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vom 01.06.2017, aktuelle Version,

Felix Mießl

Felix Mießl (1830 Blasius Höfel).
Gedenktafel in Felixdorf von 1823

Felix Franz Anton Mießl, seit 1836 Edler von Treuenstadt (* 10. Juli 1778 in Platten, Böhmen; † 13. April 1861 in Wiener Neustadt) war ein österreichischer Inspektor, Staatsbeamter, Bürgermeister von Wiener Neustadt und Gründer der niederösterreichischen Gemeinde Felixdorf.

Leben

Felix Mießl wurde als Sohn des Bürger und Ratsherrn Joseph Ignaz Mießl und dessen Ehefrau Maria Veronica geb. Horbach in der böhmischen Bergstadt Platten im Erzgebirge geboren und dort am 11. Juli 1778 getauft. Sein Onkel war der geadelte Oberamtsverwalter und Bergrichter von St. Joachimsthal Johann Nepomuk Mießl.

Mießl lebte in jungen Jahren in Wien und erteilte dort Privatunterricht, darunter um 1800 bei dem späteren Komponisten Carl Czerny, der ihn in seinen Erinnerungen ausdrücklich als einen seiner Lehrer benennt.[1] Nach beendeten Studium trat er im Jahre 1801 in den öffentlichen Dienst des Grundbuchamtes Wien und war danach Inspektor der Herrschaft Ebersdorf und Beamter bei der niederösterreichischen Staatsgüter-Administration. 1816 wurde er vom Kaiser zum Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt ernannt. Als die Stadt im Jahre 1834 durch eine Feuersbrunst eingeäschert wurde, versuchte er aufopferungsvoll den Notstand der schwer getroffenen Bürger zu mildern und veranlasste die Aufstellung einer Kreisamts-Komission zum Wiederaufbau der schwer verwüsteten Stadt. Zu seinen Leistungen zählt insbesondere auch die Gründung der niederösterreichischen Gemeinde Felixdorf.

Im Jahre 1836 erhob Kaiser Ferdinand Mießl für seine Verdienste mit dem Prädikat Edler von Treuenstadt in den erblichen Adelsstand. Im Revolutionsjahr 1848 legte er schließlich sein Amt als Bürgermeister nieder. Felix Mießl starb am 13. April 1861 in Wiener Neustadt und hinterließ einen Sohn gleichen Namens.

Wappen

Von Gold und Schwarz geviertetes Schild. 1 und 4: in Gold auf grünem Rasen eine aus natürlichen Quadersteinen erbaute gezinnte Mauer mit offenem Thore, dessen Schutzgitter zur Hälfte herabgelassen ist. An jeder Seite des Tores ist eine Schießscharte angebracht. Über der Mauer ragen nebeneinander zwei ebenfalls aus natürlichen Quadern erbaute runde Türme empor, deren jeder mit drei Zinnen und einem verschlossenen Fenster versehen ist; 2: in Schwarz ein aus der Schildesteilung hervorwachsender Jüngling in langem blauen Rocke, mit rotem Gürtel, das Haupt mit einem grünen zugerundeten Hute mit breiten Krempen bedeckt, in der Rechten einen silbernen Streitkolben schwingend, die Linke in die Hüfte stützend; 3: in Schwarz ein goldener rechtsgekehrter Halbmond, von fünf goldenen, in drei Reihen zu Einem und Zweien gestellten Sternen begleitet. Auf dem Schilde ruht ein offener goldgekrönter Turnierhelm, auf dessen Krone ein goldener doppeltgeschwänzter rechtsgekehrter Löwe steht, mit ausgeschlagener roter Zunge, in der rechten Vorderpranke ein blankes Schwert an goldenem Gefäße, zum Streiche geschwungen emporhaltend. Die Helmdecken sind zu beiden Seiten schwarz, mit Gold belegt.

Vorfahren

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg Müsel d. J., Bürger u. Fleischhackermeister zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
Johann Paul Müsel, Bürger u. Ratsherr zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Magdalena, geb. Haas
 
 
 
 
 
 
 
Joseph Ignaz Mießl, Bürger u. Ratsherr zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann Jacob Putz, Fleischhacker u. Stadtrichter zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
Maria Anna, geb. Putz
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Magdalena, geb. Höffer
 
 
 
 
 
 
 
Felix Franz Anton Mießl, Edler von Treuenstadt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Daniel Horbach, Bürger u. Ratsherr zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
Johann Christian Horbach, Bäcker u. Ratsherr zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dorothea, geb. Dörffel
 
 
 
 
 
 
 
Maria Veronica, geb. Horbach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg Christoph Müsel, Fleischhauer u. Stadtrichter zu Platten
 
 
 
 
 
 
 
Regina, geb. Müsel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria Veronica, geb. Seeling
 
 
 
 
 
 

Literatur

Einzelnachweise

  1. Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, hrsg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach, München 2009, Band 1, S. 203