe) und einen Sport- und Ballsportzweig (9. - 12. Schulstufe). Für das Jahr 2018/19 ist als Sportrealgymnasium (5. – 12. Schulstufe) ein Schulversuch geplant.

  • Der neusprachliche Zweig bietet nach Englisch in der 1. Klasse ab der 3. Klasse Latein und ab der 5. Klasse alternativ Französisch oder Russisch.
  • Der Sprachenzweig wird als Gymnasium mit vier obligatorischen Fremdsprachen geführt: nach Englisch in der 1., Französisch ab der 2. und Latein ab der 3. Klasse stehen in der 5. Klasse alternativ Spanisch oder Russisch zur Auswahl.
  • Der Sportzweig als GAK Sparkassen Akademie hat bereits einige Karrieren im Profifußball in die Wege leitete. Sie hat ihren Sitz im BG/BORG Liebenau. Weiterhin gibt es noch eine Volleyball Akademie in Kooperation mit dem Union Volleyball Club Graz und eine Handball Akademie.
  • Der Campus: Die HIB Liebenau mit rund 11 Hektar Fläche ist eine der flächenmäßig größten Schulen Österreichs. Auf dem Gelände bestehen ein historisches und ein in den 1970ern angebautes Schulgebäude, zwei Internatsgebäude,[5] Nebengebäuden,[6] ein Turnsaaltrakt und mehrere Sportplätze.
  • Der Schulchor unter der Leitung von Maria Fürntratt zählt rund 120 Sänger zwischen sechs und zwanzig Jahren zu seinen Mitgliedern und tritt auch außerhalb Österreichs erfolgreich auf.

Sprach- und Sportausflüge

In der HIB Liebenau werden zur Sprachförderung und um sportliche Aktivitäten zu unterstützen während der regulären Unterrichtszeit verschiedene Austauschangebote, Sprachreisen und Sportwochen angeboten.

  • In der zweiten Klasse (entspricht 6. Schulstufe) und in der dritten Klasse (entspricht 7. Schulstufe) sowie für die Sportklassen in der fünften (entspricht 9. Schulstufe) findet ein Schikurs statt. Dieser wird von den Sportlehrern organisiert.
  • In der vierten Klasse (entspricht 8. Schulstufe) findet für die Klassen ohne besonderen Schwerpunkt eine Wienwoche, von den Klassenvorständen organisiert, statt und Sprachschwerpunktklassen verbringen eine Woche mit Englischlehrern und Klassenvorstand in Irland bei einer Gastfamilie.
  • Für die sechste Klasse (entspricht 10. Schulstufe) ist ein Franzreichaustausch geplant, an der die Sprachklassen teilnehmen. Die Klassen ohne besonderen Schwerpunkt verbringen zwei Wochen in England.
  • Nach Spanien oder nach Russland verschlägt es Sprachklassenschüler für eine Sprachreise oder einen Austausch in der siebten Klasse (entspricht 11. Schulstufe), Sportklassenschüler haben das Vergnügen einige Zeit in Irland oder England zu verbringen und alle anderen Klassen nehmen an einer Sprachreise nach St. Petersburg oder Franzreich teil.
  Commons: Schloss Liebenau und BG/BORG HIB Graz Liebenau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Bezeichnung Kadettenschule war noch bis in die späten 1960er Jahre hinein die in Graz geläufigere.
  2. Siehe dazu Bundeserziehungsanstalt.
  3. Die ursprüngliche Bezeichnung verwechselten Unkundige zu dieser Zeit nicht selten mit „Erziehungsanstalt für Schwererziehbare“.
  4. Siehe beispielsweise hier (Memento vom 23. Dezember 2008 im Internet Archive).
  5. Etwa 1955 wurden drei baugleiche Internatsgebäude errichtet, die bis in die späten Siebzigerjahre hinein auch voll ausgelastet waren. Als die Anzahl der InternatschülerInnen in den späten Achtzigern zusehends sank, aber die Anzahl der SchülerInnen stieg, wurde das der alten Schule gegenüber liegende IG_1 für Unterrichtszwecke umgewidmet.
  6. Seinerzeit (bis ~1970) Speisesaal samt Bühne, darüber die Direktion; weiters eine Krankenabteilung und ein noch aus der Kaiserzeit stammender Trakt, in dem der Direktor und etliche Lehrer wohnten.