unbekannter Gast
vom 07.08.2017, aktuelle Version,

British-Eagle-Flug 802 (1964)

British-Eagle-Flug 802 (1964)

Eine baugleiche Bristol Britannia der Gesellschaft

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart Controlled flight into terrain
Ort Glungezer, Österreich
Datum 29. Februar 1964
Todesopfer 83
Überlebende 0
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Bristol Britannia
Betreiber British Eagle International Airlines
Kennzeichen G-AOVO
Name Bonaventure
Passagiere 75
Besatzung 8
Listen von Flugunfällen

British-Eagle-Flug 802 war ein Linienflug von London Heathrow nach Innsbruck Kranebitten. Am 29. Februar 1964 flog die Maschine knapp unterhalb des Gipfels in den Glungezer und zerschellte, wobei alle 83 Personen an Bord ums Leben kamen. Es ist bis heute (2017) das schwerste Flugunglück in Österreich.

Verlauf

Die Bristol 175 Britannia Series 312 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen G-AOVO der British Eagle International Airlines startete um 12:04 Uhr Ortszeit in London-Heathrow mit 75 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern an Bord. Bis Kempten (Allgäu) erfolgte der Flug nach Instrumentenflugregeln (IFR). Dort änderten die Piloten ihren Flugplan, sodass der Anflug auf Innsbruck im Sichtflug (VFR) durchgeführt wurde. Um 15:12 Uhr Ortszeit erfolgte der letzte Kontakt mit der Flugsicherung Innsbruck. Zu dieser Zeit befand sich die Maschine in einer Höhe von 10.000 Fuß (3050 m). Bis dahin war es nicht gelungen, die Wolkendecke zu durchbrechen.

Es gab keine Zeugen des Unglücks, vor allem wegen der schlechten Sichtverhältnisse. Der genaue Absturzort war zunächst unbekannt; erst am Vormittag des nächsten Tages wurde das Wrack gefunden, ungefähr gleichzeitig durch das Personal der Glungezerhütte und aus der Luft von einer DC-4 der amerikanischen Luftwaffe.[1]

Die Ostflanke des Glungezer, wo das Flugzeug aufprallte
Denkmal zur Erinnerung an das Flugzeugunglück

Die Absturzstelle befindet sich in 2600 m Seehöhe wenige Meter unter dem Gipfel des Glungezer. Es kam nicht zu einem Brand, jedoch löste der Aufprall eine Lawine aus, durch die große Teile des Wracks mehrere hundert Meter in die Tiefe gerissen wurden. Die Bergung der Opfer war wegen der großen Lawinengefahr schwierig und erfolgte mit Hubschraubern.

Unfallursache

Der Unfallbericht nannte Pilotenfehler als Hauptursache für das Unglück. Die Piloten hatten demnach die unter den gegebenen Wetterbedingungen geltende Mindestflughöhe unterschritten.[2]

Opfer

Die Todesopfer waren bis auf eine Österreicherin britische Staatsbürger.[3] Die meisten waren Touristen, die zum Wintersport nach Innsbruck wollten. Die Olympischen Winterspiele, die wenige Wochen vorher abgehalten worden waren, hatten viel zur Popularität Innsbrucks als Wintersportort beigetragen.

Einzelnachweise

  1. Bergung der Toten bei Lawinengefahr. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 3. März 1964, S. 5.
  2. ICAO Aircraft Accident Digest No.16, Circular 82-AN/69 (65–75)
  3. Heimweh trieb Rotraut in den Tod. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 3. März 1964, S. 5.

Literatur