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vom 03.05.2017, aktuelle Version,

Bahnhof Dornbirn

Dornbirn
Blick auf das Aufnahmsgebäude des Bahnhofs Dornbirn und den angrenzenden Busbahnhof
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung Do
IBNR 8100122
Eröffnung 1872
Profil auf ÖBB.at Nr. 2329
Lage
Stadt/Gemeinde Dornbirn
Bundesland Vorarlberg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 25′ 2,6″ N,  44′ 20″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich
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Der Bahnhof Dornbirn ist der wichtigste Bahnhof der österreichischen Stadt Dornbirn im Bundesland Vorarlberg. Gelegen an der Vorarlbergbahn wird der Bahnhof vorwiegend von Fern- und Regionalzügen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bedient und ist einer der wichtigsten Haltepunkte der S-Bahn Vorarlberg mit bedeutender Umsteigefunktion für den regionalen und kommunalen Busverkehr im Vorarlberger Unterland sowie in den Bregenzerwald.

Geschichte

Heutige Ansicht des Aufnahmsgebäudes vom Bahnhofsvorplatz aus
Blick auf den Dornbirner Bahnhof im Jahr 1975

Der Dornbirner Bahnhof wurde im Zuge der Errichtung der Vorarlbergbahn im Jahr 1872 fertiggestellt und noch im selben Jahr mit der Freigabe der Bahnstrecke für den öffentlichen Verkehr am 1. Juli 1872 in Betrieb genommen. Das ursprüngliche Bahngebäude ist heute nicht mehr zu erkennen, bildet in seiner Bausubstanz aber nach wie vor das Erdgeschoß des Aufnahmsgebäudes. Zwar besuchte schon von 7. bis 9. August 1881 Kaiser Franz Joseph I. die Stadt Dornbirn, um das erste Telefon der k.u.k. Monarchie in Betrieb zu nehmen und kam dabei am Bahnhof Dornbirn an, allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch kein durchgängiger Bahnverkehr in die anderen österreichischen Bundesländer möglich, da der Arlbergtunnel erst drei Jahre später, im Jahr 1884, fertiggestellt wurde. Ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des Arlbergtunnels am 21. September 1884 gab es auch tägliche Fernverkehrszüge Richtung Innsbruck und Wien.[1] Von 1902 bis zu ihrer Einstellung im Jahr 1938 verkehrte auch die Elektrische Bahn Dornbirn–Lustenau, eine Straßenbahn zwischen den beiden namensgebenden Gemeinden, vom Bahnhofsvorplatz aus.

Um die Jahrhundertwende kam es erstmals zu einem Umbau am Bahnhof Dornbirn, wobei Zubauten für den Güterverkehr sowie eine Aufstockung des Aufnahmsgebäudes entstanden. Der nunmehr zweigeschoßige Bau entsprach bereits der heutigen Kubatur des Aufnahmsgebäudes am Dornbirner Bahnhof. In den 1920er-Jahren folgte die durchgängige Elektrifizierung der gesamten Bahnstrecke und damit auch des Bahnhofs Dornbirn. Erstmals generalsaniert wurde der Bahnhof im Jahr 1955, als er nach damaliger Vorstellung „messetauglich“, also repräsentativ und organisatorisch auf die Besucherströme der Dornbirner Messe abgestimmt, gemacht werden sollte. 1965 wurden die Gleisanlagen auf der Ostseite verlängert und Anschlüsse für angrenzende Unternehmen im Bereich des Bahnhofs geschaffen sowie die Sicherungsanlagen modernisiert.[1]

Seine jüngste und nachhaltigste Veränderung erfuhr das Bahnhofsgelände im Zuge der Modernisierung im Vorfeld der Weltgymnaestrada 2007, für die Dornbirn als Austragungsort fungierte. Dabei wurde das Bestandsgebäude generalsaniert, die Unterführung und sämtliche Bahnsteige modernisiert und dem aktuellen Bahnhofsdesign der ÖBB angepasst sowie ein direkt am Hausbahnsteig gelegener Supermarkt, Fahrradabstellplätze und ein Übergang zum ebenfalls neugestalteten Busbahnhof direkt vor dem Aufnahmsgebäude errichtet. Zwei zusätzliche neue Unterführungen wurden dabei im nordöstlichen Teil des Bahnhofs gebaut, wobei eine davon den direkten Bahnsteigzugang von der nördlichen Bahnhofsseite ermöglichen sollte.[2] Der Umbau, der von August 2005 bis Juni 2007 dauerte, kostete 28 Millionen Euro und war damit eine der größten Infrastrukturinvestitionen im Schienenbereich in Vorarlberg in diesen Jahren.[3] Im Jahr 2013 wurde der Bahnhof daraufhin im Rahmen des Bahntests des Verkehrsclub Österreich bereits das sechste Jahr in Folge zum schönsten Bahnhof in Vorarlberg gewählt.[4]

Lage

Blick auf Busbahnhof und Posthochhaus am Bahnhofsvorplatz

Der Bahnhof Dornbirn befindet sich am Rande der Innenstadt und trennt den dichtbesiedelten innenstädtischen Kern des Stadtbezirks Markt im Süden vom Wohnbezirk Rohrbach im Norden. Der Bahnhof selbst und die Bahnstrecke befinden sich damit exakt auf der Bezirksgrenze. Der Hauptausgang des Bahnhofs sowie das zentrale Aufnahmsgebäude und sämtliche Parkplätze befinden sich jedoch auf der südlichen, innerstädtischen Seite des Bahnhofs. Einen direkten, überdachten Zugang gibt es von der Bahnsteigunterführung zum vor dem Aufnahmsgebäude gelegenen zentralen Busbahnhof der Stadt. Von hier unmittelbar an den Bahnhof angrenzend befindet sich neben einem Sutterlüty-Supermarkt auch das Posthochhaus, in dem sich die Dornbirner Stadtzentrale der Österreichischen Post befindet. Nordöstlich an das Aufnahmsgebäude anschließend wurde mit dem letzten Umbau eine zweistöckige Fahrradgarage errichtet, wo sich sowohl öffentliche Abstellplätze als auch verschließbare Abstellboxen für Fahrräder befinden. Vom Bahnhof aus führt in südlicher Richtung die Bahnhofstraße in Richtung Stadtzentrum, in nordöstlicher Richtung verläuft die Dr.-Anton-Schneider-Straße entlang den Bahngleisen.

Im Aufnahmsgebäude befinden sich ein Warteraum für die Reisenden, eine Bäckerei-Filiale sowie ein Mobilitätszentrum des Verkehrsverbunds Vorarlberg. In diesem Mobilitätszentrum sind die Ticketverkaufs- und Anlaufstellen für die ÖBB und die Buslinien konzentriert.

Verkehr

Insbesondere seine hohe Fahrgastfrequenz als Bahnhof der größten Stadt Vorarlbergs macht den Bahnhof Dornbirn nicht nur für den regionalen, sondern auch für den überregionalen Zugverkehr als Haltepunkt sinnvoll. Neben den Zügen der S-Bahn Vorarlberg, die hier im Rahmen der Linie S1 auf der Strecke von Bregenz nach Bludenz (bzw. teilweise bis Schruns) verkehren, halten auch regelmäßig Regionalexpress- und InterCity-Züge der ÖBB. Die größte Bedeutung im Fernverkehr hat aber der Halt des ÖBB-Railjet in Dornbirn. Dieser verkehrt derzeit sechs mal täglich direkt von Dornbirn aus nach Wien Hauptbahnhof, wobei der Zug ab Bahnhof Bregenz und bis Bahnhof Flughafen Wien verkehrt.

Vom am Bahnhofsvorplatz befindlichen Busbahnhof aus fahren die Busse des Stadtbus Dornbirn, Regionalbusse des Landbus Unterland und Landbus Bregenzerwald sowie Fernbusse ab.

Linie Verlauf Taktfrequenz
IC 118/119 Münster (Westf) Gelsenkirchen Duisburg Köln Koblenz Mainz Mannheim Stuttgart Ulm Lindau Hbf  Bregenz Dornbirn Feldkirch Bludenz Innsbruck Hbf Ein Zugpaar pro Tag
RJ Bregenz Dornbirn Feldkirch Bludenz – St. Anton am Arlberg Innsbruck Hbf Salzburg Hbf Linz Hbf St. Pölten Wien Hauptbahnhof Flughafen Wien Bahnhof Zweistundentakt
REX (Lindau –) Bregenz Dornbirn Feldkirch Bludenz ( – Schruns) Halbstundentakt

(in der Stunde, in welcher der Railjet verkehrt, entfällt ein REX Zugpaar)

Lindau Hbf – Lochau-Hörbranz – Bregenz Hafen Bregenz – Bregenz Riedenburg – Lauterach – Wolfurt – Schwarzach – Haselstauden Dornbirn – Dornbirn Schoren – Hatlerdorf Hohenems – Altach – Götzis – Klaus in Vorarlberg – Sulz-Röthis – Rankweil Feldkirch Amberg – Feldkirch – Frastanz – Schlins-Beschling – Nenzing – Ludesch – Nüziders Bludenz (– Bludenz Moos – Bludenz Brunnenfeld – Lorüns – St. Anton im Montafon – Vandans – Kaltenbrunnen – Tschagguns – Schruns) Halbstundentakt

(einzelne Züge weiter als S4 nach Schruns, mit Zugteilung in Bludenz)

Siehe auch

  Commons: Bahnhof Dornbirn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Josef Huber: Bahnhof Dornbirn. Artikel im Dornbirn Lexikon (lexikon.dornbirn.at) des Stadtarchivs Dornbirn.
  2. Bahnhofsumbau Dornbirn: Die geplanten Maßnahmen. Artikel im Leserservice der Vorarlberger Nachrichten, Juni 2005.
  3. Gorbach: 28 Millionen Euro für den Bahnhof Dornbirn. APA-OTS-Presseaussendung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie vom 23. Dezember 2004.
  4. Dornbirn hat den schönsten Bahnhof. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 19. August 2013.