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vom 07.02.2018, aktuelle Version,

Banater Militärgrenze

Karte der Banater Militärgrenze („Banater Vojna Krajina“) im Jahr 1849

Die Banater Militärgrenze war ein Abschnitt der Habsburger Militärgrenze (kroat. und serb. Vojna krajina) welche sich in der Region Banat (heute Teil Rumäniens) und der Vojvodina (heute Teil Serbiens) befand.

Bevölkerung und Geographie

Die Banater Militärgrenze war ein Gebiet, das von Serben ( Illyrische Bevölkerung oder auch Raizen genannt), Deutschen und Rumänen (Walachen) bewohnt wurde. Zur Banater Militärgrenze gehörte auch der südöstliche Teil der Batschka.

Das Militärgrenzgebiet grenzte im Süden an das Osmanische Reich (ab 1833 an das Fürstentum Serbien), im Norden an das Temescher Banat (von 1849 bis 1860 an die Woiwodschaft Serbien und Temeser Banat, ab 1860 an die Komitate Torontál und Temes), im Nordosten an die Siebenbürger Militärgrenze, an das Großfürstentum Siebenbürgen (Komitat Hunyad) und an die Komitate Krassó und Szöreny, im Südosten an das Fürstentum Walachei (ab 1859 Fürstentum Rumänien) und im Westen an die Slawonische Militärgrenze.

Ortschaften

Zu den bedeutendsten Orten der Banater Militärgrenze gehörten Pančevo, Bela Crkva, Titel, Žabalj, Alibunar, Kovin, Caransebeș.

Geschichte

Mit der Auflösung bzw. Verlegung der Theiß-Maroscher Militärgrenze (Potiska i Pomoriska vojna granica) 1702 bis 1741 wurde die österreichische Militärgrenze ab 1742 endgültig von der kroatischen Küste über das Banat bis nach Siebenbürgen ausgebaut.[1] Die bisherige Theiß-Marosch-Grenze wurde an die Donau vorgeschoben und zur Banater Grenze mit 4 Ober-Capitanaten und 22 Kompanien, teils zu Fuß, teils beritten, zusammen 4200 Mann – die „Temeschvarer Landmiliz“.[2]

Das Gebiet der Militärgrenze wurde in den wallachischen, illyrischen und in den deutschen Regimentsbezirk eingeteilt, die jeweils ein Grenz-Infanterie-Regiment der kaiserlich-königlichen Armee stellten (Deutsch-Banater Grenzregiment Nr. 12, Romanen-Banater Grenzregiment Nr. 13, Serbisch-Banater Grenzregiment Nr. 14). Die Banater Militärgrenze wurde 1871/72 aufgelöst. Die Regimenter wurden im November 1872 aufgelöst und ihre Regimentsbezirke den Ergänzungsbezirken der Infanterieregimenter Nr. 29 (Bezirkskommando in Groß-Betschkerek), Nr. 61 (Bezirkskommando in Temesvár) und Nr. 43 (Bezirkskommando in Karansebesch) zugeteilt.[3]

Errichtung des Deutsch-Banater Militärgrenzbezirks

Bereits im Mai 1764 begann auf kaiserliche Weisung die Werbung in den Invalidenhäusern von Wien, Pest, Prag und Pettau. Parallel dazu verfasste die Ansiedlungskommission unter dem Grafen Villars einen Bericht über die zu besiedelnden Orte. Der in Vorschlag gebrachte Bezirk lag im äußersten Südwesten des Banats an der Donau und an der Temesch. Zunächst sollten für sie keine neuen Siedlungen neben oder an Stelle der bestehenden serbischen Orte errichtet werden. Dazu musste der größte Teil der ansässigen Serben ins Innere des Landes umgesiedelt werden, denn eines der wichtigsten Ziele der Errichter der Banater Militärgrenze war, die Grenzorte mit katholischen Veteranen zu besiedeln. Obwohl die Landesadministration Einspruch erhob, setzte sich der Hofkriegsrat durch, und die Serben wurden umgesiedelt, teils ins Innere des Distriktes Pantschowa, teils in die Gebiete der Militärgrenze, die dem Walachisch-Illyrischen Regiment vorbehalten waren. Einer der Hauptgründe für die Transferierung der Serben waren neben den sicherheitspolitischen auch fiskalische Überlegungen. Denn so war die Ansiedlungskommission in der Lage, ohne umfangreiche Vorbereitungen und erhebliche Vorleistungen die Veteranen in den bestehenden Orten anzusiedeln.[4]

Jedem Kolonisten wurden eigene Häuser und Wirtschaften zugeteilt. Allerdings waren dies keine unentgeltlichen Zuteilungen, sondern sie erfolgten im Rahmen des gleichen Antizipationssystemes wie im kameralen Banat. Die Grundstücke, die die Ansiedler erhielten, wurden ihnen als Militärgrenzlehen zugeteilt. Bis zur Beendigung der Ansiedlung erhielten die Invaliden und Heeresentlassenen an der Militärgrenze ihren Sold wie bisher. Den Hausbau besorgten sie selbst, wurden dafür aber zusätzlich entlohnt. Die Baumaterialien wurden den Ansiedlern unentgeltlich zugewiesen, ebenso wie die erste Aussaat und ausgediente Kavalleriepferde für die Landwirtschaft. Erst 1769 wurden die Ansiedler im Deutsch-Banater Militärgrenzbezirk zum regulären Kordondienst herangezogen. Trotz umfangreicher Planungen durch den Hofkriegsrat wurden bis 1770 keine Orte im Ansiedlungsbezirk grundlegend verändert oder neu gebaut. Diese Aufgaben blieben der spättheresianischen und josefinischen Siedlungsperiode vorbehalten. Insgesamt wurden zwischen 1765 und 1770 innerhalb der ersten Periode der Errichtung der Banater Militärgrenze zwölf Orte mit deutschen Veteranen, Invaliden und Heeresentlassenen besetzt.[4]

Organisation

Siehe dazu den entsprechenden Abschnitt im Artikel Militärgrenze.

Regimenter

  • Deutsch-Banater Regiment (1769 No. 71) > Grenzinfanterie-Regiment Nr. 12
  • Walachisch-Illyrisches Regiment (No. 72) > Grenzinfanterie-Regiment Nr. 13

Siehe auch

Literatur

  • Franz Marschang: Das Banat und die Banater Deutschen im Wandel der Zeit. Heinz W. Holler, Karlsruhe 2002, ISBN 3-929431-15-7.

Einzelnachweise

  1. Walter Engel (Hrsg.): Kulturraum Banat. Deutsche Kultur in einer europäischen Vielvölkerregion. Das Banat. Ein europäischer Kulturraum – Deutsche Kultur im Kontext einer Vielvölkerregion. Interdisziplinäres Symposion, Temeswar/Timişoara, 23.–25. September 2004. Klartext Verlag, Essen 2007, ISBN 3-89861-722-X, S. 16.
  2. Otto Kumm: Vorwärts Prinz Eugen! Geschichte der 7.SS-Freiwilligen Gebirgs Division „Prinz Eugen“. Munin-Verlag, Osnabrück 1978, S. 12ff. (Kapitel: Des Reiches Hofzaun. Geschichte der k.u.k. Militärgrenze. PDF)
  3. Franz Vaníček: Specialgeschichte der Militärgrenze. Band 2. Verlag der k.u.k. Hof-u. Staatsdruckerei, Wien 1875, S. 183; Militärwissenschaftliches Institut des Heeresgeschichtlichen Museums Wien (Hrsg.): Die k.k. Militärgrenze. Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums, Band 6. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1973, ISBN 3-215-73302-1, S. 26.
  4. 1 2 Swantje Volkmann: Die Architektur des 18. Jahrhunderts im Temescher Banat. Dissertation, Heidelberg 2001 (PDF 32 MB),