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vom 08.09.2017, aktuelle Version,

Clemens Gadenstätter

Clemens Gadenstätter (* 26. Juli 1966 in Zell am See) ist ein österreichischer Komponist und Professor für Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.

Clemens Gadenstätter 2017.

Leben

Gadenstätter studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition bei Erich Urbanner und Konzertfach Flöte bei Wolfgang Schulz. Danach absolvierte er postgradual Kompositionsstudien an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Helmut Lachenmann. Seit 1995 ist Gadenstätter Lehrbeauftragter an den Musikuniversitäten in Wien und Graz. In Graz ist er seit 2003 Professor für Komposition, Musiktheorie und -analyse.

Im Sommersemester 2013 war er Gastprofessor für Komposition an der Musikhochschule Dresden. Außerdem war er 2014 Dozent bei den Darmstätter Ferienkursen für Neue Musik, 2013 und 2015 bei Impuls Academy Graz und 2015 Dozent bei der Masterclass for Composition in Kiew. Von 1995 bis 2000 war er Herausgeber der Musikzeitschrift ton der IGNM-Sektion Österreich.

Kompositionsaufträge

Gadenstätter erhielt Kompositionsaufträge unter anderem von der Musik-Biennale Berlin, den Salzburger Festspielen, den Wittener Tagen für neue Kammermusik / WDR, dem Südwestrundfunk (Donaueschinger Musiktage 2001, 2005, 2012), dem Festival ULTIMA – Oslo, dem ORF, dem Konzerthaus Berlin, der Wiener Konzerthausgesellschaft, von Musik der Jahrhunderte – Stuttgart, Wien Modern, der Musikbiennale Salzburg, dem Steirischen Herbst, dem Klangforum Wien, dem Ensemble recherche, den Neuen Vokalsolisten Stuttgart, dem Ensemble Modern, dem Ensemble Contrechamps Genf und Ensembles wie dem Ensemble Recherche, dem oenm – Salzburg, demTrio Accanto, dem Ensemble L’Instant Donné (Paris), dem Ensemble ASAMISIMASA (Oslo), Ensemble Ascolta (Stuttgart), dem Ensemble Nikel.

Schwerpunkt von Gadenstätters Werk ist die Arbeit am Banalen, sowie die an der musikalischen Ikonographie. Seit 2010 steht die Idee der Bearbeitung des "Verstehens im Hören" im Fokus seiner Arbeit. Seine Musik arbeitet an den Bedingungen der Möglichkeit für andere Wahrnehmungs- und Erlebnisformen. Musik ist für ihn ein anthropologisches Projekt – zugleich Studie der menschlichen Perzeption und Erforschung von deren Erweiterungs- und Veränderungsmöglichkeiten. Musik wird auf diese Weise politisch im Sinne einer Politik der Wahrnehmungs- und Verstehensformen. Seit 1992 diverse Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Joseph Santarromana (Videoinstallation), Rose Breuss, Toni Kay (Medien-, Konzept- und Videokünstler), Lisa Spalt (Autorin und Filmemacherin: "ballade 1", "tag day. ein schreibspiel", "Wir müssen einzelne irgendwann bitten, alle jetzt aufzupassen" / Hörstück ORF 2001, „powered by emphasis“ für Soli, Chöre und Orchester, Madrigale für sechs Stimmen, ES – Minimaloper für Stimme, Ensemble und Film).

Auszeichnungen

  • 2006 Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD
  • 2003 Erste-Bank-Kompositionspreis
  • 1997 Publicitypreis des SKE-Fonds der AKM/Austro Mechana
  • 1997 Förderpreis der Stadt Wien für Komposition
  • 1992 Forum junger Komponisten – WDR Köln

Diskographie

  • Porträt-CD "Clemens Gadenstätter" (ORF, Edition Zeitton 221)
  • Porträt-CD "Clemens Gadenstätter" (DURIAN 015-2)
  • Clemens Gadenstätter: "Polyskopie" (Col Legno; CD der Donaueschinger Musiktage 2001)
  • "Clemens Gadenstätter: COMIC SENSE" (Kairos Music Productions)
  • "Clemens Gadenstätter: SONGBOOK" (Col Legno Contemporary)
  • Porträt-CD "Clemens Gadenstätter" (Col Legno 2012)
  • Portrait CD "Clemens Gadenstätter – ICONOSONICS / SEMANTICAL INVESTIGATIONS"(KAIROS RECORDS 2016)
  • Clemens Gadenstätter/Lisa Spalt: Tal para qual – Szene nach Francisco Goya auf: Capriccios Goyescos 1/2 (Jürgen Ruck, Darbinghaus und Grimm)
  • Clemens Gadenstätter: Musik für Soloflöte (Beatrix Wagner, Flöte. "Spiegelungen"; Edition Zeitklang 2011; Orchesterwerke (Col Legno Contemporary 2012))
  • Clemens Gadenstätter/Lisa Spalt: WEH – Madrigal 2 Col Legno Contemporary.
  • Clemens Gadenstätter/Lisa Spalt tal para qal; auf: reciprocity – Nico Couk, guitars champdaction
  • bersten/platzen; ORF CD 3179 (Edition Zeitton; Florian Kitt (Vlc) & Aima Maria Labra-Makk (Piano))

Orchesterwerke

  • Musik für Orchesterensembles (1990/1993-94)
  • auf takt (1997-99)
  • Polyskopie (2000/2001)
  • Powered by Emphasis (2005)
  • Fluchten / Agorasonie 1 (2009)

Ensemble- und Kammermusik

  • Comic Sense, Staffel I/II/III, Konzert für Klavier- und Keyboardsolo und Ensemble (2003)
  • Semantical Investigations I, für Violine und Ensemble (2008)
  • Semantical Investigations II für 11 Instrumente (2008)
  • Bildstudie: mit Ruttmann op.3, für Ensemble und Licht(-bilder)(2011)
  • Figure – Iconosonics I, für Klarinette, Streichtrio und Klavier (2009)
  • bodies, Iconosonics II, für E-Gitarre und Akkordeon (2009/2010)
  • Pictures of an exhibition – ICONOSONICS III, für 9 Instrumente (ca. 28 min.)
  • ES, für Sprechstimme, Stimme, Ensemble, Elektronik und Film (2011)
  • Sad Songs, Quartett für Saxofon, E – Gitarre, Schlagzeug und Klavier (2012)
  • häuten, Streichquartett Nr. 1 (2012)
  • schlitzen, Streichquartett Nr. 2 (2013/14)
  • reissen, Streichquartett Nr. 3 (2013 – 15)
  • bersten, platzen, Paramyth 4, für Cello und Klavier (2012)
  • les derniers cris – E.P.O.S. 1 für Ensemble und Licht (2013)
  • les cris des lumières – E.P.O.S. 2 für Ensemble (2014/15)
  • les premiers cris – E.P.O.S. 3 – für Ensemble (2015/16)

Die Werke von Clemens Gadenstätter sind verlegt bei Ariadne Verlag, Wien und Edizioni Musicali Rai Trade, Roma/Milano.

Literatur

  • Alexander von Nell: Komponieren ist Arbeit an den Bedingungen meines Hörens – Clemens Gadenstätter. – Kosmos 51 (Publikation des Österreichischen Kulturforum Berlin)
  • Bernhard Günther: Die Geschichte liegt in den Klängen. – Programmheft zum Festival „rainy days“ 2011, Philharmonie Luxembourg, 2011.
  • Michael Rebhahn: Clemens Gadenstätter – Portrait. Neue Musikzeitung. – Mainz, Herbst 2008.
  • Reinhard Kager: Rettung der toten Dinge. Booklet zur CD „SONNGBOOK“. Col Legno contemporary, Salzburg 2008.
  • Jörn Peter Hiekel: COMIC SENSE – eine Analyse. – In: Musiktexte 108, Köln 2005.
  • Jörn Peter Hiekel: "Clemens Gadenstätter: Comic Sense". Booklet zur CD "Comic Sense". – Kairos: Wien 2004