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vom 19.03.2016, aktuelle Version,

Ferdinand von Meerheimb

Ferdinand Ludwig Johann Freiherr von Meerheimb (* 11. April 1823 auf Gut Gnemern; † 7. Mai 1882 in Berlin) war ein preußischer Offizier, zuletzt Generalmajor, sowie Militärbiograph.

Leben

Herkunft

Ferdinand entstammte dem Adelsgeschlecht Meerheimb. Er war das dritte Kind und der zweite Sohn des Oberstleutnants a. D. Jasper Friedrich Freiherr von Meerheimb (* 12. Juni 1785 in Reinstorf; † 25. Dezember 1872 in Gnemern) und dessen Ehefrau Emilie Sophie Charlotte Karoline, geborene von Kleist aus dem Haus Stavenow (* 7. Februar 1800 in Stavenow; † 10. März 1887 in Bützow).

Militärkarriere

Meerheimb besuchte das Pädagogium in Halle (Saale) und das Domgymnasium Magdeburg. Er trat dann am 6. Dezember 1841 als Dreijährig-Freiwilliger in das 2. Infanterie-(Königs-)Regiment der Preußischen Armee ein. Als Sekondeleutnant war er 1846 bis 1855 Lehrer an der Divisionsschule des II. Armee-Korps. Zwischenzeitlich beteiligte sich Meerheimb im März 1848 während der Straßenkämpfen in Berlin an der Niederschlagung der Revolution und nahm im gleichen Jahr am Feldzug gegen Dänemark teil. Hier kämpfte er bei Schleswig und wurde bei Düppel leicht verwundet.

Im Deutschen Krieg 1866 war Meerheimb Kompaniechef in Böhmen und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 befehligte er in Frankreich zunächst das I. Bataillon des 2. Landwehr-Infanterie-Regiments. Vom 25. Dezember 1870 bis 31. März 1871 war er Kommandant von Reims. Ansonsten war er von 1867 bis zu seinem Ausscheiden aus Gesundheitsgründen 1880 im Nebenetat beim Großen Generalstab in Berlin eingesetzt.

Familie

Meerheimb hatte am 7. Mai 1850 Brunhilde Mathilde Hiltrud, geborene von Ramin (* 19. März 1830 in Schmagerow; † 18. April 1909 in Berlin), Tochter des Wilhelm Ludwig Hans Friedrich Alexander von Ramin, Herr auf Schmagerow, Kgl. preuß. Oberstlt. a. D. und der Henriette geb. von Saldern [1], geheiratet. Das Paar hatte fünf Kinder:

  • Gertrud Wilhelmine Henriette Sophie (* 6. Mai 1852 in Stettin)
  • Joachim Karl Friedrich (* 26. Juli 1855 auf Gut Gnemern, † 2. März 1881 an Bord auf hoher See)
  • Katharina Luise Hermine (* 2. August 1857 in Stettin) ∞ Paul von Rohrscheidt, preußischer Generalmajor
  • Margarethe Henriette Marie (* 28. Juli 1859 in Schmagerow; † 30. Januar 1920 in Weimar), Schriftstellerin
  • Brunhilde Hedwig Margarete (* 8. Mai 1869 in Berlin)

Werk

Bedeutender als seine militärische war seine schriftstellerische Tätigkeit, besonders auf dem Gebiet der Kriegsgeschichte. Er verfasste zahlreiche seine Beiträge in Zeitschriften und Sammelwerken sowie zwei Beihefte zum Militär-Wochenblatt über Frankreich und die Franzosen (1872) und Militärbildung und Wissenschaft (1873). In einem weiteren Beiheft (1877) legte er eine Lebensbeschreibung von Friedrich von Wrangel vor, die auch als Buch erschien. Auch in der Allgemeinen deutschen Biographie lieferte er zahlreiche Artikel. Von 1873 bis zu seinem Tod War er Redakteur der Militär-Litteratur-Zeitung. Eine Arbeit über Prinz Heinrich war druckfertig in seinem Nachlass.

Schriften

  • Shermans Feldzug in Georgien: Vortrag gehalten am 30. Oktober 1868 in der Militairischen Gesellschaft zu Berlin. Mittler, Berlin 1869 Digitalisat
  • Graf von Wrangel, Königlich Preußischer General-Feldmarschall. Mittler, Berlin 1877
  • Geschichte der Pariser Kommune. Berlin 1880
  • Briefe eines preußischen Offiziers aus dem Jahre 1848. (posthum hrg. von Margarethe Henriette Gräfin von Bünau, geb. Freiin von Meerheimb) In: Preußische Jahrbücher. Band 157, 1914, S. 450–480 und Band 158, 1914, S. 69–94

Literatur

  Wikisource: Ferdinand Freiherr von Meerheimb  – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch des Adels, 1905 (Stammreihe Ramin)