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vom 19.06.2020, aktuelle Version,

Clemens Arvay

Clemens G. Arvay (2017)

Clemens G. Arvay (* 22. Juli 1980 in Graz) ist ein österreichischer Biologe und Buchautor mit dem Fachschwerpunkt der Gesundheitsökologie.[1]

Leben

Arvay wurde 1980 in Graz geboren. In einem Interview bezeichnete er als prägend für seine Kindheit und Jugend, dass ihn seine Eltern „fast jedes Wochenende in die Berge mitnahmen“.[2] Nach der Matura studierte Arvay bis 2005 zunächst Landschaftsökologie an der Universität Graz. 2007 beendete er auch sein zweites Studium der Angewandten Pflanzenwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien. Anschließend arbeitete Arvay unter anderem als Qualitätsmanager für die Biomarke „Zurück zum Ursprung“ der Supermarktkette Hofer.[3] Danach wechselte er im Jahr 2011 kurzzeitig als Mitarbeiter zur österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000[4] und ist seit 2012 ausschließlich als freischaffender Sach- und Fachbuchautor tätig[5]. Arvay ist Mitglied im Expertenrat des österreichischen Forums Wissenschaft & Umwelt.[6]

Schaffen

2011 veröffentlichte Arvay sein erstes Sachbuch über in Vergessenheit geratene Gemüsesorten.[7] Einer breiten Öffentlichkeit wurde der Autor durch sein zweites Buch unter dem Titel „Der große Bio-Schmäh“ bekannt:[8] In dem 2012 erschienenen Werk lieferte Arvay einen „Blick hinter die Kulissen der heilen Bio-Welt“,[9] der „unaufgeregt und deshalb auch glaubwürdig“ sei.[10] Das Buch schaffte es in wenigen Wochen auf die Bestsellerliste für Sachbücher des Hauptverbands des österreichischen Buchhandels.[11] 2013 sprach sich Arvay in einem weiteren Buch dafür aus, den „Machthunger der Lebensmittelkonzerne“ zugunsten regionaler, kleinstrukturierter Landwirtschaft einzudämmen.[12] 2014 gab Arvay mit Roland Düringer ein Buch heraus, in dem beide die „großen philosophischen Fragen des Lebens“ diskutieren.[13] Düringer verzichtete als Experiment auf moderne Errungenschaften und führte ein Leben wie vor 40 Jahren.[14] Im weiteren Verlauf seiner Autorentätigkeit beschäftigte sich Arvay wieder mit den Auswirkungen industrieller Landwirtschaft, in seinem 2014 publizierten Buch vor allem mit der künstlichen Normierung von Lebensmitteln durch Politik und Wirtschaft sowie der Arbeitsweise großer Saatgutkonzerne.[8]

In „Der Biophilia-Effekt“ (2015) und „Das Biophilia-Training“ (2016) analysierte der Autor die heilende Wirkung des Waldes.[15] Darin proklamierte Arvay das „beste Fitnessstudio der Welt“,[16] die Bücher wurden Bestseller.[17][18] Unter dem Titel „Der Heilungscode der Natur“ widmete sich der Autor erneut diesem Thema.[19] Konkret setzte er sich mit den positiven Auswirkungen von Pflanzen und Tieren auf das menschliche Immunsystem auseinander.[20] Unter anderem lobte die Bunte das Buch als „tolle Einführung in die Mensch-Natur-Medizin“.[21] Ein weiteres Werk ist „Biophilia in der Stadt“, das sich mit den Auswirkungen urbaner Naturflächen auf die Gesundheit von Stadtbewohnern auseinandersetzt.[22] Das Vorwort zu diesem Buch hat der Hirnforscher Gerald Hüther verfasst.[23]

Das darauffolgende Buch des Autors trägt den Titel „Mit den Bäumen wachsen wir in den Himmel: Autistische Kinder mit der Heilkraft des Waldes fördern“ (2019). Arvay ist selbst Vater eines autistischen Kindes.[24]

Werke

Bücher
Sonstige
  • Updating the biophilia hypothesis in the context of forest medicine. In: Qing Li (Hrsg.): International Handbook of Forest Therapy. Cambridge University Press, 2019, ISBN 978-1-5275-3955-6 (englisch).
  • Eco-Psychosomatics – the link between natural habitats and human health. In: Qing Li (Hrsg.): International Handbook of Forest Therapy. Cambridge University Press, 2019, ISBN 978-1-5275-3955-6 (englisch).
Commons: Clemens Arvay  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Clemens G. Arvay: Vita. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 13. November 2016; abgerufen am 4. April 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/arvay.info
  2. Augenblicke: Das ganz private Interview mit Clemens G. Arvay. In: PranaHaus. Abgerufen am 4. April 2017.
  3. „Bio kann nicht billig sein“. In: Die Presse. 5. Februar 2012, S. 35.
  4. Austrian Presse Agentur: Global 2000-Mitarbeiter präsentiert: „Fruchtgemüse“. 6. Oktober 2011.
  5. Clemens G. Arvay: Der Biophilia-Effekt. Heilung aus dem Wald. Ullstein, 2016, ISBN 978-3-548-37659-2, S. 139.
  6. Experten und ihre Themen | forum wissenschaft & umwelt. Abgerufen am 19. Juni 2020 (deutsch).
  7. Oberösterreichische Nachrichten. 20. April 2011, S. 3.
  8. 1 2 Agrarbiologe warnt vor normiertem Essen. In: Der Standard. 16. April 2014, abgerufen am 19. Juni 2018.
  9. Blick hinter die Kulissen der heilen Bio-Welt. In: Kleine Zeitung. 26. Februar 2012, S. 19.
  10. Grüngewaschen. Ein neues Buch blickt hinter die Kulissen der Bio-Idylle. In: Profil. 30. Januar 2012, S. 73.
  11. Karin Schuh: Der Hype um die Aufdeckerbücher. In: Die Presse. 5. Februar 2012, S. 35.
  12. „Nur die regionale, kleinstrukturierte Landwirtschaft ist krisensicher“. In: Vorarlberger Nachrichten. 11. März 2013.
  13. Daniela Herger: „Leb wohl, Schlaraffenland“. Roland Düringers Verzicht-Experiment. In: Vienna Online. 11. Februar 2014, abgerufen am 4. April 2017.
  14. Düringer mit neuem Buch über Verzicht-Experiment. In: Heute. 10. November 2013, abgerufen am 4. April 2017.
  15. Waldspaziergang schlägt Wellness. In: Kronen Zeitung. 12. April 2015, S. 44.
  16. Julia Pflig: Das beste Fitnessstudio der Welt. In: Kurier. 24. April 2016, S. 34.
  17. Roland R. Ropers: Heilung aus dem Wald. „Der Biophilia Effekt“ stürmt die Charts. 1. November 2015, abgerufen am 4. April 2017.
  18. Top 10 Sachbuch aus der Amazon Bestseller-Liste. In: Berliner Morgenpost. 23. Juni 2015, S. 18.
  19. Claudia Richter: Hilfe aus dem Wald: Bäume als Medizin. 4. September 2016, S. 34.
  20. Clemens Arvay, Biologe. In: SWR1 Baden-Württemberg. 12. August 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  21. Kati Sprung: Die Heilkraft des Waldes. In: Bunte. 25. August 2016, S. 76.
  22. Sonja Saurugger: „Knallharte Betonflächen lösen chronischen Stress aus“. Kleine Zeitung, 17. Juli 2018, abgerufen am 10. Juni 2020.
  23. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 8. Juni 2018.
  24. Clemens G. Arvay. SWR, abgerufen am 6. August 2019.