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vom 01.05.2017, aktuelle Version,

CASA CN-235

Airbus CN-235

Spanische CN-235M-100, RAF Fairford
Typ:
Entwurfsland:
Hersteller:
Erstflug: 11. November 1983
Indienststellung: 1. März 1988
Produktionszeit: Seit 1986 in Serienproduktion
Stückzahl: 275 (Stand: November 2013)

Die Airbus CN-235 ist ein taktisches Turboprop-Flugzeug aus einem Gemeinschaftsprojekt der ehemaligen spanischen CASA, aufgegangen in der heutigen Airbus Defence and Space, und der indonesischen IPTN. Das Konsortium erhielt den Namen Airtech (Aircraft Technology Industries, später erloschen).

Beschreibung

CN-235 (Basisflugzeug)
CN-235 MP Persuader (Seeaufklärer)

Die Entwicklung fand bei CASA statt. Die CN-235 MP wurde in Spanien bei CASA gefertigt und die CN-235 MPA bei IPTN in Indonesien.

Bei dieser Baureihe handelte es sich um ein sogenanntes Maritime Patrol Aircraft, das je nach Anforderung mit verschiedenen Kontroll- und Überwachungseinrichtungen ausgerüstet wurde. Der Erstflug erfolgte 1983; die ersten Maschinen wurden 1988 in Dienst gestellt.

CASA CN-235-300 der spanischen Seenotrettung

Die von Casa gebauten CN-235 MP sind in Irland, der Türkei und Spanien (beim spanischen Militär auch als C-235 verzeichnet) im Einsatz und mit dem FLIR-System FLIR-2000HP (Infrarotsichtsystem) ausgerüstet. Die FLIR-Sender/-Empfängerteile sind unter der Flugzeugnase gut zu erkennen. Des Weiteren verfügen diese Maschinen über ein Northrop-Grumman-Litton-Display, verbunden mit einem AN/ALR-86(V)-Elektronik-Supportmesssystem und einem APS-504(V)5-Radar.

Im Vertrag mit der türkischen Regierung wurde vereinbart, dass die CASA CN-235 MP bei Turkish Aerospace Industries (TAI) in Ankara hergestellt wird. TAI fertigte in den Jahren 1991 bis 1998 insgesamt 50 Maschinen unter Lizenz von Casa.

Die in Indonesien gefertigte CN-235 MPA wird in Brunei, den Arabischen Emiraten und Indonesien eingesetzt. Die indonesische Marine hat sechs und die indonesische Luftwaffe drei Maschinen im Einsatz. Diese Maschinen sind mit AMASCOS (Airborne Maritime Situation Control System) einschließlich des von EADS Deutschland gefertigten Ocean-Master-Suchradars ausgerüstet.

Von beiden Flugzeugtypen wurden zahlreiche Zivilversionen hergestellt. Mehr als 280 Maschinen aller Versionen der CN-235 sind im Einsatz und haben ohne Zwischenfälle rund 500.000 Flugstunden absolviert.

2002 entstand in Zusammenarbeit mit der Lockheed Martin/Northrop Grumman-Gruppe (USA) die Version der CN-235-300M, die bei CASA hergestellt und mit einem von Rockwell Collins gelieferten elektronischen Flugmanagementsystem mit Flüssigkristall-Multifunktionsdisplay bestückt wird. Die US-amerikanische Küstenwache, die die Flugzeuge als HC-144A Ocean Sentry bezeichnet, plant die Beschaffung von 36 Maschinen. Bisher sind 14 Exemplare im Einsatz, deren erstes im Dezember 2006 ausgeliefert wurde. 2013 wurde eine weitere Maschine bestellt, die 2015 geliefert werden soll.[1]

Aufgrund der Verzögerungen beim Airbus A400M bestellte Frankreich zunächst 19 CN-235-200-Maschinen und erhöhte die Bestellung im April 2010 um weitere acht CN-235-300.[2]

Seit der Integration der Militärflugzeugsparte der CASA in Airbus Military gehört auch die C-235 zur Produktpalette von Airbus.[3]

Nutzung

CASA CN-235-10 der indonesischen Merpati Nusantara Airlines, 1998

Zivile Nutzer

Nur relativ wenige CN-235 wurden von Fluggesellschaften eingesetzt.[4][5] Hierzu zählen:

Militärische Nutzer

inklusive weiterer öffentlicher Nutzer

Irische CASA CN-235M
HC-144A der U.S. Coast Guard in Guantanamo Bay
Botswana   Botswana
Botswana Defence Force: 4 (zunächst 2, später durch 2 neue ersetzt)
Bophuthatswana   Bophuthatswana
Bophuthatswana Air Force: 1 (1994 an Südafrika)
Brunei   Brunei
Royal Brunei Air Force: 1 CN235MPA (3 bestellt)
Burkina Faso   Burkina Faso
Luftstreitkräfte: 1 CN235-220M
Chile   Chile
Ejército de Chile: 4 CN235-100 (1 Verlust)
Ecuador   Ecuador
Fuerza Aérea Ecuatoriana (mittlerweile außer Dienst)
Ejército del Ecuador: 2, CN235
Armada del Ecuador: 2, 1 CN235-100MPA (ursprünglich in Transportversion), 1 CN235-300MPA
Frankreich   Frankreich
Armée de l’air 27, 20 CN235-100/-200 (18 umgebaut zur -200, 1 Verlust), 8 CN235-300 (letztere bestellt 2010)
Gabun   Gabun
Luftstreitkräfte: 1
Indonesien   Indonesien
Luftstreitkräfte: 19, 16 CN235-110M-120M (1 Verlust), 3 CN235PA
Marine: 3 CN235MPA
Irland   Irland
Irish Air Corps: 2 CN235MP
Jemen   Jemen
Luftwaffe: 1
Jordanien   Jordanien
Royal Jordanian Air Force: 2 AC235 Gunshipumbauten, von der Türkei geleast
Kamerun   Kamerun
Armée de l'Air du Cameroun: 1 [6]
Kolumbien   Kolumbien
Fuerza Aérea Colombiana: 3 CN235-200 (1 Exemplar 2015 abgestürzt)
Armada Nacional de la República de Colombia: 3, 2 CN235-200, 1 CN235-300 (T/MPA)
Malaysia   Malaysia
Royal Malaysian Air Force: 8 CN235-220 (1 Exemplar 2016 bruchgelandet [7])
Mexiko   Mexiko
Marine: 6 CN235-300MPA [8] [9]
Policía Federal: 2 CN235
Marokko   Marokko
Luftstreitkräfte: 6
Nigeria   Nigeria
Nigerian Air Force: 20 (bestellt)
Oman   Oman
Royal Oman Police: 2
Osterreich   Österreich
Österreichische Luftstreitkräfte 1 (von 2000 bis 2002 geleast) [10]
Pakistan   Pakistan
Pakistan Air Force: 4 CN235-220 [11]
Panama   Panama
Panamanian Public Forces: 4 (alle 1994 außer Dienst)
Papua-Neuguinea   Papua-Neuguinea
Papua New Guinea Defence Force: 2 CN235M
Philippinen   Philippinen
Philippines Air Force (PAF): 2 CN235MPA
Saudi-Arabien   Saudi-Arabien
Royal Saudi Air Force: 4
Senegal   Senegal
Armée de l'Air Sénégalaise: 2
Spanien   Spanien
Ejército del Aire: 20, 14 CN235 (Transport), 6 CN235MPA
Sociedad de Salvamento y Seguridad Marítima: 3 CN235MPA
Guardia Civil: 2 CN235MPA
Sudafrika   Südafrika
South African Air Force: 1 (von Bophuthatswana, 2012 außer Dienst)
Korea Sud   Südkorea
Luftwaffe: 20
Küstenwache: 4
Thailand   Thailand
Royal Thai Air Force: 6 (bestellt)
Landwirtschaftsministerium: 2 CN235-220M
Royal Thai Police: 1 CN235
Turkei   Türkei
Luftwaffe: 50 CN235-100M
Marine: 6 CN235 ASW/ASuW MPA
Küstenwache: 3 CN235 MPA
Vereinigte Arabische Emirate   Vereinigte Arabische Emirate
Marine: 4
Vereinigte Staaten   Vereinigte Staaten
United States Coast Guard: Ursprünglich 36 HC-144A Ocean Sentry bestellt,
auf 18 gekürzt nachdem die USCG von der USAF 14 dort ausgemusterte C-27J erhalten soll.
(Zulauf der HC-144 mit niedriger Rate seit 2006, bis Mai 2014 17 geliefert) [12]

Technische Daten

CASA CN-235
Kenngröße Daten der CN-235-300
Länge: 21,35 m
Spannweite: 25,81 m
Höhe: 8,18 m
Flügelfläche: 59,1 m²
Kabinenlänge: 9,65 m
Kabinenbreite 2,70 m
Kabinenhöhe 1,90 m
Kabinenvolumen 48,54 m³
Antrieb: zwei General Electric CT7-9C3 mit je 1.305 kW (1.394 kW mit Automatik-Power-Reserve)
Propeller: Vierblatt-Propeller Hamilton Sundstrand 14RF-21
max. Reisegeschwindigkeit: 460 km/h in 4.575 m
Dienstgipfelhöhe: 7.620 m
Reichweite:
  • 3.658 km (bei 2.400 kg Zuladung)
  • 1.773 km (bei max. Nutzlast und 45 min Reserve)
Startrollstrecke: 405 m
Landerollstrecke: 380 m
Kraftstoffvorrat: 5.265 l
Leergewicht: 9.800 kg
max. Startmasse: 16.500 kg
Besatzung: zwei Piloten
Zivilversion: (Option) 40 Passagiere oder 4.300 kg Fracht oder 18 Passagiere plus zwei LD-3-Frachtcontainer

Bewaffnung MPA

Kampfmittel bis zu ca. 3.000 kg an sechs Außenlaststationen
Seezielflugkörper
Torpedos

Zwischenfälle

Bis März 2017 kam es zu 13 Totalverlusten von CASA-235. Bei 10 Unfällen kamen 114 Menschen ums Leben.[13] Auszüge:

  • Am 29. August 2001 kam es an Bord einer CN-235-200 der Binter Mediterraneo (Luftfahrzeugkennzeichen EC-FBC) auf einem Flug von Melilla im Anflug auf den Flughafen Malaga zu einer Feuerwarnung für das linke Triebwerk. Daraufhin wurden allerdings gleich beide Triebwerke abgestellt, woraufhin die Maschine in der Anflugbefeuerung aufsetzte und gegen die Böschung einer kreuzenden Straße prallte. Ein Teil der Passagiere war zehn Minuten lang im hinteren Kabinenteil eingeschlossen, bis die dortige Tür geöffnet werden konnte. Von den 44 Insassen wurden 4 getötet.[14]
  • Am 26. Februar 2016 kam es zur Notlandung einer CN-235-220M auf dem Flughafen Kuala Lumpur-Sultan Abdul Aziz Shah gestarteten CN235-220M der malaysischen Luftstreitkräfte (Kennzeichen M44-07) in flachem Sumpfgewässer vor der Küste des Distrikts Kuala Selangor. Die Maschine fing Feuer. Alle acht Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall, allerdings ertrank ein Fischer beim Versuch, ihnen zu helfen.[21][22]
  Commons: CASA CN-235  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. News by numbers. In: AIR International, März 2013, S. 16
  2. FliegerWeb.com: Frankreich kauft bei Airbus Military ein, 13. April 2010
  3. Integration von MTAD bei Airbus umgesetzt. Flug Revue, 15. April 2009, abgerufen am 19. April 2011.
  4. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport 1988–2007.
  5. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Sutton, UK, 2008–2013.
  6. abgerufen 23. Juli 2013
  7. Malaysian Air Force CN-235 crash lands near Kuala Selangor, Janes, 25. Februar 2016
  8. Defence Security Report. Janes.com. 3. Dezember 2008. Abgerufen am 2. Oktober 2011.
  9. http://www.semar.gob.mx/transparencia/informes_labores/2_inf_labores.pdf
  10. Doppeladler.com
  11. John Pike: Pakistan Air Force Equipment. Globalsecurity.org. Abgerufen am 2. Oktober 2011.
  12. Penultimate Ocean Sentry delivered. In: AIR International Mai 2014, S. 19
  13. Unfallstatistik CASA CN.235, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2017.
  14. Unfallbericht CASA CN-235 EC-FBC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2017.
  15. Sept morts dans le crash, la Depeche, 18. Dezember 2003
  16. Unfallbericht CASA CN-235 F-RAIA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2017.
  17. Indonesia: three die when CN-235 crashes and breaks apart, casacrash.blogspot.fr, 21. Juli 2005
  18. Unfallbericht CASA CN-235 IndonAF A-2301, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2017.
  19. CN235 accident in Colombia Airbus Defence and Space, 1. August 2015
  20. Unfallbericht CASA CN-235 FAC-1261, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2017.
  21. Flight International, 14. März 2017 (englisch), S. 32.
  22. Unfallbericht CASA CN-235 RMAF M44-07, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2017.