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vom 09.10.2017, aktuelle Version,

Dobra-Gneis

Der Dobra-Gneis (früher mit der heute Granodioritgneis von Spitz genannten Gesteinsserie zum Spitzer Gneis zusammengefasst) ist ein im mittleren Kamptal verbreiteter Orthogneis.

Typisierung

Als Dobra-Gneise bezeichnet man homogene, klein- bis grobkörnige Biotitgneise mit leukogranitischer, granitischer bis granodioritischer Zusammensetzung. Der Begriff wurde von Christof Exner im Jahr 1953 geprägt. Die als typisch für den Dobra-Gneis geltenden und häufig eingeschalteten, scharf begrenzten Amphibolit- und Biotitschiefer-Zwischenlagen mit Mächtigkeiten im Dezimeter- und Meter-Bereich verdeutlichen die intensive Faltung, die in vielen Bereichen des Dobra-Gneises zu beobachten ist und die auch eine häufige Striemung hervorruft.

Der Dobra-Gneis weist große Ähnlichkeit zum Bittescher Gneis des weiter östlich liegenden Moravikums auf und wurde früher oft mit diesem zusammengefasst. Zusammen mit der Bunten Serie bildet der Dobra-Gneis jedoch eine tektonische Einheit des Moldanubikums innerhalb des Granit- und Gneisplateaus des Waldviertels.

Entstehung

Die mineralische Zusammensetzung und die geochemischen Eigenschaften lassen auf eine magmatische Entstehung schließen. Mit einem Alter von 1377 mya stellen Dobra-Gneise das erdgeschichtlich älteste frei liegende Gestein Österreichs dar. Im Dobra-Gneis sind noch keine Fossilien zu finden.

Verbreitung

Dobra-Gneis ist im Gebiet zwischen Artstetten, Ottenschlag, dem namensgebenden Dobra, Allentsteig und bis nördlich von Schwarzenau bzw. bis südlich von Waidhofen an der Thaya zu finden.

Literatur

  • Gerhard Fuchs und Alois Matura (1976): Zur Geologie des Kristallins der südlichen Böhmischen Masse, Jahrbuch der Geologischen Bundes-Anstalt, Wien, Band. 119.
  • Geologische Bundesanstalt (1980): Der Geologische Aufbau Österreichs, Springer Vienna, ISBN 978-3-7091-3745-1, S. 127.