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vom 12.11.2019, aktuelle Version,

Florian Gröger

Florian Gröger

Florian Gröger (* 10. August 1871 in Oberwildgrub, Österreichisch Schlesien[1]; † 19. Mai 1927 in Klagenfurt) war ein österreichischer Politiker (SPÖ). Er wurde als siebentes von 11 Kindern einer armen Schuhmacherfamilie geboren und lernte nach der Volksschule den Beruf des Webers.

Als wandernder Handwerker bereiste Gröger große Teile der österreichisch-ungarischen Monarchie. 1890 reiste über Olmütz, Lundenburg und Wien nach Neufeld an der Leitha, wo er in einer Textilfabrik arbeitete. Wenige Monate später begann er, Demonstrationen der dortigen Arbeiter zu organisieren, zieht jedoch bald erneut weiter. Nach mehreren Reisen zwischen Wien und Mähren entwickelte er sich vom politisch aktiven Arbeiter zum hauptamtlichen Parteifunktionär. 1897 wurde er Parteisekretär in Czernowitz, musste die Stelle aufgrund Geldmangels der dortigen Parteisektion jedoch wieder abgeben. Nach einer Zwischenstation in Mährisch-Schönberg übernahm er 1898 in Brüx die Redaktion einer neugegründeten sozialdemokratischen Zeitung. Aufgrund der strengen Zensur jener Zeit hatte seine publikatorische Tätigkeit mehrere kurze Gefängnisstrafen zur Folge. Ab 1901 hielt Gröger sich mehrmals in Kärnten auf, wo er letztlich seine politische Heimat fand. Endgültig dort sesshaft wurde er jedoch erst 1910, zuvor leitete er in schneller Abfolge mehrere Zeitungen und Bezirkskrankenkassen in Böhmen und Mähren. In Klagenfurt wurde er schließlich Landesparteisekräter und Redakteur der Zeitung Volkswille.

Bei Nachwahlen zur Reichsratswahl 1911 wurde er 1912 Abgeordneter des Reichsrates. Im November 1918 wurde er Mitglied im provisorischen Kärntner Landtag und in der Landesregierung Lemisch I zum Stellvertretenden Landesverweser. Im Jahr 1921 gelang ihm die Wahl zum ersten sozialistischen Landeshauptmann Kärntens, diese Funktion hielt er jedoch nur kurz inne. Nach einem Knappen Wahlausgang ohne klare Mehrheit wurden ihm Vinzenz Schumy (KBB) und Sylvester Leer (CS) zur Seite gestellt. Gröger hatte die Auflage, Entscheidungen nur im Konsens mit den beiden zu treffen, was sein Amt unterminierte und großes Konfliktpotential mit sich brachte. Die Landesregierung Gröger hielt folglich nur von 22. Juli 1921 bis zum Jahre 1923.[2]

Florian Gröger heiratete 1904 seine langjährige Lebensgefährtin Anna Gröger, die am 11. November 1918 - und damit einen Tag, bevor parallel mit der Ausrufung der Republik Deutschösterreich auch das Frauenwahlrecht beschlossen wurde - mit ihm als einzige weibliche Abgeordnete in den Kärntner Landtag einzog. Er verstarb 1927 nach langer, schmerzhafter und unheilbarer Krankheit in Klagenfurt.[3]

Grab von Florian Gröger am Friedhof Annabichl

Literatur

  • Gröger, Florian. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 67.
  • Willhelm Wadl: Studien zur sozialen Mobilität von Handwerksgesellen im 19, Jhd. Florian Gröger - Vom wandernden Leinenweber zum mobilen Parteifunktionär. In: Carinthia I. 178. Jahrgang. Klagenfurt 1988, S. 343345 (onb.ac.at).
  Commons: Florian Gröger  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. digi.archives.cz – Taufbuch Oberwildgrub (Václavov u Bruntálu), Schlesien, 1867–1892, Seite 22, 5. Zeile
  2. Dachs, Herbert; Dippelreiter, Michael; Schausberger, Franz: Radikale Phrase, Wahlbündnisse und Kontinuitäten. Landtagswahlkämpfe in Österreichs Bundesländern 1919 bis 1932 (= Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek Nr. 57). Böhlau, Wien, ISBN 978-3-205-20498-5, S. 99 f. (Google Books).
  3. Nachruf auf Florian Gröger. In: Arbeiterwille. Graz 21. Mai 1921, S. 1 (onb.ac.at).