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vom 02.08.2018, aktuelle Version,

Freddy Gigele

Freddy Gigele (* 6. Jänner 1961[1] in Zams) ist ein österreichischer Musiker und Komponist. Nachdem er Anfang der 1980er Jahre seinen Durchbruch mit der Tiroler Hard-Rock-Band No Bros hatte, war er in den folgenden Jahrzehnten vor allem als Film- und Fernsehkomponist sowie Liedermacher für den Österreichischen Rundfunk (ORF) aktiv. Darunter hatte er mit Freddy und die wilden Käfer, Freddys Freunde und Sing und tanz mit Freddy auch drei eigene Kurzsendungen im Programm.

Leben und Karriere

Freddy Gigele wurde am 6. Jänner 1961 als Sohn der Bergbauernfamilie Josef und Anna Gigele in der Gemeinde Zams im Oberinntal geboren und wuchs in dem kleinen Dorf Kauns im Kaunertal auf. Bereits als Kind übte er sich zuhause als Schlagzeuger auf einem selbst zusammengestellten Schlagzeug bestehend aus Dosen und Deckeln und sang bereits in seiner Kindheit in der örtlichen Kirche. Nachdem er als Elfjähriger erste öffentliche Auftritte hatte und da er bereits früh viele verschiedene Musikinstrumente beherrschte, mit 14 Jahren jeden ausfallenden Musiker der Kauntaler Buam ersetzen konnte, gründete Gigele bald darauf auch einige eigene Bands. Gigele, der vor allem durch seinen Volksschullehrer zur Musik gekommen war, begann dabei mit fünf Jahren am Akkordeon, war mit sieben Jahren Vorsänger in der Kirche, mit acht Jahren war er Trommler bei der Schützenkompanie und danach bei der Musikkapelle und lernte später auch noch Trompete, Posaune und Gitarre; das alles als Autodidakt. Nach Gründung seiner ersten Band als Elfjähriger wurde er vor allem vom Vater, der nicht viel von Musikern hielt, zu einer Kochlehre (im Schwarzen Adler in Landeck) gedrängt, die Freddy Gigele jedoch nach eineinhalb Jahren wieder abbrach. Er hielt sich unter anderem als DJ, als Skilehrer in Serfaus oder als Hilfsarbeiter am Bau finanziell über Wasser. Ende der 1970er war er eines der Gründungsmitglieder der Tiroler Hard-Rock-Band No Bros, die bereits zuvor ab 1974 unter dem Namen Target bestanden hatte.

Nachdem sich nach einigen Jahren mit No Bros, bei denen er als Sänger und Komponist agierte, die ersten kommerziellen Erfolge einstellten und 1981[2] mit dem Album Heavy Metal Party der eigentliche Durchbruch folgte, zog er noch im gleichen Jahr nach Wien, wo er im darauffolgenden Jahr 22-jährig seine erste, aus einer Akademikerfamilie stammende Ehefrau heiratete und mit ihr sein erstes Kind (Sophie, * 1983) bekam. Gleich im Anschluss auf die Erfolge mit dem neuen Album war er 1982 an der Filmmusik zu Niki Lists Film Café Malaria beteiligt. Zuvor war er rund fünf Jahre mit der Band quer durch Europa getourt und wurde bei einem dieser Konzerte in der Heimat von einem ORF-Mitarbeiter entdeckt. Eben zu dieser Zeit wurde nach diversen internen Querelen die Band im Jahre 1986 aufgelöst; Gigele hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Semester (1984/85) am Wiener Konservatorium studiert[3]. Vor allem in der Zeit nach der Bandauflösung, als unter anderem bereits das zweite Kind (Jakob, * 1985) geboren war. Kurz darauf wurde der gebürtige Tiroler ein weiteres Mal entdeckt; diesmal, als er bei einer Kinderveranstaltung ein Lied spielte und ihm ein ORF-Mitarbeiter anbot, Signations für den Sender zu schreiben. So war er unter der Ära Teddy Podgorskis unter anderem im gleichen Jahr als Musikkomponist beim Kultfilm Müllers Büro von Niki List im Einsatz und schrieb für den Film 10 verschiedene Musiktitel.

Im Laufe der Jahre, er arbeitete bisher unter sechs verschiedenen ORF-Intendanten, schrieb er zahlreiche Kennmelodien des Österreichischen Rundfunks, darunter Melodien für die ORF nachlese oder Nachbar in Not. Ab 1993 kam es zu einer langjährigen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit Thomas Brezina in den Bereichen Fernsehen sowie Hörspiel und Hörbuch, dabei vor allem bei dessen Werken Tom Turbo, Knickerbocker-Bande, Sieben Pfoten für Penny oder dem Forscherexpress. Allein für das von 1994 bis 2008 produzierte Kinderprogramm Confetti TiVi des öffentlich-rechtlichen Senders komponierte Gigele im Laufe der Zeit mehrere hundert Signations, die später teilweise auch auf CD erschienen. Auch parallel zum ORF arbeitete der Vater von fünf Kindern, später wurden noch die Kinder Toni (* 1988), Oskar (* 1994) und Nelly geboren, unter anderem auch durch seine zweite Frau Birgit, bei diversen anderen Sendern. Dabei betreute er auch den ARD, ZDF, Radio Salzburg, Radio Stephansdom oder TW1. Des Weiteren produzierte der ab 1994 in seiner neuen Funktion als Musikdesigner auftretende Gigele bisher bereits mehrere hundert Signations, an seinem Rekordtag produzierte er elf verschiedene, darunter unter anderem für das Kasperltheater, die Filme Wahre Liebe (Regie: Kitty Kino, 1990), Ach, Boris... (Regie: Niki List, 1990), Benny’s Video (Regie: Michael Haneke, 1992) oder zwei Episoden der europäischen Krimiserie Eurocops, bei denen ebenfalls Kitty Kino als Regisseurin agierte. Weitere Einsätze als Komponist hatte er später auch für verschiedene Polizeiruf-110-Produktionen oder SOKO Kitzbühel.

Des Weiteren agierte er als Komponist zahlreicher TV- und Radiowerbungen, war an unterschiedlichen Musical-Produktionen (u. a. an Hatschi Bratschi[4]) und Volksstücken beteiligt, war Musikproduzent der ersten und zweiten Staffel von Starmania[5] und ist auch weiterhin beim Nachfolgeprogramm des Confetti TiVi, der Programmreihe Okidoki als Musikkomponist beteiligt. In dieser Reihe ist er auch selbst mit den Kurzsendungen Freddy und die wilden Käfer[6], Freddys Freunde und Sing und tanz mit Freddy, bei denen er persönlich vor der Kamera steht, vertreten.[7] Auch beim 21 Jahre nach der Filmpremiere von Müllers Büro gestarteten gleichnamigen Musical[8], das, neben Auftritten in diversen Wiener Theaterhäusern, auch in Deutschland und der Schweiz aufgeführt wurde, war Gigele als Komponist im Einsatz. Drei Jahre zuvor war er in Neu-Delhi, wo er unter anderem zusammen mit dem bekanntesten zeitgenössischen indischen Musiker Ravi Shankar und dessen Tochter musizierte.[9]

Einzelnachweise

  1. anderen Quellen zufolge auch 7. Jänner (Artikel auf piburgersee.com)
  2. No Bros - Heavy Metal Party. In: Discogs. Abgerufen am 18. Januar 2017 (englisch).
  3. Absolventen - MUK Musical Wien. In: www.konsical.com. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  4. Musik für Kinder : Hatschi Bratschis Luftballon - CD. In: www.indras-bookandsound.at. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  5. Stadtzeitung Imst. In: http://www.imst.tirol.gv.at. AMTLICHE NACHRICHTEN DER STADTGEMEINDE IMST UND DES IMSTER GEMEINDERATES, 4. April 2008, abgerufen am 18. Januar 2017.
  6. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Kinderkaraoke. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 18. Januar 2017]).
  7. "Menschen im Gespräch:" Freddy Gigele - Radio Wien. In: wien.orf.at. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  8. Müllers Büro | gallissas theaterverlag und mediaagentur gmbh. In: www.gallissas-verlag.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  9. impuls IMST Kaunertaler Musikgenie Freddy Gigele aus Kauns ist einer der gefragtesten Komponisten Österreichs. Impuls traf den Musiker zum Interview. In: docplayer.org. Abgerufen am 18. Januar 2017.