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vom 30.03.2017, aktuelle Version,

Franz Hampl

Franz Hampl (* 8. Dezember 1910 in Bozen; † 31. Oktober 2000 in Innsbruck) war ein österreichischer Althistoriker.

Leben

Franz Hampl, Sohn eines österreichischen Offiziers, der 1914 fiel, wuchs in Schwarzenberg in Vorarlberg auf. Er studierte in Leipzig, wo sein Onkel Hans Driesch Professor war, Frankfurt und Kiel und wurde 1934 an der Universität Leipzig mit der Dissertation Der König der Makedonen promoviert. Anschließend erhielt er in Leipzig eine Assistentenstelle bei Helmut Berve, wurde 1937 mit einer Arbeit über Die griechischen Staatsverträge des 4. Jahrhunderts v. Chr. habilitiert und erhielt 1939 eine Dozentur, nachdem er zuvor in die NSDAP eingetreten war.[1] Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Hampl eingezogen und verbrachte den Rest des Krieges als Soldat. Den Ruf an die Universität Gießen nahm er zwar an, konnte aber seine Lehrtätigkeit wegen des Kriegsdienstes nie ausüben. Als die Universität Gießen 1945 geschlossen wurde, war Hampl arbeitslos. 1946 ging er als Ordinarius an die neu gegründete Universität Mainz. Bereits 1947 wurde er Professor für Alte Geschichte an der Universität Innsbruck und blieb in dieser Position bis zu seiner Emeritierung 1978. Sein Nachfolger wurde sein Schüler Reinhold Bichler. Hampl befasste sich besonders mit makedonischer und römischer Geschichte, antikem Staatsrecht, Religionsgeschichte, Mythologie, antiker und moderner Historiografie sowie Geschichtstheorie und antiken Kulturkontakten.

Auszeichnungen

Literatur

  • Karl Christ: Klios Wandlungen. Die deutsche Althistorie vom Neuhumanismus bis zur Gegenwart. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54181-X, S. 139f.
  • Peter W. Haider, Robert Rollinger (Hrsg.): Althistorische Studien im Spannungsfeld zwischen Universal- und Wissenschaftsgeschichte. Festschrift für Franz Hampl zum 90. Geburtstag am 8. Dezember 2000. Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07767-7 (Inhaltsverzeichnis (PDF; 66 kB) und Einleitung (PDF; 72 kB) online).
  • Ingomar Weiler: Franz Hampl. In: Reinhold Bichler (Hrsg.): 100 Jahre Alte Geschichte in Innsbruck. Franz Hampl zum 75. Geburtstag (Forschungen zur Innsbrucker Universitätsgeschichte, Bd. 13). Innsbruck 1985, ISBN 3-900-25902-X, S. 61–74 (online; MS Word; 332 kB).

Einzelnachweise

  1. Beitrittsdatum 3. Februar 1939, Mitgliedsnummer 6.444.652, siehe Jörg-Peter Jatho, Gerd Simon: Gießener Historiker im Dritten Reich. Gießen 2008, ISBN 978-3-88349-522-4, S. 74.
  2. Tiroler Landespreis für Wissenschaft - Preisträger 1984 bis 2014. Abgerufen am 14. Oktober 2015.