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vom 19.05.2018, aktuelle Version,

Bischofsbrot

Bischofsbrot ist ein Biskuitgebäck in Kastenform mit Zibeben (Rosinen), gehackten Nüssen und abgeriebenen oder kandierten Zitrusschalen.

Das Bischofsbrot ist ein Begriff der österreichischen Küche.[1][2][3] Es ist ebenso in den Küchen Ungarns und Böhmens, sowie bei den Donauschwaben und Siebenbürger Sachsen verbreitet.[4][5][6][7]

Herstellung

Die ältesten Rezepte für Bischofsbrot sind in deutschen Kochbüchern des beginnenden 19. Jahrhunderts nachweisbar; sie beschreiben die Herstellung aus Biskuitteig (bisweilen auch Wiener Masse) mit untergehobenen Zibeben, gestiftelten Mandeln und Abrieb von Zitrusschalen. Mitte desselben Jahrhunderts werden Rezeptabwandlungen populär mit neuen Einlagen wie Schokoladenstückchen, Pignoli (Pinienkerne), Pistazien, Aranzini (Orangeat) u. a.; der Teig bleibt weiterhin ein Biskuit.[8][9][10]

Gegenwärtig finden das Rezept und der Begriff Bischofsbrot weite Verbreitung über das Internet. In vielen Blogs und Netzwerken werden auch Rezepte aus Rührteig (Sandmasse) unter dem Namen Bischofsbrot veröffentlicht oder in Verbindung mit dem Christstollen gebracht. Das ursprüngliche Rezept ist aber immer noch weit verbreitet.[11][12][13][14]

Einzelnachweise

  1. ÖSTERREICHISCHES DEUTSCH UND ANDERE NATIONALE VARIETÄTEN PLURIZENTRISCHER SPRACHEN IN EUROPA - EMPIRISCHE ANALYSEN. Rudolf Muhr / Richard Schrodt, abgerufen am 10. August 2017.
  2. Österreichisches Lebensmittelbuch online. Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen.at, abgerufen am 10. August 2017.
  3. Theodor Gartner: Fremdes im Wortschatz der Wiener Mundart. Abgerufen am 10. August 2017.
  4. K. Ándre: Kochbuch der prager deutschen kochschule / Prag. 1930, abgerufen am 3. August 2017.
  5. Tschechische Germanismen. Abgerufen am 3. August 2017.
  6. Adolf Schullerus: Siebenbürgisch-sächsisches Wörterbuch. Abgerufen am 3. August 2017.
  7. Hans Gehl: Donauschwäbische Lebensformen an der mittleren Donau. Abgerufen am 3. August 2017.
  8. Praktisches Urfahr Linzer Kochbuch. 1821, abgerufen am 3. August 2017.
  9. Katharina Schreder: Praktisches kochbuch mit 962 kochregeln und 46 speisenzettln: gewidmet für anfängerinnen. Mechitharisten-congregations-buchhandlung, 1860 (google.de [abgerufen am 3. August 2017]).
  10. New York Public Library: Die süddeutsche küche auf ihrem gegenwärtigen standpunkte, mit berücksichtigung des thee's und einem anhange über das moderne servieren nach metrischem mass und gewicht berechnet für anfängerinnen sowie fürpraktische köchinnen. Graz, Verlags-Buchdlg. "Styria,", 1890 (archive.org [abgerufen am 3. August 2017]).
  11. siamodonneit: PANE DEL VESCOVO (BISCHOFSBROT) di Siamodonne.it. 24. Januar 2013, abgerufen am 3. August 2017.
  12. Pane del vescovo. In: Cakebiography. 25. Februar 2015 (giallozafferano.it [abgerufen am 3. August 2017]).
  13. Frank Massholder: Kulinarisches Wörterbüch Deutsch Österreichsich. Abgerufen am 10. August 2017.
  14. GuteKueche Medien GmbH: Bischofsbrot - Rezept. In: www.gutekueche.at. (gutekueche.at [abgerufen am 10. August 2017]).