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vom 14.04.2016, aktuelle Version,

Bahnstrecke Libochovice–Vraňany

Libochovice–Vraňany[1]
Kursbuchstrecke (SŽDC): 095
Streckenlänge: 37,458 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
von Louny (vorm. LB Postelberg–Laun)
0,000 Libochovice 165 m
nach Lovosice (vorm. StEG)
2,710 Žabovřesky nad Ohří 170 m
4,878 Břežany nad Ohří 160 m
Ohře
6,551 Budyně nad Ohří 160 m
8,320 Vrbka 175 m
9,668 Martiněves u Libochovic 190 m
12,348 Mšené Lázně 220 m
15,412 Charvatce 265 m
20,320 Račiněves 230 m
von Zlonice (vorm. LB Raudnitz–Hospozín)
22,155 Straškov 220 m
23,368 odb. Straškov St.1
nach Roudnice nad Labem (vorm. LB Raudnitz–Hospozín)
Dálnice 8
24,637 Mnetěš früher Netěš 215 m
27,969 Ctiněves 235 m
29,900 Kostomlaty pod Řípem 235 m
33,863 Horní Beřkovice 210 m
von Děčín (vorm. StEG)
37,458 Vraňany früher Jenšovice 175 m
nach Praha Masarykovo n. (vorm. StEG)

Die Bahnstrecke Libochovice–Vraňany ist eine Nebenbahn („regionální dráha“)[2] in Tschechien, die ursprünglich durch die Lokalbahn Libochowitz–Jenschowitz (tschech: Místní dráha Libochovice–Jenšovice) als staatlich garantierte Lokalbahn erbaut wurde. Sie verläuft in Mittelböhmen von Libochovice über Mšené-lázně nach Vraňany.

Geschichte

Am 5. Dezember 1907 wurde die Konzession zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Lokalbahn auszuführenden Lokomotiveisenbahn von der Station Libochowitz der Lokalbahn Laun–Libochowitz über Mscheno, Ctiňowes und Kostomlat bis zur Station Jenschowitz der priv. österreichisch-ungarischen Staatseisenbahn-Gesellschaft erteilt.[3] Am 13. Oktober 1907 wurde die Strecke eröffnet. Den Betrieb führten die k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB) für Rechnung der Lokalbahn Libochowitz–Jenschowitz aus.

Im Jahr 1912 wies der Fahrplan der Lokalbahn drei gemischte Zugpaare 2. und 3. Klasse aus, die von und nach Laun (Louny) durchgebunden waren. Sie benötigten für die 42 Kilometer lange Strecke deutlich mehr als zwei Stunden. Weitere Züge verkehrten zwischen Libochowitz und Bad Mscheno.[4]

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) die Betriebsführung von den kkStB. Am 1. Januar 1925 wurde die Lokalbahn Libochowitz–Jenschowitz per Gesetz verstaatlicht und die Strecke wurde ins Netz der ČSD integriert.[5]

Ab 1931 kamen auf der Strecke Motorzüge zum Einsatz, welche eine deutliche Erhöhung der Reisegeschwindigkeiten im Personenverkehr ermöglichten. Der Winterfahrplan von 1937/38 verzeichnete insgesamt vier durchgehende Zugpaare in der Relation Libochovice–Vranany. Weitere Züge verkehrten zwischen Libochovice und Roudnice nad Labem.[6]

Haltestelle Kostomlaty pod Řípem (2012)

Im Zweiten Weltkrieg lag die Strecke zur Gänze im Protektorat Böhmen und Mähren. Betreiber waren jetzt die Protektoratsbahnen Böhmen und Mähren (ČMD-BMB). Am 9. Mai 1945 kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD.

Zwischen dem 1. Juni 1985 und dem 1. Juli 1987 war der Verkehr zwischen Libochovice und Straškov wegen der Erneuerung von Gleisen und Anlagen komplett eingestellt.

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über.

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 wurde der Reisezugverkehr durch den verantwortlichen Ústecký kraj auf dem Abschnitt Libochovice–Straškov abbestellt. Seitdem fand Reisezugverkehr nur noch zwischen Straškov und Vraňany statt. Der Fahrplan 2008 verzeichnete zwischen Straškov und Vraňany zehn Reisezugpaare an Werktagen, die in einem angenäherten Zweistundentakt verkehrten. Der Haltepunkt Račiněves wird seit 9. Dezember 2007 von Personenzügen der Relation Roudnice–Straškov–Račiněves bedient.

Im Oktober 2010 gab das tschechische Verkehrsministerium die beabsichtigte Stilllegung der Strecke zwischen Libochovice und Račiněves im Dezember 2010 bekannt, die nicht umgesetzt wurde.[7]

Ab dem Fahrplan 2016 ist die Strecke als saisonale touristische Linie T5 „Podřipský motoráček“ (Libochovice–Roudnice nad Labem) in den Regiotakt Ústecký kraj integriert. Planmäßige Reisezüge mit Halt auf allen Unterwegsstationen verkehren vom 25. März bis 30. Oktober an den Wochenenden. Beauftragtes Eisenbahnverkehrsunternehmen ist KŽC Doprava, dass für diese Leistungen einen Triebwagen der Baureihe 831 einsetzt.[8][9]

Fahrzeugeinsatz

Die 422.025 „ ARCHIVEVODA KAREL“ im Eisenbahnmuseum Lužná u Rakovníka

Auf Rechnung der Lokalbahn Libochowitz–Jenschowitz beschafften die kkStB zwei Lokomotiven der Reihe 178. Die Lokomotiven besaßen die Betriebsnummern 178.49–50. Die Lokomotive 422.025 (ex 178.49 „ARCHIVEVODA KAREL“) blieb erhalten und gehört heute als betriebsfähige Museumslokomotive zum Bestand des Technischen Nationalmuseums Prag.

Heute kommen im Reisezugverkehr ausschließlich die ab Ende der 70er Jahre in Dienst gestellten Triebwagen der Baureihe 810 (ČSD-Baureihe M 152.0) zum Einsatz.

  Commons: Railway line 095 (Czech Republic)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007. 2. Auflage. Dopravní vydavatelství Malkus, Praha 2006, ISBN 80-87047-00-1.
  2. Beschluss der tschechischen Regierung vom 20. Dezember 1995
  3. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=rgb&datum=19070004&seite=00001085
  4. Fahrplan 1912 der kkStB - gültig ab 1. Mai 1912
  5. http://www.psp.cz/eknih/1920ns/ps/tisky/t5205_01.htm
  6. Winterfahrplan 1937/38 der ČSD - gültig ab 3. Oktober 1937
  7. Aktuelles auf www.zelpage.cz - abgerufen am 21. Oktober 2010
  8. „Ústecký kraj spustil provoz turistických linek“ auf www.zelpage.cz
  9. „Od Velikonoc jezdí o víkendech a svátcích nostalgické vlaky a loď po Labi“ auf www.kr-ustecky.cz