Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 30.12.2019, aktuelle Version,

Edward Beyer (Maler)

Edward Beyer, eigentlich Eduard Beyer (* um 1820 in Aachen;[1]1865 in München), war ein in Neuengland und in den Südstaaten wirkender deutscher Maler und Kupferstecher der Düsseldorfer Schule.

Leben

Edward Beyer: Eisenbahnbrücke über den Appomattox River (siehe auch Foto aus dem Jahr 1865)

Beyer studierte in den Jahren 1837 und 1838 unter Josef Wintergerst und Rudolf Wiegmann an der Kunstakademie Düsseldorf[2] und arbeitete danach in Dresden, wo er 1846–48 ausstellte. 1848 wanderte er mit seiner Ehefrau in die Vereinigten Staaten aus. Über Newark kam das Paar 1850 nach Philadelphia. 1854 bis 1857 malte und zeichnete Beyer in Virginia.

Im Mai 1857 reiste Beyer nach Deutschland, um nach seinen Zeichnungen farbige Lithographien anfertigen zu lassen. Dies geschah durch die Firma Rau & Sohn in Dresden und bei Loeillot in Berlin, indem für jede Farbe ein eigener Lithostein benutzt wurde. Durch den lasierenden Übereinanderdruck der Farben Schwarz, Blau und Gelb entstanden weitere Farbnuancen. 1858 kehrte Beyer in die USA nach Richmond zurück. Die in Deutschland gedruckte Auflage von insgesamt 40 Drucken wurde hier gebunden und mit einem copyright versehen. Das „Album of Victoria“ erschien 1858 zusammen mit einem Titelblatt und einer gedruckten Beschreibung der jeweils 39 Ansichten.[3]

Beyer schuf auch panoramische Ansichten aus Virginia als Ölgemälde, unter anderen von Staunton, Buchanan, Salem, Liberty (Bedford, Virginia), Wytheville, Virginia und Greenbrier White Sulphor Springs, aber auch aus anderen Staaten der USA. Die außerordentlich feinen Details, die aus der dargestellten Entfernung mit dem bloßen Auge gar nicht zu sehen sein würden, ermittelte Beyer vermutlich mit Hilfe eines Fernrohrs und durch Skizzen aus geringerer Entfernung.[4] Die Alben wurden zu 5 $ das Stück verkauft. 1974 erwarb die Roanoke Library eines der bereits seltenen Exemplare zum Preis von 4800 $.[5]

Nach der Veröffentlichung des Albums ging Beyer in die deutsche Heimat zurück, wo er durch ein Cyklorama mit Ansichten aus Nordamerika Bekanntheit erlangte.

Charakteristisch für Beyers Bilder ist die Vermischung romantisierter Naturdarstellung mit der in der Mitte des 19. Jahrhunderts vordringenden Industrielandschaft. Bei aller Romantik blieb der Künstler Beyer im Grunde Realist – siehe zum Beispiel sein Bild mit Sklaven bei der Arbeit auf dem Weizenfeld.[6][7]

Veröffentlichungen

  • Album of Viriginia. 1858.
  • Edward Beyer’s Cyclorama. Malerische Reise nach New York und durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika, zurück nach Hamburg. Nach der Natur gemalt und erläutert von Edward Beyer. Meinhold, Dresden 1860, OCLC 25103120
  • Edward Beyer's Travels Through America. An Artist's View. Including Edward Beyer's Cyclorama. Translated by Holle Schneider-Ricks with an Introduction by George A. McLean Jr. Historical Society of Western Virginia, Roanoke (VA) 2011.

Werke (Auswahl)

Gemälde:

„Album of Virginia or Illustration of the Old Dominion“, 40 3-farbige Lithographien und ein Titelblatt, 24.25" x 16.50" / 51,6 x 41,91 cm; Titel: >ILLUSTRATED BY / ED. BEYER / 1858.<; Mitte oben: "Virginia" an einer Küste, mit dem linken Fuß auf einen liegenden Mann tretend, dessen Krone gefallen und zerbrochen ist; in der Ferne ein Segelschiff; bezeichnet >SIC SEMPER TYRANNIS<; 4 Vignetten zwischen Pflanzen-Ornamenten: (1) (Fabrikanlage), (2) Dampflokomotive mit Wagen vor Bucht mit Schiffen, (3) >MOUNT VERNON<, (4) >MONTICELLO<.

  • (1) Natural Bridge (Virginia)
  • (2) Harper's Ferry from Jefferson Rock
  • (3) Rockfish Gap and the Mountain House
  • (4) The high bridge near Farmville
  • (5) The drums. The tapestry Room. Weyers Cave
  • (6) Stribling Springs, Augusta County, Virginia
  • (7) Burner's White Sulphur Spr. Shenandoah Co.
  • (8) White Sulphur Spring, Montgomery, Virginia
  • (9) View from the Peak of Otter, No. 1
  • (10) View from the Peak of Otter, Virginia
  • (11) View from the Hawks Nest, West Virginia
  • (12) Little tunnel near Shawsville, Virginia & T.R.R.
  • (13) Old Sweet Springs, West Virginia
  • (14) Rockbridge Alum Spring, Virginia
  • (15) Yellow Sulphur Springs, Virginia
  • (16) Blue Sulphur Spring, Virginia
  • (17) Falling Springs
  • (18) View from Gambles Hill
  • (19) Bullard Rock on the New River
  • (20) [4] Views of Weyer's Cave
  • (21) Salt Sulphur Spring
  • (22) Red Sulphur Spring
  • (23) Salt Pond from the Salt Pond Knob, No. 1
  • (24) Salt Pond from the Salt Pond Knob, No. 2
  • (25) Natural Bridge (from above)
  • (26) Kanawha Fall
  • (27) U.S. Armory in Harpers Ferry
  • (28) Viaduct on Cheat River B & O.R.R.
  • (29) White Sulphur Springs (2)
  • (30) Fauquier White Sulphur Springs
  • (31) Hot Springs
  • (32) Old Point Comfort. Hygeia Hotel
  • (33) View from Little Sewell Mountain, No. 1
  • (34) View from Little Sewell Mountain, No. 2
  • (35) James River Canal near the mouth of the North River
  • (36) Natuaral Bridge (from a distance)
  • (37) View of the Peaks of Otter
  • (38) Roanoke Red Sulphur Spr.
  • (39) Red Sweet Springs
  • (40) Warm Springs

Literatur

  Commons: Edward Beyer  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Museum Kunstpalast: Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016), PDF
  2. Findbuch 212.01.04 Schülerlisten der Kunstakademie Düsseldorf, Webseite im Portal archive.nrw.de (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen)
  3. Album of Viriginia. 1858.
  4. virginiahistoryseries.org/vhs2_web_site_06272013_096.htm
  5. Chris Gladden, in: The Roanoke Times, 12. Juli 1987 (englisch)
  6. Arbeit auf dem Weizenfeld
  7. Angela D. Mack, Stephen G. Hoffius: Landscape of Slavery. The Plantation in American Art. The University of South Carolina Press 2008, ISBN 1-57003-719-1, S. 20, Abb. 9: Edward Beyer: Bellevue, the Lewis Homestead, Salem, Virginia 1855.
  8. Zeitungsartikel „The Art of Edward Beyer“ mit Abbildung (https://hisfin.pastperfectonline.com › archive)