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vom 17.06.2017, aktuelle Version,

David Lama

David Lama (2014)

David Lama (* 4. August 1990 in Innsbruck) ist ein österreichischer Sportkletterer und Alpinist. Er gilt weltweit als Ausnahmetalent.

Leben

David Lama wurde am 4. August 1990 in Innsbruck geboren. David Lamas Vater stammt aus dem Mount-Everest-Gebiet in Nepal, seine Mutter aus Innsbruck. Seit dem sechsten Lebensjahr kletterte David in der Sportklettergruppe des österreichischen Alpenvereins der Sektion Innsbruck. Zum Klettern kam David Lama, nachdem er im Alter von fünf Jahren einen Kletterkurs bei Peter Habeler besuchte, welcher sein Talent erkannte.[1] Sein erster Trainer war Reinhold Scherer, der damals eine kleine Gruppe von circa acht bis zehn Kletterkindern betreute. Aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname „Fuzzy“. Seinen ersten Wettkampf bestritt er im Alter von sieben Jahren als jüngster Teilnehmer beim Hohe-Munde-Cup in Telfs, wo er den zweiten Platz erreichte. Mit neun Jahren gewann er bereits den Juniorcup des Alpenvereins. Seine erste 8a-Route, „Kindergarden“ in Slowenien, kletterte Lama mit zehn Jahren. Er war zu dem Zeitpunkt der jüngste Kletterer, dem eine Begehung in diesem Schwierigkeitsgrad gelang.

2004 und 2005 gewann er jeweils die Gesamtwertung des Jugendeuropacups, sowie die Jugendweltmeisterschaften in Edinburgh und Peking. Im Jahr 2006 war er der erste Kletterer, dem es gelang in seiner ersten Saison im Weltcup sowohl einen Boulder-Weltcup als auch einen Vorstieg-Weltcup zu gewinnen. Zugleich wurde er damit der bis dahin jüngste Weltcupsieger der Geschichte.[2]

Nach weiteren Siegen bei Wettkämpfen gilt seine Konzentration seit 2010 dem Alpinismus, wo ihm mit unter anderem mit Peter Ortner und Stephan Siegrist schwierige Erstbegehungen gelangen. Sein bislang größter Erfolg war die erste freie Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre mit Peter Ortner im Jahr 2012.[3][4]

David Lama wohnt in Götzens bei Innsbruck.

Sportliche Erfolge

David Lama beim „1. Free Solo Master“ in Lienz (September 2014)

Jugend

  • Jugendeuropacupgesamtsieger 2004 und 2005
  • Jugendweltmeister 2004 und 2005

Meisterschaften

  • Europameister 2006 im Vorstieg
  • Europameister 2007 im Bouldern
  • 3. Platz bei der Weltmeisterschaft 2009 Xining, China (Vorstieg)

Boulder-Weltcup

1. Rang beim

  • UIAA Climbing World Cup, Hall, 2006
  • UIAA Climbing World Cup, Fiera di Primiero, 2008
  • UIAA Climbing World Cup, Reunion, 2008

Vorstiegsweltcup

1. Rang[5] beim

  • UIAA Climbing World Cup, Dresden, 2006
  • IFSC World Cup, Penne, 2006
  • IFSC World Cup, Kranj, 2006
  • IFSC World Cup, Imst, 2007
  • IFSC World Cup, Imst, 2008

Fels

On-Sight-Klettern:

  • 2004: Gorges du Loup (Frankreich). „Devers Satanique“ 10- (8a+)
  • 2006: Spanien. zahlreiche Routen bis 10+ (8b+)
  • 2006: Yosemite, USA. Route Alien (5.12b)
  • 2011: Große Zinne in Italien. Route Camillotto Pellissier (8a+)

Rotpunktbegehungen und Alpine Unternehmungen:

  • 2004: Gorges du Loup (Frankreich). „7pm JP Chaud“ 8c (10+/11-), seine erste Route in diesem Grad
  • 2007: Niederthai (Österreich). An einem einzigen Tag kletterte er „Gondor“ 11- (8c), „Mordor“ 11-/11 (8c+/9a) sowie „In Memo Reini“ 11- (8c)
  • 2008: Nordwand der Sagwandspitze im Zillertal. Lama und Jorg Verhoeven gelang die Erstbegehung der Route Desperation of the Northface (820 m, 7b, 17 Seillängen)
  • 2008: Cochamò-Tal in Chile. Mehrere Erstbegehungen an den talbegrenzenden Granitwänden mit Barbara Bacher, Katharina Saurwein, Hansjörg Auer, Heiko Wilhelm und Jorg Verhoeven
  • 2010: Valle del Laghi (Italien). Lama und Jorg Verhoeven gelang die erste freie Begehung von „Brento Centro“ (8b, 28 Seillängen) am Monte Brento, anschließend kletterten sie die gesamte Route in einem Tag frei.[6]
  • 2010: Dolomiten (Italien). Lama wiederholte „Bellavista“ (11-) an der Westlichen Zinne nach einem Tag probieren.[7]
  • 2011: Cerro Torre (Patagonien). Lama und Peter Ortner gelang die technische Besteigung des Cerro Torre über die „Kompressorroute“ IX+/X- (8a)
  • 2011: Eiger-Nordwand (Schweiz). Lama kletterte zusammen mit Peter Ortner die 24 Seillängen von „Paciencia“ (8a), eine der schwersten Alpinrouten in den Alpen
  • 2011: Kaschmir (Indien). Lama, Stephan Siegrist und Denis Burdet kletterten eine Erstbegehung, „Yoniverse“, am Cerro Kishtwar.[8]
  • 2011: Lofer (Österreich). Lama wiederholte „Feuertaufe“ (8b) von Alexander Huber sowie „Stoamandl“ (8b), „Donnervogel“ (8b) und „Woher Kompass“ (8a+)
  • 2011: Rognon du Plan Inferier, Frankreich. Lama kletterte die Route American Beauty (8a+)
  • 2012: Cerro Torre (Patagonien). In 24 Stunden gelang David Lama und Peter Ortner die erste Begehung der „Kompressorroute“ (IX+/X-) an der Südostflanke des Cerro Torre ohne künstliche Hilfsmittel.[9]
  • 2012: Lama und Ortner gelang die Besteigung des Trango Tower (6251 m) im Karakorum über die Route Eternal Flame (IX-; Albert/Güllich). Wenige Tage später erreichte das Duo den Gipfelgrat der Chogolisa (7665 m) am östlichen Ende des Baltoro Gletschers.
  • 2013: Sagwand (Österreich). Erste Winterbegehung der Route „Schiefer Riss“ an der Sagwand im Valser Tal, zusammen mit Hansjörg Auer und Peter Ortner in knapp 24 Stunden vom Einstieg zum Gipfel.
  • 2013: Moose's Tooth, Alaska. Erstbegehung der zentralen Headwall an der 1500 m hohen Ostwand des Moose's Tooth in Alaska mit Dani Arnold. Die beiden benötigten für die „Bird of Prey“ genannte Route (6a, M7+, 90°, A2) rund 48 Stunden.[10]
  • 2015 Avataara (9a), Libanon. Erstbegehung in der Baatara Gorge.
  • Versuch einer Erstbesteigung des Lunag Ri in Nepal 2015, sowie nochmals im Januar 2016, wobei sein Partner Conrad Anker beim Aufstieg einen Herzinfarkt erlitt. Einen Solo-Versuch kurz danach brach Lama auf 6700 m, der größten an diesem Berg erreichten Höhe, ab.[11]

Buch

Filmografie

  • Cerro Torre. Regie: Thomas Dirnhofer, 2013. Film über David Lama und die erste freie Begehung der 'Kompressorroute' am Cerro Torre in Patagonien.

Einzelnachweise

  1. issuu.com
  2. ifsc.wavecdn.net
  3. bergsteigen.com
  4. Holger Kreitling: Oben, ohne. David Lamas Kampf am Cerro Torre. Die Welt, 12. März 2014, abgerufen am 1. Oktober 2015.
  5. ifsc.wavecdn.net
  6. bergsteigen.com
  7. planetmountain.com
  8. alpin.de
  9. faz.net- David Lama
  10. David Lama und Dani Arnold erstbegehen Route
  11. «Der Berg ist wie eine weisse Leinwand». nzz.ch. Abruf am 29. Dezember 2016
  Commons: David Lama  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien