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vom 15.05.2018, aktuelle Version,

Berthold von Schweinfurt

Berthold II. von Schweinfurt (auch Bertoldus; * unbekannt; † 15. Januar 980) wurde 960 als Graf im Radenzgau, 961 als Graf an der unteren Naab, 973 als Graf im Volkfeld, 976 – nach erfolgreichen Kämpfen gegen Böhmen und Ungarn – als Markgraf (Nordgau/Schweinfurt), 980 als Graf des östlichen Franken genannt. Da es als gesichert gilt, dass Leopold/Luitpold I. von Bayern (verstorben 994), Sohn des Pfalzgrafen von Bayern Arnulf II. (gefallen 954) und Enkel des Herzogs von Bayern Arnulfs des Bösen, 976 Markgraf des östlichen Bayern (später Österreich genannt) Bruder oder Neffe „Bertholds“ war, kann es sich bei diesem nur um Berthold I. handeln: er war der Bruder von Pfalzgraf Arnulf II. und Onkel von dessen Sohn Leopold/Luitpold. Berthold II. war demzufolge Cousin des Leopold/Luitpold I., 976 Markgraf des Östlichen Bayern (Österreich). Es war auch Berthold II., der für König Otto 964 in Bamberg König Berengar II. von Italien bewachte. Im Jahr 973 beteiligte sich Berthold II. an der Niederschlagung des Aufstands des bayerischen Herzogs Heinrich der Zänker. Es muss sich dabei allerdings um seinen Vater, Berthold I., gehandelt haben:

Berthold I. (vgl. Stammliste der Babenberger; verstorben 954), Sohn des Herzogs Arnulf („der Böse“) von Bayern, wurde 941 Comes genannt, als er bis 942 den gefangenen Grafen Lothar II. von Walbeck im Auftrag des Königs Otto I. bewachte. Lothar gab nicht ihm, sondern seinem Sohn Berthold II. seine Tochter Eilika zur Frau, der die Ehe mit ihr 976 schloss. Sie stiftete das Benediktiner-Kloster Schweinfurt. Berthold II. hatte mit ihr zwei Kinder: Heinrich von Schweinfurt, † 18. September 1017, der seinen Vater beerbte, und Bucco, 1003 bezeugt. Darüber hinaus wird Eilika, 1010 Äbtissin des Klosters Niedernburg in Passau, als Tochter des Paares vermutet.

Bertholds Herkunft ist umstritten. Als wahrscheinlichste Theorie gilt, dass er ein Sohn (oder auch Enkel) Herzog Arnulfs I. des Bösen war und den Luitpoldingern entstammte. Eine andere Theorie sieht ihn als Sohn von Arnulfs Bruder Berthold von Bayern. Nach einer weiteren Theorie gehörte er zum Geschlecht der Popponen. Als sicher gilt, dass sein Bruder oder Neffe, Luitpold I., Markgraf von Österreich, Stammvater der Babenberger war.

Dem Comes Bertoldus wurde von König Otto I. der gefangene Graf Lothar von Walbeck zur Bewachung anvertraut, der nach einem Jahr begnadigt und freigelassen wurde. Anschließend gab ihm Lothar seine Tochter Eilika (auch Eila oder Eiliswintha genannt; † 19. August 1015) zur Frau, in deren Auftrag später das Münster von Schweinfurt erbaut wurde und in dem sie begraben liegt.

Im Jahr 964 wurde ihm erneut ein Gefangener Ottos anvertraut, diesmal König Berengar II. von Italien.