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vom 27.12.2016, aktuelle Version,

Elie Rosen

Elie Rosen

Elie Rosen (* 2. März 1971) ist ein österreichischer Jurist, Betriebswirt und ein exponierter Vertreter des österreichischen Judentums.

Leben

Gemeinsam mit seinem Großcousin, dem Wiener Maler Georg Chaimowicz, trat Rosen bereits Ende der 1980er Jahre gegen den Abriss der Badener Synagoge auf und verhinderte die Auflösung der Jüdischen Gemeinde Baden bei Wien.

1998 zum Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Baden gewählt erreichte Rosen gemeinsam mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, 2002 die Wiederinstandsetzung der Badener Synagoge aus Mitteln der öffentlichen Hand. Im selben Jahr erfolgte die Gründung des Zentrums für Interkulturelle Begegnung Baden, dem er heute als Geschäftsführer vorsteht. Rosen ist seit 2002 auch Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sowie Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs. 2003 trat er als Sprecher der Jüdischen Gemeinden Österreichs beim sogenannten Verfassungskonvent in Erscheinung.

2004 wurde Rosen durch Bundesministerin Maria Rauch-Kallat zum Vorsitzenden des Senates II der nunmehr im österreichischen Bundeskanzleramt angesiedelten Gleichbehandlungskommission ernannt. Er zeichnete in dieser Funktion für die Behandlung behaupteter Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft, der Religion, des Alters sowie der sexuellen Orientierung in der Arbeitswelt verantwortlich und bekleidet dieses Amt bis 2016. 2008 wurde Rosen als Richter an den neu eingerichteten Asylgerichtshof berufen, seit 2014 fungiert er als Richter des Bundesverwaltungsgerichtes in Wien.

Für sein Engagement für Verständigung und Toleranz sprach ihm die Niederösterreichische Landesregierung 2007 Dank und Anerkennung aus. Anlässlich des 70. Jahrestages der Novemberpogrome 1938 wurde Rosen durch die Stadt Baden mit dem Silbernen Stadtwappen ausgezeichnet.

Am 29. November 2012 wurde Rosen zum Vizepräsidenten des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs gewählt und schließlich am 20. März 2016 seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien als Geschäftsträger auch mit der Führung der Jüdischen Gemeinde Graz für die Bundesländer Steiermark, Kärnten und das südliche Burgenland betraut. Im Oktober wurde er auch zum Vorstand der Jüdischen Kultusstiftung für Steiermark, Kärnten und das Südburgenland berufen. Auf seinen Einfluss und nachhaltiges Engagement ist auch die mit 1. Dezember 2016 erfolgte Wiederrichtung des 1938 aufgelösten steirischen Landesrabbinates und die Bestellung des Wiener Rabbiners Schlomo Hofmeister zum steirischen Landesrabbiner und Oberrabbiner von Graz zurückzuführen.[1]

Publikationen

  • Jüdisches Leben in Baden - von den Anfängen bis zur Gegenwart. Mandelbaum Vlg. Wien 2005
  • Die Badener Gründerzeitsynagoge. Jüdische Gemeinde Baden 1990
  • Biographie auf der Webseite des Zentrums für Interkulturelle Begegnung Baden

Einzelnachweise

  1. Jüdische Gemeinde Graz: Nach 78 Jahren - Neuer steirisches Landesrabbiner. In: Presseerklärung der Jüdischen Gemeinde Graz. 1. Dezember 2016.