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vom 04.06.2017, aktuelle Version,

Bad Sauerbrunn

Bad Sauerbrunn
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bad Sauerbrunn
Bad Sauerbrunn (Österreich)
Bad Sauerbrunn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 2,35 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 16° 19′ O
Höhe: 280 m ü. A.
Einwohner: 2.176 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 926 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7202
Vorwahl: 0 26 25
Gemeindekennziffer: 1 06 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wiener Neustädter Straße 2
7202 Bad Sauerbrunn
Website: www.bad-sauerbrunn.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Hutter (LIBS)
Gemeinderat: (2012)
(21 Mitglieder)
12
6
2
1
12  6  2  1 
Von 21 Sitzen entfallen auf:

Lage der Gemeinde Bad Sauerbrunn im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera Burgenland Lage der Gemeinde Bad Sauerbrunn im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Das Gemeindeamt von Bad Sauerbrunn
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick vom Wetterkreuz auf Bad Sauerbrunn
Hauptplatz von Bad Sauerbrunn
Kurkonzert im Kurpark
Kuranstalt Haus Esterhazy

Bad Sauerbrunn (ungarisch: Savanyúkút, kroatisch: Kisela Voda) ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im nördlichen Burgenland.

Kurort

Die Gemeindequelle bringt einen Magnesium-Calcium-Natrium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Säuerling zutage, der den höchsten Magnesiumgehalt Österreichs hat. Dieses natürliche Heilwasser wird für therapeutische Zwecke im Gesundheitszentrum und Kurzentrum verwendet. Es gibt die onkologische Rehabilitationsklinik „Der Sonnberghof“ mit rund 120 Betten im Ort. Diese war bei ihrer Eröffnung 2010 die erste ausschließlich auf onkologische Rehabilitation spezialisierte Einrichtung im Osten Österreichs.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Rosalia-Kogelberg.

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Bad Sauerbrunn dann in der Provinz Pannonia.

Der österreichische Beamte Matthias Franz Perth (1788–1856) hat in seinem umfassenden Tagebuch (über die Jahre 1803 bis 1856) auch einen Besuch von Mitte September 1814 aufgezeichnet.

Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden nur drei große Gebäude: Ein Gasthaus, die Station "Pöttschinger Sauerbrunn" und das Badehaus von Dr. Fink.

Der Ort Sauerbrunn ist seit 1847 durch die Mattersburger Bahn erschlossen und erhielt 1901 die Erlaubnis, den Titel Kurbad zu führen. Der Ort entwickelte sich bald zum beliebten Sommerwohnsitz der Wiener, Budapester und Soproner Gesellschaft.

Die Errichtung eines Sanatoriums und einer Kuranstalt durch den Wiener Arzt Hermann Grimm, der als neuer Pächter der Badeanstalt nach Sauerbrunn kam, erhöhte den guten Ruf des Kurbades.

1909 erlangte Sauerbrunn den Status einer Kleingemeinde, deren amtlicher Name Savanyúkút lautete. Da sich der Ort so günstig weiterentwickelte, wurde die Kleingemeinde im Jahr 1911 zur Großgemeinde mit eigenem Notariat und Matrikelamt umgestaltet.

Sauerbrunn wurde wie das gesamte Deutsch-Westungarn nach dem Ersten Weltkrieg nach zähen Verhandlungen im Vertrag von St. Germain und im Vertrag von Trianon 1919 Österreich zugesprochen (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Da jedoch infolge der Volksabstimmung 1921 die von Österreich vorgesehene burgenländische Landeshauptstadt Ödenburg an Ungarn abgetreten wurde, wurde Sauerbrunn von 25. Jänner 1921 bis 29. April 1925 provisorischer Sitz der burgenländischen Landesregierung und verwaltung.[1]

Über die Zeit um 1919 berichtete Joseph Roth in der Wiener Tageszeitung Der neue Tag unter dem Titel Reise durchs Heanzenland. Sein Weg führte ihn damals von der Wiener Neustadt über Neudörfl, Bad Sauerbrunn und Zinkendorf nach Ödenburg.[2]

Auf seiner Flucht vor dem „Weißen Terror“ gelangte Anfang August 1919 auch Tibor Szamuely, ein prominenter Führer der jungen Ungarischen Räterepublik, nach Sauerbrunn.

Auch in Sauerbrunn wurden nach dem Anschluss die jüdischen Mitbürger enteignet, vertrieben oder in Todeslager verbracht. Durch den Zweiten Weltkrieg kam der Kurbetrieb völlig zum Erliegen. 1944, bis kurz vor Einmarsch der sowjetischen Truppen, strahlte der Soldatensender Belgrad, bekannt durch sein Lied Lili Marleen, seine Sendungen aus der Hartigvilla als seiner letzten Station aus.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Wiedererrichtung der Republik Österreich entstand auf Betreiben der UdSSR auch das Burgenland wieder als Bundesland.

Der gezielte, wenn auch langwierige Ausbau der Tourismus- und Kureinrichtungen, die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden waren, sowie die hohe Qualität der Heilquellen führten zur Berechtigung, mit 1. Jänner 1987 den Gemeindenamen „Bad Sauerbrunn“ zu führen.[3] Als Vorarbeit wurde deswegen die Heilbad Betriebsgesellschaft gegründet und von 1982 bis 1985 ein neues Kurmittelhaus erreichtet.

Im Juli 2006 wurde in der denkmalgeschützten, entsprechend adaptierten „Hartigvilla“ die „Waldklinik Bad Sauerbrunn“ als erste Schönheitsklinik des Burgenlandes eröffnet.[1][4]

Bevölkerungsentwicklung

Gemeindepartnerschaften

  • Bad Sauerbrunn unterhält eine Partnerschaft mit der mittelfränkischen Stadt Spalt in Bayern.

Wappen

In blauem Schild unter einem seitlich und oben an die Schildränder anstoßenden silbernen Viadukt eine silberne Brunnenschale mit zwei blauen Streifen, aus der eine silberne Fontäne aufsteigt, die von silberumrahmten blauen Perlen begleitet wird.

Politik

Der Gemeinderat hat insgesamt 21 Sitze.

Bürgermeister im Königreich Ungarn
  • 1909–1916 Hermann Neuhaus
  • 1916–1918 Julius Strasser, Franz Neumann, Michael Novatschka
Bürgermeister seit 1921
  • 1921–1927 Matthias Buchinger
  • 1927–1934 Ernst Hoffenreich (SPÖ)
  • 1934–1938 (?)
  • 1938–1945 (?)
  • 1945–1945 Franz Michalits (KPÖ)
  • 1945–1949 Otto Thiel (KPÖ)
  • 1949–1951 Ernst Hoffenreich (SPÖ)
  • 1951–1958 Stefan Reich (SPÖ)
  • 1958–1972 Kurt Balla (ÖVP)
  • 1972–1985 Ernst Lubenik (SPÖ)
  • 1985–2001 Viktor Konwicsny (SPÖ)
  • 2002 Sylvia Linc (SPÖ)
  • seit 2002 Gerhard Hutter (LIBS)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Bad Sauerbrunn
Jüdischer Friedhof Bad Sauerbrunn

Persönlichkeiten

  • Kurt Balla (1923–1995), Politiker, Bürgermeister von Bad Sauerbrunn
  • Johann Stockinger (1880–1962), Metallarbeiter und Politiker, Vizebürgermeister von Bad Sauerbrunn
  • Heinz Fahnler (1942-2008), Schiedsrichter
  • Toni Stricker (* 1930), Komponist und Geiger

Literatur

  • Rudolf Balasko, Gertrude Kern, Robert Sommer: Bad Sauerbrunn: Ortschronik in drei Teilen. Gemeinde Bad Sauerbrunn, Bad Sauerbrunn 1999.[6]

Einzelnachweise

  1. 1 2 ORF Burgenland am 10. Juli 2006: Erste Schönheitsklinik des Landes eröffnet (abgerufen am 12. Juni 2011)
  2. http://www.ojm.at/blog/2011/11/14/mit-joseph-roth-ins-judische-burgenland/
  3. Änderung des Gemeindenamens Sauerbrunn in Bad Sauerbrunn, Bgld LGBl 1986/70, § 1.
  4. Internetauftritt der Waldklinik: Unsere klassischen Gründerzeitvillen Hartig I und Hartig II (abgerufen am 12. Juni 2011)
  5. Aussichtsturm Bad Sauerbrunn auf mamilade.at
  6. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund