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vom 25.11.2015, aktuelle Version,

Christian Lackner (Historiker)

Christian Lackner (* 12. März 1960 in Spittal an der Drau) ist ein österreichischer Historiker und Diplomatiker.

Christian Lackner studierte Geschichte und Französisch an der Universität Innsbruck und schloss sein Lehramtsstudium 1983 ab. In Innsbruck wurde er 1985 promoviert. Von 1983 bis 1986 absolvierte er den 57. Ausbildungskurs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, an dem er ab 1987 wissenschaftlicher Beamter wurde. Zum Wintersemester 1989/90 wurde er Lektor am Institut für Geschichte der Universität Wien. Seine Habilitation erfolgte 2001 an der Universität Wien. Seit September 2010 lehrt Lackner als Professor für Historische Hilfswissenschaften mit dem Schwerpunkt Mittelalter an der Universität Wien. Seine Antrittsvorlesung befasste sich mit einem Thema zum Universitätsurkundenwesen. Lackner ist Inhaber eines der ganz wenigen Lehrstühle für Historische Hilfswissenschaften im deutschsprachigen Raum.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind Diplomatik, Österreichische Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters, Briefforschung, Mittelalterliche Bildungsgeschichte und Bibliotheksgeschichte. Lackner veröffentlichte 1996 eine kritische Edition über das zweitälteste erhaltene Rechnungsbuch Herzog Albrechts III. aus den Jahren 1392 bis 1394. Damit wurde erstmals ein Rechnungsbuch der habsburgischen Herzöge kritisch ediert. In seiner Habilitation analysierte Lackner Rat, Hofämter, Kanzlei und Regierungspraxis der österreichischen Herzöge vom Tod Herzog Rudolfs IV. (1365) bis zum Tod von dessen Neffen Wilhelm (1406). Es ist die erste zusammenhängende Strukturanalyse des spätmittelalterlichen habsburgischen Herzogshofes. Angesichts der unzureichenden Quellenerschließung konnte Lackner durch eigene Nachforschungen 2250 Originalurkunden für den Zeitraum von 1365 und 1406 in 70 Archiven ermitteln.[1] Mit seiner Arbeit leistete Lackner einen wichtigen Beitrag zur Diplomatik und Verfassungsgeschichte des spätmittelalterlichen Reiches.[2] Seit 2005 bearbeitet Lackner die Regesten der Herzöge von Österreich aus dem Hause Habsburg für den Zeitraum 1365–1395. Lackner hielt seine Antrittsvorlesung über das Privileg Herzog Albrechts III. für die Universität Wien vom Jahre 1384. Nach seiner Interpretation der äußeren (Besiegelung, Schreiber, Layout) und inneren (Diktatvergleich) Merkmale kam das Privileg fast ausschließlich auf Betreiben der Universität und weniger durch Bemühungen des herzoglichen Hofes zustande. Nach Lackner hat einer der Gründerväter der Universität, der Theologe Heinrich von Langenstein, den Text redigiert. Diese Meinung hatte Lackner bereits 1997 vertreten.[3]

Schriften

  • Möglichkeiten und Perspektiven diplomatischer Forschung. Zum Privileg Herzog Albrechts III. für die Universität Wien vom Jahr 1384 (= Stabwechsel. Antrittsvorlesungen aus der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Bd. 4). Böhlau, Wien u.a. 2013, ISBN 3-205-78909-1.
  • Hof und Herrschaft. Rat, Kanzlei und Regierung der österreichischen Herzoge (1365–1406) (= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Bd. 41). Oldenbourg, Wien u.a. 2002, ISBN 3-7029-0456-5 (Zugleich: Wien, Universität, Habilitations-Schrift, 2001).

Anmerkungen

  1. Christian Lackner: Hof und Herrschaft. Rat, Kanzlei und Regierung der österreichischen Herzoge (1365–1406). Wien u.a. 2002, S. 14.
  2. Franz Fuchs in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 61 (2005), S. 648–649. (Digitalisat)
  3. Christian Lackner: Diplomatische Bemerkungen zum Privileg Herzog Albrechts II. für die Universität Wien vom Jahre 1384. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Bd. 105 (1997), S. 114-129.