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vom 27.05.2017, aktuelle Version,

Codex Theresianus

Der Codex Theresianus ist ein Vorläufer des österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB).

Geschichte

Eine von Maria Theresia 1753 aufgrund einer Denkschrift eingesetzte Kompilationskommission mit dem Hauptreferenten Joseph von Azzoni (1712–1760) und eine anschließende Revisionskommission schufen im Jahre 1766 in Brünn den Codex Theresianus. Er war noch stark romanistisch geprägt, kasuistisch geprägt und sehr umfangreich. Maria Theresia erteilte dem Codex auf Anraten von Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg keine Genehmigung und leitete den Entwurf 1772 an die Kommission zurück.[1] Der Codex Theresianus blieb somit ein bloßer Gesetzesentwurf und erlangte niemals Rechtsgeltung, ebenso wenig wie seine wenige Jahre später angefertigte Umarbeitung (Entwurf von Johann Bernhard Horten (1735–1786) von 1772/1776). 1787 trat das Josephinische Gesetzbuch in Kraft, im Jahre 1812 das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch.

Ausgaben

  • Abgedruckt und zum Teil kommentiert ist der Codex Theresianus in: Philipp Harras von Harrasowsky: Der Codex Theresianus und seine Umarbeitungen, 3 Bände, Wien 1883/1884. Die Bände 4 und 5 umfassen den Entwurf Hortens (1772/1776) und den Entwurf Martinis (vollendet 1796). In Bd. 1, S. 1–13, gibt Harrasowsky einen detaillierten Überblick über die Redaktionsgeschichte.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Carl Chorinský in Der österreichische Executiv-Prozeß:Ein Beitr. zur Geschichte der allgemeinen Gerichtsordnung, Wien 1879, Hölder, S. 99.
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