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vom 19.12.2016, aktuelle Version,

Deutscher Verband

Wahlaufruf des Deutschen Verbandes unter Verwendung des Edelweiß-Parteisymbols zu den italienischen Parlamentswahlen 1921

Deutscher Verband (DV) war der Name des 1919, unter dem Eindruck der italienischen Annexion Südtirols gegründeten Zusammenschlusses der bürgerlichen deutschen Parteien in Südtirol. Zu ihm gehörten unter anderem die katholisch-konservative und die deutschfreiheitlich-liberale Partei, während die Südtiroler Sozialdemokraten den Deutschen Verband ablehnten und es bis zu ihrer von den italienischen Faschisten erzwungenen Auflösung 1924 vorzogen, mit den italienischen Sozialisten zusammenzuarbeiten.[1]

Der DV erreichte bei den italienischen Parlamentswahlen im Jahr 1921 in Südtirol mehr als 90 % der abgegebenen Stimmen und damit alle vier Parlamentsmandate, die in dieser Provinz vergeben wurden (namentlich: Friedrich von Toggenburg, Wilhelm von Walther, Eduard Reut-Nicolussi und Karl Tinzl). Erster Obmann des DV war Eduard Reut-Nicolussi[2]; 1923 wurde er vom Rechtsanwalt Karl Tinzl abgelöst. Wichtigstes Presseorgan des DV war bis zu dessen Verbot der christlich-soziale „Tiroler“ (ab 1923 „Der Landsmann“).[3]

Der Deutsche Verband wurde im Zuge des italienweiten Parteienverbots 1926 von der faschistischen Regierung Mussolini aufgelöst. 1945 knüpfte die Südtiroler Volkspartei (SVP) an die parteipolitische Tradition des Deutschen Verbandes an. Neben Kontinuitäten von Führungspersönlichkeiten übernahm die Partei dabei u. a. das Edelweiß als Parteisymbol − jene Alpenblume, die vom Deutschen Verband bereits 1921 als Listenzeichen verwendet worden war.

Bekannte Vertreter

Literatur

Fußnoten

  1. Othmar Parteli: Südtirol (1918–1970), in: Geschichte des Landes Tirol. Band 4/2. Athesia, Bozen 1988
  2. http://www.andreas-hofer-bund.de/sandwirtsbrief_1.htm
  3. Stefan Lechner: Die Erste Option: die Vergabe der italienischen Staatsbürgerschaft an die Südtiroler in Folge der Annexion 1920. In: Hannes Obermair, Stephanie Risse, Carlo Romeo (Hrsg.): Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung. Festschrift für Hans Heiss (= Cittadini innanzi tutto). Folio Verlag, Wien-Bozen 2012, ISBN 978-3-85256-618-4, S. 219–236, Bezug S. 223.