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vom 09.03.2017, aktuelle Version,

Burg Werfenstein

Burg Werfenstein
Ruine Werfenstein und Insel Wörth um 1674, Stich von G.M.Vischer

Ruine Werfenstein und Insel Wörth um 1674, Stich von G.M.Vischer

Entstehungszeit: 1242
Burgentyp: Niederungsburg, Ortstslage
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Bruchsteinmauerwerk
Ort: Struden, Gemeinde St. Nikola an der Donau
Geographische Lage 48° 13′ 47,4″ N, 14° 53′ 32,2″ O
Burg Werfenstein (Oberösterreich)
Burg Werfenstein

Werfenstein ist die Ruine einer Niederungsburg im oberösterreichischen Mühlviertel. Sie steht an der Donau in der Ortschaft Struden auf dem Gemeindegebiet von St. Nikola an der Donau. Bei Belagerung der Burg sollen sich die Belagerten durch das Werfen von Steinen verteidigt haben und der Burg so den Namen gegeben haben.

Lage und Baulichkeiten

Die Burg wurde an einer strategisch wichtigen Stelle errichtet. Zu ihr gehörten auch Befestigungsanlagen auf der gegenüber liegenden Insel Wörth. Bei Bedarf ließ sich die Donau für die Schifffahrt sperren, indem zwischen beiden Anlagen Ketten gespannt wurden. Stromabwärts gab es weitere, ähnlich geartete Anlagen.

Die ehemalige Vorburg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim Bau der Donauuferbahn abgetragen. Teile der Ringmauer und der Turm sind erhalten geblieben. Die turmartige Ecke der Hauptburg besteht aus Schichtenmauerwerk, die anderen aus Bruchsteinmauerwerk. Die West- und Südseite wurden vermutlich in der Spätgotik angebaut. Der Bergfried wurde 1907 restauriert. Die alte Eingangstür liegt sieben Meter über dem Hofgelände. Vor dem heutigen Eingang stand einst ein größerer Anbau. Das heutige Flächenausmaß der Burg beträgt 716 m².

Geschichte

Die Burg wurde 1234 erstmals urkundlich erwähnt. von 1272 bis 1293 wird ein Herwicus von Werfenstein, als Anhänger des Deutschen Ritterordens, hier genannt. 1294 belagerte Herzog Albrecht II. die Burg. Drei Wochen lang wurden Werfenstein sowie die Burgen Freyenstein und Pain belagert. Diese ließen die Burg durch Burggrafen verwalten. König Rudolf überließ Werfenstein dem Konrad von Sumerau. 1314 verpfändete Herzog Friedrich die Burgen Werfenstein, Hausstein und Pain dem Albert von Volkenstorf. Zwischen 1319 und 1320 war Heinrich Payr Burggraf. Die Rückgabe der Herrschaften erfolgte 1334. 1416 folgte als Besitzer Herzog Albrecht, der 1422 von Erhard Volkra abgelöst wurde. 1461 fiel Werfenstein an den Herzog Siegmund von Tirol. Unter Kaiser Friedrich III. wurde Werfenstein 1488 an die Gebrüder Sigmund und Heinrich Prueschenk (die späteren Grafen Hardegg) verkauft.

Burg Werfenstein (heute in Privatbesitz)

Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben, nachdem die Prueschenks in die neu errichtete Greinburg übergesiedelt waren. Bereits 1531 war Werfenstein ohne Dach. 1645 brannte die bereits verfallene Burg aus. 1780 wurde der Palas wegen Einsturzgefahr und der Gefährdung einer nahen Straße abgerissen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Werfenstein zur Herrschaft Grein und war im Besitz der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha. Als Königin Viktoria von England Besitzerin der Herrschaft Greinburg war, residierte in Werfenstein der englische Hofkurier Julius Joseph Kanné. Werfenstein war also keine vollständige Ruine, sondern wurde immer wieder für Wohnzwecke genutzt.

1907 erwarb Jörg Lanz von Liebenfels von den Nachfolgern Kannés die Ruine und baute sie zur „Ordensburg“ seines völkisch-esoterischen Neutempler-Ordens aus. 1963 wurde die Burg neuerlich verkauft und von einem Linzer Arzt zum privaten Alterswohnsitz ausgebaut. Nach seinem Tod Ende der 1990er Jahre wechselte die Liegenschaft neuerlich den Besitzer.

Tourismus

Die Burg ist von der Donau und vom Donauradweg gut sichtbar, seit 2010 führt der Donausteig mit der Donaurunde Burg Werfenstein daran vorbei.

Siehe auch

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  • Walther Paape: Drum haben wir ein Tempelhaus gegründet. Der Neutemplerorden (Ordo Novi Templi, ONT) des Lanz von Liebenfels und sein Erzpriorat Staufen in Dietfurt bei Sigmaringen. Gmeiner-Verlag, Meßkirch, 1. Auflage, November 2007, ISBN 3-89977-205-9
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