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vom 07.05.2018, aktuelle Version,

Berglhütte

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 | style="background:#F2F2F4;" | Gebirgsgruppe
   | Ortler-Alpen 
   |-
 
Berglhütte
Berglhütte
Berglhütte
Geographische Lage: 46° 31′ 36,6″ N, 10° 30′ 50,4″ O
Höhenlage 2188 m s.l.m.
Berglhütte (Südtirol)
Berglhütte
Erbauer DÖAV Sektion Hamburg
Besitzer Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Erbaut 1897; Neubau: 1956
Beherbergung 12 Betten, 14 Lager
Weblink Berglhütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV
Berglhütte mit Stilfser Joch Straße, Zeichnung aus dem Jahr 1911

Die Berglhütte (italienisch Rifugio Borletti, genauer Rifugio Aldo e Vanni Borletti) ist eine auf 2188 m s.l.m. gelegene Schutzhütte in Südtirol. Sie liegt am Fuße des Ortlers. Die Hütte wird meist von Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet. Darüber hinaus wird sie im Frühling manchmal für Skitourengeher geöffnet, die den Ortler über die Hohe Eisrinne besteigen.[1][2] Die Zahl der Übernachtungsplätze beträgt 26.[3]

Lage und Wege

Die Berglhütte liegt im Trafoital am Bergl, einer Anhöhe unterhalb des Pleißhorngrates des Ortlers. Sie liegt, wie die gesamte Umgebung, im Nationalpark Stilfser Joch. Die Hütte kann von Trafoi aus über die Wallfahrtskirche Heilige Drei Brunnen (1605 m) in etwa 1,5 bis zwei Stunden erreicht werden.

Weitere von der Berglhütte aus erreichbare Schutzhütten sind das Bivacco Pellicioli (3236 m), das Hochjochbiwak (3535 m) und die Payerhütte (3020 m).

Die Berglhütte ist ein wichtiger Stützpunkt für die Besteigung des Ortlers über den Meraner Weg sowie weitere, seltener begangene Anstiege zu diesem Gipfel. Darüber hinaus dient sie als Ausgangspunkt für Touren auf den Zebrù (3735 m), die Thurwieserspitze (3652 m), die Trafoier Eiswand (3565 m) und den Großen Eiskogel (3547 m).

Geschichte

Die Route der Erstbesteiger des Ortlers über die Hinteren Wandlen, die während des 19. Jahrhunderts noch mehrmals begangen wurde, sowie einige weitere Anstiege führten am Standort der heutigen Hütte vorbei. Dieser wurde daher damals häufig für Biwaks in den Resten einer verfallenen Schäferhütte verwendet, sodass bald der Bedarf nach einer Schutzhütte spürbar wurde. 1884 ließ hier Ferdinand Arning, Vorstand der Sektion Hamburg des Deutschen Alpenvereins, eine einfache kleine Selbstversorgerhütte mit vier bis fünf Schlafplätzen errichten, die er vollständig selbst finanzierte. Der Ausbau des Hüttenweges wurde von der bekannten Alpinistin Hermine Tauscher-Geduly bezahlt.

Diese Arninghütte ging nach dem Tod Arnings an die Sektion Hamburg des DAV, der den schon etwas verfallenen Bau im Jahre 1897 durch eine neue größere Hütte ersetzen ließ. Diese Hamburger Hütte war mit sechs Betten und zehn Schlafplätzen im Matratzenlager bereits deutlich besser ausgestattet. 1912 wurde oberhalb der Hütte ein Gedenkstein für den Tourismuspionier Theodor Christomannos errichtet, der den Meraner Weg auf den Ortler ausgebaut und damit auch den Tourismus in Trafoi und an der Berglhütte unterstützt hatte. Im Gegensatz zu anderen Hütten der Umgebung wurde die Hamburger Hütte im Ersten Weltkrieg nicht zerstört.

Nach Ende des Krieges wurden sämtliche Alpenvereinshütten in Südtirol durch den italienischen Staat enteignet. In der Folge erhielt die Sektion Mailand des CAI die Berglhütte zur Bewirtschaftung. Diese renovierte das Gebäude mehrmals, unter anderem im Jahre 1925, finanziert von der Familie Borletti. Ab 1939 verfiel die Hütte, nachdem infolge der Option viele Trafoier ausgewandert waren.[4] 1956 setzte man die Hütte wieder in Stand. Auch diese Arbeiten wurden finanziell hauptsächlich von der Familie Borletti getragen. Nach zweien derer Mitglieder wurde die Berglhütte 1956 dann offiziell in Rifugio Aldo e Vanni Borletti umbenannt.[5] Seit 1999 ist die Berglhütte nicht mehr im Eigentum des Staates Italien, sondern des Landes Südtirol. Seit dieser Zeit wurde sie anstelle der Sektion Mailand von der CAI-Sektion Meran betrieben.[4][6][7]

Mit Jahresende 2010 lief die Konzession zu Führung der Berglhütte durch den CAI aus.[8][9] Seit 2015 wird das Land Südtirol bei der Verwaltung der Hütte (Vergabe an Pächter, Überwachung der Führung, Sanierungsmaßnahmen) durch eine paritätische Kommission unterstützt, in der neben der öffentlichen Hand auch der AVS und der CAI vertreten sind.[10]

  Commons: Berglhütte  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a. & A. Jentzsch: Ortler Skitour. In: bergsteiger.at. Abgerufen am 14. März 2010.
  2. Berglhütte Winter abgerufen am 19. März 2010
  3. Berglhütte Übernachtung abgerufen am 19. März 2010
  4. 1 2 Andrea Kuntner: Die Bergführer von Sulden und Trafoi. Legende und Geschichte. Schlanders 2004, S. 188189.
  5. Wolfgang: Alpine Schutzhütten am Ortler und deren Geschichte Jochberger. In: Wolfgang Jochberger, Südtiroler Kulturinstitut (Hrsg.): Ortler. Der höchste Spiz im ganzen Tyrol. Athesia, Bozen 2004, ISBN 88-8266-230-6, S. 181182.
  6. Hanspaul Menara: Ortler. Der höchste Spiz im ganzen Tyrol. In: Wolfgang Jochberger, Südtiroler Kulturinstitut (Hrsg.): Am Ortler unterwegs. Athesia, Bozen 2004, ISBN 88-8266-230-6, S. 153154.
  7. Peter Holl: Alpenvereinsführer Ortleralpen. Hrsg.: Deutscher Alpenverein, Österreichischer Alpenverein, Alpenverein Südtirol. 9. Auflage. 2003, ISBN 3-7633-1313-3, S. 71 (Google Books).
  8. Übergang der Schutzhütten: Basis für Führungskörperschaft gelegt. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 2. Oktober 2009, abgerufen am 30. Januar 2012.
  9. Schutzhütten. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Vermögensverwaltung, abgerufen am 30. Januar 2012.
  10. Schutzhütten: Abkommen zwischen Land, CAI und AVS unterzeichnet. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 8. Juli 2015, abgerufen am 8. Juli 2015.