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vom 12.11.2017, aktuelle Version,

Birol Kilic

Birol Kilic

Birol Kilic (* in Istanbul als Birol Kılıç, alternativ auch Pirsultan Birol Kilic[1]) ist ein türkisch-österreichischer Verleger, Herausgeber sowie der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich.[2]

Leben

Birol Kilic wurde in Istanbul im Stadtteil Sisli geboren wo alle Religionen und Konfessionen seit der byzantinischen und der osmanischen Zeit zusammen gelebt haben. Ab sechs Jahren lebte Kilic in Hamburg und Kiel wo er die Grundschule besuchtet. Mittelschule und Gymnasium besuchte Kilic in Istanbul. Bei den Universitätsaufnahmeprüfungen YÖK bekam er die Möglichkeit in der Medizinfakultät der Universität Istanbul (İstanbul Tıp Fakultät) zu studieren. Laut seinen eigenen Angaben studierte Kilic vier Semester lang Medizin, bevor er an die ETH Zürich ging und anschließend an die Technische Universität Wien. Dort schloss er 1993 ein Studium der Nachrichtentechnik und biomedizinischen Technik als Diplomingenieur ab.

Bereits während seines Studiums verfasste Kilic für türkische Medien Kommentare und Analysen aus Wien, darunter das öffentlich-rechtliche Radio Voice of Turkey und die damals liberale Tageszeitung 'Sabah', sowie den Fernsehsender ATV. Diese Tätigkeit übte er von 1988 bis 1999 aus. Nach seinem Studium gründete Kilic eine Unternehmensbeteiligung, die unter anderem im Medienbereich bis heute aktiv ist.

1999 gründete er die türkisch- deutsch- sprachige Zeitung Yeni Vatan Gazetesi- Neue Heimat Zeitung, 2004 den Neue Welt Verlag und 2009 die Zeitschrift Einspruch. Die Yeni Vatan Gazetesi wird in Wien produziert. [3]

Als Geschäftsführer des Neue Welt Verlag ist Kilic auch Herausgeber einiger der in diesem erschienenen Bücher, unter anderem Die roten Ritter- zwischen Medici, Habsburgern und Osmanen (2014), Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert (2012), In Hoc Signo Vinces- zwischen religiösem Mythos und politischen Anspruch von Byzanz nach Neapel (2012), Türkische Köstlichkeiten (2005), Starke Gefühle- kulturwissenschaftliche Emotionalitätsdiskurse im 19. und 20. Jahrhundert zum 200. Geburtstag von Friedrich Hebbel (2005), Orient & Okzident- Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2016) und anderen Werken wie „Kants Wanderung über das Nebelmeer: Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Für letzteres verfasste Kilic als Verleger ein Vorwort, Univ.-Prof. Oliver Rathkolb rezensierte das Buch folgendermaßen:

„Dieser Sammelband leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der inzwischen höchst emotionalisierten Debatte über das Verhältnis zwischen dem historischen „Orient“ und der Habsburgermonarchie, aber auch dem Verhältnis Österreichs vor und nach 1918 mit dem Osmanischen Reich bzw. der Türkei bis herauf in die 1960er-Jahre. Ein wissenschaftlich geprägter nüchterner Blick auf die historischen Wechselbeziehungen ist gerade aufgrund der aktuellen Funktionalisierung der Geschichte zwischen „Orient“ und „Okzident“ eine wichtiger Beitrag zu einer demokratischen und aufgeklärten Bildungsarbeit in der Gegenwart.“

Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien

„Der vorliegende Band positioniert sich innerhalb der neueren historiographischen Sichtweisen auf die Beziehungen zwischen Orient und Okzident: Thematisiert werden nicht nur kriegerische Konflikte, sondern beispielhafte Tiefenbohrungen beleuchten zahlreiche Aspekte eines vielfältigen Austausches. Anregend, breit angelegt und damit ein Buch für all jene, die sich fundiert über dieses besondere Verhältnis informieren wollen.“

Prof. Dr. Arno Strohmeyer, Universität Salzburg [4]

2015 erhielt er das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.[5]

Einzelnachweise

  1. MC & O Management Consulting & Organizations - GmbH. In: firmen.wko.at. Abgerufen am 3. September 2017.
  2. Vereinsaufbau, Türkische Kulturgemeinde in Österreich, abgerufen am 2. Februar 2017
  3. „Pro-Erdogan- Demos haben uns geschadet“, Kurier, 12. Juli 2013
  4. Buchpräsentation 'Orient & Okzident'
  5. Ehrenzeichen von Bundespräsident für Verdienste um die Republik Österreich an TKG Obmann Birol Kilic, Türkische Kulturgemeinde in Österreich, abgerufen am 2. Februar 2017