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vom 11.05.2017, aktuelle Version,

Die Lokomotive

Die Lokomotive
Titelseite der Erstausgabe von 1904
Beschreibung Fachzeitschrift
Fachgebiet Eisenbahnwesen
Sprache deutsch
Erstausgabe 1904
Einstellung 1944
Erscheinungsweise monatlich

Die Lokomotive war eine Monatszeitschrift zu Themen des Eisenbahnwesens.

Die Publikation erschien als „Fachzeitschrift für Eisenbahntechniker“ ab 1904 beim Verlag von A. Berg in Wien. Dieser Verlag wurde in den 1920er Jahren von Oskar Fischer übernommen, der bis 1938 Verleger der Zeitschrift blieb. Danach mussten das Material der Redaktion nach Berlin transferiert werden und die Zeitschrift erschien in Berlin, das Material ging später verloren.[1] Bis zur kriegsbedingten Einstellung im Jahr 1944 (letztes Heft August 1944[1]) erschien die Zeitschrift bei der Druck und Verlag E. Gundlach Aktiengesellschaft, Bielefeld.

Erster Schriftleiter der Zeitschrift waren Hans Steffan und Ernst Prossy. Viele namhaften Lokomotivkonstrukteure und -spezialisten des deutschsprachigen Raumes schrieben in der Zeitschrift, u.a. Johann Rihosek, Georg Lotter oder Rudolf Sanzin. Aber auch Steffan und Prossy waren selbst als Lokomotivkonstrukteure aktiv und gelten als die Schöpfer der eleganten Südbahnschnellzugsbaureihe 109.

Bei der Analyse der Zeitschrift erscheint auffällig, dass sich die Autoren in der Erscheinungsperiode bis 1939 weitgehend von politischen Strömungen fernhielten, sei es in der Donaumonarchie, in der Ersten Republik, im Austrofaschismus. Im Dritten Reich kam es zu politischeren Aussagen.[1] Selbst in dieser letzteren Epoche finden sich nur ganz wenige Beiträge die sich direkt mit dem Nationalsozialismus sowie dessen Bezüge zum Bahnwesen auseinandersetzen. Wo dergleichen stattfindet, wirkt es beinahe als Pflichtübung. Bemerkenswert ist, dass selbst in den letzten Heften im Jahr 1944 historische Beiträge zu damals schon verschrotteten altösterreichischen Lokomotiven gedruckt wurden, obwohl die redaktionelle Linie seit 1904 zukunftsweisend mit starker Blickrichtung auf das deutsche und internationale Eisenbahnwesen war.

Über den Untertitel hinaus befasste sich die Zeitschrift aber auch mit zahlreichen anderen Aspekten des Eisenbahnwesens, darunter auch mit historischen Themen und mit Fragen im musealen Kontext. Die Lokomotive kann als Vorgänger der seit 1948 in Wien erscheinenden Zeitschrift Eisenbahn gesehen werden, obwohl nur in Ansätzen eine inhaltliche, aber weder eine verlegerische noch direkte personelle Kontinuität gegeben war.

Die Zeitschrift gilt deutschsprachigen Lokomotivhistorikern als eine wichtige Quelle für weiterführende Forschungen.

Digitalisierung

Der Arbeitskreis Lokomotivgeschichte der Forschungsgemeinschaft Eisenbahngeschichte hat gemeinsam mit der Österreichischen Nationalbibliothek eine komplette Digitalisierung aller Ausgaben bis 1939 erarbeitet. Eine DVD-Ausgabe der Jahrgänge 1904 bis 1938 wird bei bahnmedien.at vertrieben. Die Jahrgänge von 1904 bis 1944 werden im ANNO-System der Österreichischen Nationalbibliothek bereitgestellt. Die DVD-Ausgabe bietet eine Datenbanksuche (Inhaltsverzeichnisse, Volltext), die Online-Ausgabe hingegen nicht.

Titeldaten und Besitznachweise der Zeitschrift sind unter der Nummer ZDB-ID 549520-9, die online-Ressource ist unter ZDB-ID 2703514-1 dokumentiert.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Alfred Holter: Erinnerungen an „Die Lokomotive“. In: Eisenbahn. ISSN 0013-2756 ZDB-ID 162227-4, Jahrgang 1955, Heft 2, S. 21–22.
    F. Goiser: Zu Dr. Holters Aufsatz: Erinnerungen an „Die Lokomotive“. In: Eisenbahn. Jahrgang 1955, Heft 4, S. 65; Richtigstellung des Namens auf „Gaiser“ in Heft 1955/5, S. 90.