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vom 03.11.2017, aktuelle Version,

Braucommune Freistadt

Braucommune in Freistadt
Rechtsform Commune
Gründung 1777
Sitz Freistadt, Österreich
Leitung Ewald Pöschko
Mitarbeiter 80 (2013)[1]
Umsatz ca. 8 Mio Euro
Branche Brauerei
Website www.freistaedter-bier.at
Stand: 5. März 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015
Brauhaus aus 1777
Gründungsurkunde von 1770, Seite 1
Gründungsurkunde von 1770, Seite 2

Die Braucommune in Freistadt ist eine Bierbrauerei in Freistadt, Oberösterreich und wurde 1770 erstmals urkundlich erwähnt. Die Braucommune erzeugt jährlich rund 70.000 Hektoliter Bier,[1] 20.000 hl alkoholfreie Getränke und 15.000 hl Handelsware. Somit ist die Brauerei Freistadt die größte im gesamten Mühlviertel. Heute (2013) werden 80 Mitarbeiter beschäftigt. Das Liefergebiet umfasst das Mühlviertel, den Großraum Linz, Wels, Steyr und Wien.[2]

Geschichte

Jeder Bürger der Stadt Freistadt hatte seit 1363 das Recht, Bier zu brauen. Nicht jeder Bürger braute sein eigenes Bier und die Menge wurde auf Grund des Schätzwertes des Hauses festgelegt. Der Magistrat regelte und überwachte diese Menge entsprechend der Brauordnung. 1525 gab es insgesamt 12 Brauhäuser in der Stadt, die bis 1637 auf 5 und später auf 2 Brauhäuser zurückgingen.

Im 18. Jahrhundert kam es auf Grund der schlechten Qualität zur Unzufriedenheit der Bürger, weshalb zwischen 1770 und 1780 ein neues Brauhaus außerhalb der Innenstadt errichtet wurde. Alle 149 Hausbesitzer der Innenstadt wurden Mitglieder der Braucommune und sind es bis heute geblieben. Dies war ein Zusammenschluss des Braunbierhauses der „Gmain“ und des Weißbierhauses des Magistrats. Die Einlage der Commune bestand aus Eimern (ein Eimer sind rund 56 Liter), wobei in Summe 6.390 Eimer Gesamtvermögen eingebracht wurden. Die Eimer sind ungleichmäßig verteilt, die Einlage beträgt mindestens 15 Eimer und höchstens 140 Eimer. Dies hat sich bis heute so erhalten, das heißt, dass mit einem Hauskauf in der Innenstadt zusätzlich ein Anteil an der Brauerei Freistadt erworben wird. Zuerst leitete der Bürgermeister die Commune, ab 1835/37 wurde ein gewählter Vorstand mit der Leitung betraut.

Die „Commune“ als Rechtsform einer Firma ist derzeit im Firmenbuch als solche eingetragen und gilt mittlerweile als die letzte ihrer Art in Europa.

Das Brauwasser kommt aus zwei 80 Meter Tiefbrunnen in einem Wasserschutzgebiet bei St. Peter, westlich von Freistadt.

Brauhaus

Der von 1770 bis 1780 erbaute barocke, dreigeschossige, dreiflügelige Bau steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Im Inneren findet sich eine reiche Ausgestaltung mit Gewölben, meist Stichkappentonnengewölbe oder Kreuzgratgewölben. Im Südwesten wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Gebäude angebaut. Im Keller werden in den kommenden Jahren drei Sudkessel eingebaut, die Umbauten sind vom Denkmalamt genehmigt.[3]

Im Brauhaus ist die so genannte Brauhausgalerie untergebracht und das Gebäude dient bei der Landesausstellung 2013 als größte Ausstellungsfläche in den vier Orten.

Produkte

Biersorten

  • Ratsherrn Premium (12,1° Stammwürze, 5,1 % Alkohol)
  • Midium (9,8° Stammwürze, 3,8 % Alkohol)
  • März'n (11,3° Stammwürze, 4,8 % Alkohol)
  • Bio Zwickl (11,1° Stammwürze, 4,7 % Alkohol)
  • Dunk'l (12,5° Stammwürze, 4,8 % Alkohol)
  • Böck'l (16,3° Stammwürze, 6,8 % Alkohol)
  • Black Bock (17° Stammwürze, 7,1 % Alkohol)
  • Rotschopf (13,5° Stammwürze, 5,6 % Alkohol)
  • Mühlviertler Junghopfen Pils
  • Zwickl-Radler (40 % Bier und 60 % Zitronenlimonade, 2 % Alkohol)

Limonaden

  • Fruchtlimonaden (Orange, Zitrone, Kräuter, Maracuja, Ananas, Himbeer, Cola, Cola-mix, Soda Zitrone)
  • Fitnesslimonaden (Vitall Orange, Vitall Wasser)

Siehe auch

Literatur

Rudolf Scharizer: Aus Freistadts vergangenen Tagen (PDF; 1,4 MB), In: Heimatgaue, 3. Jahrgang 1922, 1. Heft, S. 12–20

  Commons: Braucommune Freistadt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Fakten auf www.freistaedter-bier.at, abgerufen am 4. März 2015
  2. Brauerei Freistadt - Heute
  3. OÖ Nachrichten: Denkmalamt und Braucommune einigten sich beim Thema Sudhaus-Neubau, (abgerufen am 2. Februar 2009)