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vom 07.05.2018, aktuelle Version,

Bozner Platz

Straßenschild
Der Bozner Platz mit dem Rudolfsbrunnen
Der Margarethenplatz Anfang des 20. Jahrhunderts
Detail des Brunnens: Greif mit Wappenschild

Der Bozner Platz (bis 1923 Margarethenplatz) ist ein Platz in der Innsbrucker Innenstadt.

Lage

Der rechteckige Platz liegt zentral in dem von Maria-Theresien-Straße, Museumstraße, Brunecker Straße/Südtiroler Platz und Salurner Straße umschlossenen Viertel. Im Westen führt die Wilhelm-Greil-Straße vorbei, in der Nordwestecke mündet die Meraner Straße, in der Nordostecke die Brixner Straße und in der Südostecke die Adamgasse ein. Die Fahrbahnen auf den vier Seiten umschließen eine Grünfläche mit dem Rudolfsbrunnen in der Mitte. An deren Ecken steht jeweils eine Linde.

Geschichte

Der Platz wurde 1853 bei der Bebauung des Areals zwischen Maria-Theresien-Straße und dem neu errichteten Bahnhof angelegt und hieß zunächst Neuplatz.[1] 1858 wurde er nach der im selben Jahr verstorbenen Erzherzogin Margarete von Sachsen, der Frau des Tiroler Statthalters Karl Ludwig, Margarethenplatz benannt. 1877 wurde in seiner Mitte der Rudolfsbrunnen errichtet. 1923 wurde der Platz zur Erinnerung an die Abtrennung Südtirols 1919 nach der Stadt Bozen in Bozner Platz umbenannt. Aufgrund der Nähe zum Bahnhof wurde er im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer stark in Mitleidenschaft gezogen.[2] Die meisten Gebäude wurden daher nach dem Krieg wieder aufgebaut oder gänzlich neu errichtet.

Rudolfsbrunnen

Anlässlich der 500-Jahr-Feier der Vereinigung Tirols mit Österreich wurde am 29. September 1863 beschlossen, ein Denkmal zu errichten. Erst zehn Jahre später wurde mit dem Bau des monumentalen Brunnens begonnen, 1874 wurde der Unterbau, 1875 die Marmorschalen fertiggestellt. Am 29. September 1877 wurde der Brunnen im Beisein von Kronprinz Rudolf feierlich enthüllt. Der Entwurf für den Brunnen stammte von Friedrich von Schmidt, die Modelle für die Bronzefiguren erstellte Johann Grissemann. Die Figuren und Ornamente wurden von der k.k. Kunst-Erzgießerei in Wien hergestellt. Der Brunnen steht heute unter Denkmalschutz.

Der Brunnen besteht aus einem großen, niederen Steinbecken, das von Sockeln mit bronzenen Greifen, die Wappenschilde mit dem Tiroler Adler bzw. dem österreichischen Doppeladler und Standarten mit dem Tiroler Adler bzw. dem habsburgischen Löwen halten, begrenzt wird. In der Mitte erhebt sich ein reich gegliederter Sockel, der mit seitlichen Säulen vier halbrunde Wasserschalen trägt. Auf einer achteckigen Säule steht die rund 3 Meter hohe Statue Rudolfs IV. mit Herzogshut, Harnisch und Herzogsmantel. Mit der linken Hand umfasst er den Knauf des Schwertes, in der Rechten hält er eine Schriftrolle, die die in Bozen ausgestellte Urkunde symbolisiert, mit der Margarethe Maultasch am 2. September 1363 die landesfürstliche Herrschaft in Tirol an Rudolf IV. übertrug.

Literatur

  Commons: Bozner Platz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Heinrich Hammer: Die Paläste und Bürgerbauten Innsbrucks. Kunstgeschichtlicher Führer durch die Bauwerke und Denkmäler. Hölzel, Wien 1923, S. 195 (tugraz.at [PDF; 414 kB]).
  2. Entwarnung: Fliegerbombe in Innsbruck war nicht scharf. DiePresse.com vom 19. Jänner 2012