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vom 09.05.2017, aktuelle Version,

Capistrankanzel

Capistrankanzel mit barockem Aufsatz

Die Capistrankanzel ist eine kleine gotische Kanzel, die sich seit 1752 außen an der Ecke des Nordchors des Wiener Stephansdoms befindet. Sie ist eine Nachbildung jener hölzernen Kanzel, von der der Prediger und Mönch Johannes Capistranus 1451 sprach.

Die Bühne ist vierseitig mit abgestumpften Ecken nach vorne, wodurch die Brüstung dahin dreiseitig wird. Rückwärts ist die Bühne offen. Die Brüstungswände sind mit spitzbogigem Blendmaßwerk geziert.

Bei der Restaurierung 1737 ging die steinerne Stiege, die auf die Kanzel führte, verloren. Johann Joseph Resler gestaltete die figurale Gruppe über einer kleinen gotischen Kanzel mit einer Figur, die Johannes Capistranus darstellt, im Jahre 1738. Die Entwurfszeichnung für den barocken Aufsatz stammte von Franz von Roettiers und war Reslers erste urkundlich belegte selbständige Arbeit.

Der dargestellte Türke erinnert daran, dass Capistranus nach dem Fall Konstantinopels (1453) zu einem Kreuzzug gegen die Türken aufrief und 1456 bei diesem Kreuzzug eine wichtige Rolle bei der Verteidigung Belgrads gegen die Türken spielte.

Literatur

  • Felix Czeike: Wien. Kunst, Kultur und Geschichte der Donaumetropole. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4348-5, S. 94 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Die sogenannte Capistran-Kanzel bei St. Stephan in Wien. In: Mitteilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Band 15, Wien 1870, S. XCII f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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