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vom 06.11.2016, aktuelle Version,

Fürstenstand (Plabutsch)

Fürstenstand (Plabutsch)

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Höhe 754 m ü. A.
Lage Graz, Steiermark
Gebirge Plabutsch-Buchkogel-Zug, Grazer Bergland, Lavanttaler Alpen
Dominanz 6,66 km Marxenkogel
Schartenhöhe 274 m Thalerseestraße (Graz)
Koordinaten 47° 5′ 26″ N, 15° 23′ 6″ O
Fürstenstand (Plabutsch) (Steiermark)
Fürstenstand (Plabutsch)

Gestein Dolomit
Alter des Gesteins 400-350 Millionen Jahre
Besonderheiten Hausberg von Graz, Aussichtswarte

Der Fürstenstand ist der 754 m ü. A. hohe Hauptgipfel des Plabutsch, dem Hausberg von Graz in der Steiermark. Direkt am Gipfel steht die Fürstenstandwarte, ein historischer Aussichtsturm.

Lage und Landschaft

Der Plabutsch, als Stock im engeren Sinne, erhebt sich westlich über Graz und dem Grazer Becken, etwa 400 Meter über der Stadt. Er fällt allseitig vergleichsweise steil ab, nur gegen Süden läuft er mit abnehmender Höhe gegen den Buchkogel (659 m, mit Rudolfswarte) und die Kaiserwaldplatte aus. Sein Kulminationspunkt erhebt sich am Nordabbruch über dem Thaler Bach bei Gösting, und wird Fürstenstand genannt. Die südliche Erhebung heißt Mühlberg (720 m). Nach der Einsattelung des Orts Plabutsch folgt im Zug der Gaisberg 636 m. Der östliche Vorberg ist die Hubertushöhe (562 m, mit Kernstockwarte).

Nördlich jenseits des Thalerbachs liegt der Göstinger Ruinenberg mit dem Jungfernsprung, westlich der Frauenkogel 561 m, beides Vorberge des Steinkogels (742 m) am Gratkorner Becken, und der Madersberg 540 m schon bei Thal.

Geschichte, Erschließung und Baulichkeiten

Fürstenstand (Fürstenwarte)

Die Aussichtswarte

Daten
Baumeister Franz Hauberisser
Architekt Johann Neuwerth
Baujahr 1852
Besonderheiten
Warte urspr. 1839 erbaut, denkmalgeschützt

Der Berg hieß im 15. Jahrhundert Grafenperg, im 19. Jahrhundert allgemein Bauernkogel, erst später verbreitete sich Blawutsch oder Plawutsch, was sich entweder aus einer keltischen Wurzel bla- für einen Bergbauort ableitet, in Bezug auf vage Hinweise auf einen vorrömischen Kupfer- und Eisenabbau, oder einem slawischen Personennamen Blagota, wohl auf die Ortslage des Plabutschdörfls bezogen.[1] Fürstenstand ist als Gipfelname in der Österreichischen Karte verzeichnet, Plabutsch als Flurname der Gipfelregion vom Fürstenstand bis zum Mühlberg.

Direkt am Gipfel steht die Aussichtswarte. Bei der Warte befindet sich heute auch ein Heurigenlokal. Die Stätte ist über eine etwa 5 km lange Straße von Graz-Wetzelsdorf über den Gaisbergsattel (Herrgott auf der Wies) zu erreichen.

Aussichtswarte Fürstenstand (Fürstenwarte auf dem Plabutsch)

Plabutsch vom Grazer Schloßberg aus gesehen

Der Fürstenstand, auch Fürstenwarte genannt, hat seine Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert. Nach einem Besuch von Kaiser Franz I. und dessen Gemahlin Karoline im Jahr 1830 wurde Anfang Mai 1839 eine Holzwarte mit Steinfundament errichtet. Der kaiserliche Besuch in seiner Rolle als Steirischer Landesfürst gab der Warte den Namen, eine Gedenktafel erinnert daran.[2]

1852 wurde der hölzerne Turm gegen eine Warte aus Stein getauscht. Die für Aussichtswarten unübliche Schneckenform aus trockenem Gestein, die bis in die Gegenwart erhalten ist, ähnelt in ihrer Bauweise der Kernstockwarte. Die Bauleitung übernahm Franz Hauberisser, der den Plan von Johann Neuwerth ausführte.[3] Bis 1888 hielt die Konstruktion. Die Verwirklichung eines „Bismarck-Turmes“ verhinderte der Ausbruch des Ersten Weltkrieges,[4] die 1934 errichtete Warte stürzte bereits 1937 wieder ein.

Nach dem Wiederaufbau hieß der Fürstenstand zur Zeit des Zweiten Weltkrieges Adolf-Hitler-Turm, ab 1943 fand er als Flakturm Verwendung. 1950 erwarb der Alpenverein den Fürstenstand, der bis in die Gegenwart öffentlich zugänglich war.[5] Im Sommer 2014 wurde der Fürstenstand wegen Einsturzgefahr für die Öffentlichkeit gesperrt.

Die Warte steht unter Denkmalschutz.

Einzelnachweise

  1. Bernhard Hubmann, Bernd Moser: Grazer Stadt und Kulturgeologie – Ein Exkursionsführer. 8. Tagung der Arbeitsgruppe "Geschichte der Erdwissenschaften Österreichs" (24.–26. April 2009 in Graz), III. Exkursion, In: Berichte der Geologischen Bundesanstalt, Band 45, Wien 2009, Stop 1: Der Plabutsch: Grazer Hausberg und Herkunftsort vieler Grazer Werksteine. S. 55 ff (ganzer Artikel S. 52–72, pdf, auf zobodat.at; dort S. 3 ff).
  2. Renate Kniely: Aussichtswarten um Graz. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Band 38/39. Graz 2009. S. 430 (ganzer Artikel S. 413–457).
  3. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 432.
  4. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 433.
  5. Kniely: Aussichtswarten um Graz, S. 434f.