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vom 24.01.2019, aktuelle Version,

Burg Perg

Burg Perg
Lagestelle der Burg Perg am Dollberg in Perg. Detail der Ansicht Herrschaft Windthag von Clemens Beuttler 1654.

Lagestelle der Burg Perg am Dollberg in Perg. Detail der Ansicht Herrschaft Windthag von Clemens Beuttler 1654.

Alternativname(n): Perga
Entstehungszeit: 11. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Burgstall
Ort: Perg
Geographische Lage 48° 15′ 9,7″ N, 14° 37′ 59″ O
Burg Perg (Oberösterreich)
Burg Perg

Die Burg Perg, auch Perga genannt, ist eine abgegangene Spornburg und war ein Sitz der Herren von Perg. Sie befand sich in der heutigen Stadt Perg (Oberösterreich).

Lage

Die Burg Perg lag auf einer Anhöhe nördlich der frühen Siedlung Perg auf dem ~40 m hohen Geländesporn genannt Dollberg. Alternativ diskutierte Lagestellen am Kalvarienberg (Friedhof) oder linksufrig des Naarnflusses sind nicht mehr haltbar. Südlich der Siedlung Perg dehnte sich die von Wasserläufen durchzogene Ebene Machland bis zur Donau hin aus.

Geschichte

Die Burg Perg war ein Sitz der hochedlen Herren von Perg (und Machland) im 11. und 12. Jahrhundert. Als Bauherrn der Burg gelten die Brüder Rudolf I. (1035–1090) und Walchun I. (1050–1100). Die Siedlung unterhalb der Burg hieß von da an Perg. Als letzter mit Sitz in Perg gilt Friedrich II. (1150–1191). Nach seinem Tod zog die Witwe Agnes zusammen mit Sohn Friedrich III. (1180–1218) fort auf Burg Wald a.d. Alz, eine Burg ihrer Familie in Oberbayern. Daraufhin kam der Großteil der Besitzungen Friedrichs II., auch Burg und Markt Perg, an den Landesfürsten. In Bayern verlor sich die Spur derer von Perg.

Beschreibung

Der Dollberg in Perg. Ansicht von Westen. Foto 2019. Rechts im Bild der Kirchturm von Pergkirchen. Eine ehemalige Eigenkirche und Burg der Herren von Perg und Machland (Luftlinie 3,2 km weit weg).

Von der Burg auf der Anhöhe Dollberg sind keinerlei Reste oder Geländemerkmale erkennbar. Um 1650 war noch ein ruinöser Turm oberhalb des Marktes Perg sichtbar. Man trug ihn um 1750 ab. 1830 gab es noch Mauerreste am Dollberg als auch am Abhang. Man verwertete diese beim Bau eines Wirtschaftsgebäudes der damaligen Brauerei Fries, Haus Markt 19 (Dr. Schoberstr. Nr. 1). 1839 beseitigte man die letzten Grundmauern der Burg. Am Plateau des Dollbergs steht heute ein von Grünflächen umgebenes Privathaus (Dollberg Nr. 1).

Das Plateau geht westlich und südlich in einen Steilabfall aus Sandstein über. Der südliche Steilabfall wird in seiner heutigen Form Stefaniehain genannt. Der Sandstein erlaubte, ohne große Mühe Keller und Gänge anzulegen. Die Ratgöbluckn ist so ein begehbares museales Gang- und Kammernsystem im Stefaniehain. Der Name Dollberg bezieht sich darauf und besagt etwa ausgehöhlter Berg.

250 m nach Osten zu geht das Plateau in einen Steilabfall aus Granitgestein über. Er reicht hinunter bis zum Naarnfluss. Einige Meter nach Norden zu gibt es am Plateau in einer Geländenische eine Quellfassung.

Literatur

  • Florian und Konrad Eibensteiner: Das Heimatbuch von Perg Oberösterreich. Selbstverlag 1933. Der Name von Perg, die Vögte von Perg S. 9
  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser im Mühlviertel. Birken Verlag 1962. Perg (Perga) S. 163
  • Leopold Josef Mayböck: Heimatbuch der Stadt Perg. 2009, Heimatverein Perg (Hrsg.), Denkmayr Druck, ISBN 978-3-902598-90-5. Die Herren von Perg/Machland Klam/Velburg S. 56. Die Vogtburg der Herren von Perg S. 176
  • Mathaeus Merian: Topographia Provinciarum Austriacaru, Teil III Topographia Windhagiana. Faksimile-Ausgabe, Bärenreither-Verlag, 1963. Ansicht Herrschaft Windthag S. III/2
  • Gemeinde Perg (Hrsg.): Perg Stadterhebung 1969, Trauner Druck. Die Herren von Perge S. 66
  Commons: Dollberg in Perg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Michael Köck: Pergs verlorene Burgen. »meinbezirk.at« Nachrichten, Oberösterreich, Perg 24.9.2019 Land Oberösterreich, DORIS-Kulturatlas, Burgen, Perg. Abgekommener Sitz Perg.