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vom 18.05.2017, aktuelle Version,

Franz Xaver Gruber (Politiker)

Franz X. Gruber

Franz Xaver Gruber (* 21. Jänner 1968 in Lienz) ist ein österreichischer Politiker (ÖVP) und amtsführender Stadtrat der Landeshauptstadt Innsbruck.

Leben

Gruber besuchte die Volksschule in Lienz und wechselte 1978 ans Gymnasium Lienz, wo er 1986 maturierte. Von 1986 bis 1992 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. Von 1988 bis 1990 war er Chefredakteur der Studentenzeitung „Unipress“ und Pressereferent der Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH), wurde 1991 Geschäftsführer der Studia (Studentenförderungsgesellschaft mbH) und arbeitete von 1992 bis 1993 als Redakteur bei der Tiroler Bauernzeitung. 1994 wurde Gruber Geschäftsführer der Innsbrucker Volkspartei und wechselte 2003 als Organisationsreferent in die VP-Landespartei.

2006 absolvierte Gruber an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) in München eine Weiterbildung zum Public Relations-Fachwirt BAW und arbeitete bis 2010 als Kommunikationsberater bei der Firma hofherr communikation.

Seit seiner Studienzeit ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindungen Raeto-Bavaria im ÖCV und der Mittelschulverbindungen Andechs und Lebenberg im Tiroler Mittelschülerverband. Ebenfalls Mitglied ist er in der Schützenkompanie Mühlau, dem Tiroler Jägerverband und bei der Bruderschaft St. Christoph. Seit 2011 ist er Präsident des Fußballclubs FC Veldidena.

Franz Xaver Gruber ist Vater von zwei Kindern.

Politik

In seinen Studienzeiten begann sich Franz Xaver Gruber politisch zu engagieren und wirkte als Sozialreferent der Österreichischen Hochschülerschaft an der Uni Innsbruck. 1990 wurde er zum Vorsitzenden der ÖH an der Universität Innsbruck gewählt.

Seit 2006 ist er Mitglied des Innsbrucker Gemeinderates und seit 2007 Stadtparteiobmann der Innsbrucker Volkspartei. Von 2007 bis 2009 war er zudem Landesvorsitzender der Gewerkschaft für Kunst, Medien, Sport und freie Berufe im Österreichischen Gewerkschaftsbund.

Von 22. April 2010 bis 15. April 2012 war Gruber 1. Vizebürgermeister von Innsbruck. Er war zuständig für Soziales und Jugendwohlfahrt, Grünanlagen sowie Land- und Forstwirtschaft. Nach der Gemeinderatswahl 2012 wurde die Innsbrucker Volkspartei, obwohl die stimmenstärkste Fraktion im Gemeinderat, in die Opposition gedrängt. Seit 16. Mai 2012 war Gruber daher als Stadtrat ohne Amtsführung Mitglied des Stadtsenates der Landeshauptstadt Innsbruck tätig. Auf Landesebene engagierte sich Gruber beim Tiroler Sozialmarkt und ist Mitglied im Beirat der Tiroler Arbeitsmarktförderung sowie beim Tiroler Beschäftigungsverein. Im Rahmen der Zusammenarbeit im österreichischen Städtebund war Gruber Mitglied im Sozial- und Umweltausschuss. Am 14. April 2015 wurde Gruber zum Rechnungsprüfer in der Landesgruppe Tirol des Österreichischen Städtebunds für die Periode 2015 bis 2017 bestellt.[1]

Aufgrund der angespannten Finanzsituation der Landeshauptstadt Innsbruck (Neuverschuldung) und der schwierigen geopolitischen Lage (Asylkrise) kam es am 3. Dezember 2015 zur Umbildung der Stadtregierung.[2] Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) holte die Innsbrucker Volkspartei in die Regierung. Die neue Ressortverteilung an die ÖVP-Stadträte wurde vom Gemeinderat mit nur 5 Gegenstimmen beschlossen. Stadtrat Franz X. Gruber ist zuständig für die Ressorts Flüchtlingskoordination, Tourismus, Gesundheit sowie für die Land- und Forstwirtschaft.[3]

Die Geschäftsleitung des Städtebundes hat am 67. Österreichischen Städtetag am 17. Mai 2017 in Zell am See StR Franz X. Gruber einstimmig als Mitglied in den Kongress der Gemeinden und Regionen Europas, einem Organ des Europarates, nominiert.

Kritik

Im Herbst 2011 wurde von lokalen Medien und anderen politischen Mitbewerbern kritisiert, Gruber habe im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit für die Firma "Hofherr Communikations" gegen die Interessen der Stadt Innsbruck, in deren Gemeinderat er saß, Lobbying betrieben. Die Vorwürfe bezogen sich auf ein öffentlich bekannt gewordenes firmeninternes E-Mail, in dem Gruber sein Vorhaben umreißt.[4] Gruber sah damals keine "unbotmäßige Vermischung" von politischem Mandat und PR Tätigkeit. Die vorgebrachten Vorwürfe lösten auch keine juristischen Folgen bzw. Verfahren aus.

Einzelnachweise

  1. http://www.staedtebund.gv.at/services/aktuelles/aktuelles-details/artikel/staedtebund-vollversammlung-in-innsbruck.html
  2. http://tirol.orf.at/news/stories/2745346/
  3. http://www.tt.com/politik/10839561-91/im-2.-anlauf-ohne-zwang.csp
  4. http://www.dietiwag.org/blog/index.php?datum=2011-10-17 Der Fall des Lobbyisten Franz Xaver Gruber