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vom 11.03.2016, aktuelle Version,

Café Wunderer

Das Café Wunderer
Café Wunderer, Innenraum, Empore

Das Café Wunderer war ein unter Denkmalschutz stehendes Wiener Kaffeehaus bei der Kennedybrücke im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing (Adresse Hadikgasse 62).

Geschichte

Vorläufer des heutigen Lokals war das Café Schönbrunn, welches 1912 abgerissen wurde. 1913 ließ Anton Wunderer an der gleichen Stelle sein neues Haus errichten. Die Gestaltung des Cafés übertrug er dem Architekten Josef Hoffmann. In diesem Café wurde im November 1938 eine katholisch-konservative Widerstandsbewegung gegen das NS-Regime, die Großösterreichische Freiheitsbewegung gegründet.

Anton Wunderer starb 1954 und das Café Wunderer wurde von der Familie Gstrein & Musil übernommen, das Interieur des Lokals war noch weitgehend original erhalten. 1974 begannen die Herren Weinmann und Wurst als Ober im Café zu arbeiten und übernahmen es 1986.

Die BSK Union, Wiens ältester Billardklub (Carambolage), hatte hier seinen Sitz von 1971 bis 1995.[1] Das Kaffeehaus wurde im Zuge des neuen Rauchergesetzes zum Nichtraucherbetrieb erklärt.

Der letzte Geschäftsführer Gerhard Weinmann ging im Sommer 2013 in Pension, das Kaffeehaus wurde geschlossen. Die Fastfoodkette McDonald’s eröffnete Ende Dezember 2013 in den Räumlichkeiten eine Filiale. Das Jugendstilambiente ist nur noch rudimentär vorhanden.[2][3]

Literatur

  • Peter Schubert: Schauplatz Österreich. Topographisches Lexikon zur Zeitgeschichte in drei Bänden. Band 1: Wien. Hollinek, Wien 1976, ISBN 3-85119-147-1, S. 77.

Einzelnachweise

  1. BSK Union: Unsere Wurzeln., abgerufen am 25. Juli 2015
  2. Fastfood statt Kaffeehaus, in: Wiener Zeitung, 18. Juli 2013. Abgerufen am 4. Dezember 2013.
  3. Pressemitteilung: McDonald's Restaurant eröffnet an der Wiener Kennedybrücke vom 20. Dezember 2013, abgerufen am 25. Juli 2015
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