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vom 11.04.2017, aktuelle Version,

Forces françaises en Allemagne

Mit Forces françaises en Allemagne (FFA) (übersetzt Französische Streitkräfte in Deutschland) wurden die französischen Truppenverbände bezeichnet, die Frankreich als Siegermacht des Zweiten Weltkriegs im Rahmen des Viermächte-Status zunächst in seiner Besatzungszone, sowie im Besetzten Nachkriegsösterreich und, nach deren Gründung, im entsprechenden Gebiet der Bundesrepublik Deutschland stationiert hatte. Sie wurden 1949 als Troupes Françaises d’Occupation en Allemagne abgekürzt T.O.A (Troupes d’occupation en Allemagne) mit Hauptquartier in Baden-Baden aufgestellt. Im Jahre 1950 wurde der Name T.O.A. ersetzt durch F.F.A. Forces Françaises en Allemagne. Am 30. August 1993 wurden die noch bestehenden Verbände umbenannt in Forces françaises stationnées en Allemagne (FFSA). 1999 erfolgte eine weitere Umbenennung in Forces françaises et éléments civils stationnés en Allemagne (FFECSA). Seither wurden sie durch Abzug ins Mutterland ausgedünnt, bzw. 2014 durch den Abzug des 110e régiment d'infanterie aus Donaueschingen praktisch aufgelöst (24. Juni 2014). Nun gibt es noch einen anders zugeordneten Stab der Deutsch-Französischen Brigade.

Diese Militäreinrichtungen hatten vom 10. August 1949 bis 1993 Bestand und umfassten auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges bis zu 80.000 Mann. Das Stationierungsgebiet entsprach in etwa den Ländern Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern. Bis 1955 waren auch die Besatzungstruppen in Österreich, ein vergleichsweise ohnehin kleines Kontingent, der FFA unterstellt.[1]

Le BABO (Bâtiment Administratif de Baden-Oos), das Verwaltungsgebäude der französischen Besatzungsmacht in Baden-Baden

Nach dem Ende des Saarprotektorats und dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1957 gehörten auch die dort stationierten französischen Truppen zu den Forces françaises en Allemagne. In Baden-Baden befand sich das Hauptquartier sowie ein Militärspital. Ein am 25. Oktober 1960 geschlossenes Abkommen erlaubte es der Bundeswehr, Ausrüstungen in militärischen Einrichtungen der FFA zu lagern und auch im Übungseinsatz zu erproben.

Einzelnachweise

  1. Anfangs 15.000 Mann stark, wurden sie schon im Mai 1946 auf 7.000 Mann reduziert. Im Oktober 1954, kurz vor Ende der Besatzung, belief sich das französische Kontingent auf 540 Mann; der Hauptteil in Wien stationiert. In der Besatzungszone Tirol–Vorarlberg waren nur 150 Gendarmen stationiert.
    1946 in Klaus Eisterer: Austria under Allied Occupation. (= Studies in Austria and Central European History and Culture 1). In: Günter Bischof, Michael Gehler, Rolf Steininger (Hrsg.): Austria in the Twentieth Century. Transaction Publishers, New Brunswick/London 2009, ISBN 0-7658-0175-2, S. 201 (Artikel 190211) (Datensatz, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, Ausg. 2003).; 1954 in Gerald Stourzh: Um Einheit und Freiheit: Staatsvertrag, Neutralität und das Ende der Ost-West-Besetzung Österreichs 1945-1955. Band 62 von Studien zu Politik und Verwaltung. 5. Auflage. Böhlau, Wien 2005, ISBN 978-3-205-77333-7, S. 581 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).