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vom 04.11.2017, aktuelle Version,

Florian Blaas

Dr. Florian Blaas mit seiner Gattin Marie

Florian Blaas (* 8. April 1828 in Klausen, Südtirol; † 22. Dezember 1906) war ein österreichischer Jurist, Politiker und Maler. Er wurde zum Ehrenbürger der Stadt Innsbruck ernannt.[1]

Leben

Florian Blaas schlug nach dem Studium in Trient, Graz und Innsbruck die Richter-Laufbahn ein und gehörte von 1862 bis 1897 dem Innsbrucker Gemeinderat an, wo er der Stadt als Mitglied des Finanzkomitees und Obmann der Rechtssektion wertvolle Dienste leistete. Im selben Jahr, in dem man ihn in den Gemeinderat berief, wurde er als Nachfolger für Dr. Hieronymus Klebelsberg zum Landtagsabgeordneten der Stadt Innsbruck gewählt. Aus der langen Reihe von Anträgen, welche Blaas im Landtag einbrachte, ist der Antrag auf Errichtung einer Anstalt für Unterbringung arbeitsscheuer und sittenloser Individuen im Jahre 1880 wohl einer der bemerkenswertesten. Von 1875 bis 1877 war Dr. Blaas Abgeordneter zum Österreichischen Reichsrat. Zudem wurde er als Jurist zum Oberlandesgerichtsrat ernannt und war in der Folge auch Mitglied des Reichsgerichtsrates. Lange Jahre war Dr. Blaas auch Mitglied der tirolischen Landesverteidigungsoberbehörde und macht sich in dieser Eigenschaft um die Hebung des Landesverteidungswesens und Schützenwesens verdient. Er selbst war ein eifriger Schütze und Jäger. Seine politischen Einstellungen galten als liberal (so riet er unter anderem von der Besetzung Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn ab), er stieß jedoch auf wenig Verständnis bei seinen Zeitgenossen. Am 13. Juli 1901 legte Dr. Blaas sein Landtagsmandat nieder, nachdem er früher schon auf seine Würde als Gemeinderat und Reichsratsabgeordneter Verzicht geleistet hatte. Mit seiner Frau Marie, eine geborene Grasl, hatte er sieben Kinder. [2]. Er verstarb im 79. Lebensjahr und wurde unter den Arkaden des Innsbrucker Westfriedhofes beigesetzt.

Künstlerisches Wirken

Blaas verbrachte seine Freizeit mit Bergmalerei. Die Alpen gehören zu den häufigsten Motiven seiner Arbeiten, welche er als Radierungen, Ölgemälde und Aquarelle erstellte. Während Bewunderer die ansprechenden Landschaften des Künstlers lobten, warfen ihm die Kritiker vor, dass seinen Ölbildern „eine etwas altfränkische Schulweisheit anklebe“.[3] Der deutsche Schriftsteller Herbert Rosendorfer hat sich in der September- Ausgabe 2008 der Zeitschrift Literatur in Bayern mit Florian Blaas und seinen Gemälden befasst.

Einzelnachweise

  1. Liste der Innsburger Ehrenbürger (PDF)
  2. Innsbrucker Nachrichten, 24. Dezember 1906, S. 7, und 19. Jänner 1907, Nachruf in der Sitzung des Gemeinderates, S. 5
  3. Innsbrucker Nachrichten, 28. März 1907, Kunst: Zur Gemäldeausstellung im Ferdinandeum, S. 5 f.