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vom 23.09.2016, aktuelle Version,

Friedrich von Scholl

Friedrich von Scholl (7. von links) beim Kaisermanöver 1905

Friedrich Scholl, seit 1880 von Scholl (* 25. Oktober 1846 in Darmstadt; † 2. Oktober 1928 in Potsdam)[1] war ein preußischer Generaloberst und Generaladjutant des Kaisers Wilhelm II.

Leben

Er war der Sohn von Friedrich Scholl (1815–1875), hessischer Oberst und Abteilungschef im Kriegsministerium.

Scholl trat am 11. Februar 1863 in das 2. Reiter-Regiment der Hessischen Armee ein. Hier wurde er am 3. September 1865 zum Sekondeleutnant befördert und nahm im folgenden Jahr am Krieg gegen Preußen teil. Nach Beendigung des Krieges in die Preußische Armee übernommen, wurde Scholl vom 27. September 1867 bis 11. November 1869 zum Militärreitinstitut Hannover kommandiert. Als Premierleutnant nahm Scholl 1870/71 im Krieg gegen Frankreich an den Schlachten bei Gravelotte, Noisseville, Beaune-la-Rolande, Orléans und der Belagerung von Metz sowie einer Reihe weiterer Gefechte teil. Für seine Leistungen wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Am 12. Juni 1877 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Rittmeister zum Chef der 5. Eskadron ernannt. Wilhelm I. erhob Scholl am 15. Juli 1880 in den erblichen Adelsstand. Es folgte am 11. Dezember 1886 seine Versetzung in das 1. Garde-Ulanen-Regiment in Potsdam. Unter Belassung in diesem Kommando wurde Scholl am 19. Juni 1888 als Major zum diensttuenden Flügeladjutanten von Kaiser und König Wilhelm II. ernannt. Seit 15. Juni 1891 war er außerdem Kommandeur der Leibgendarmerie und wurde am 18. August 1891 Oberstleutnant. Scholl gehörte im weiteren Verlauf seiner Karriere ununterbrochen zur nächsten militärischen Umgebung des Kaisers. Nachdem er am 24. Dezember 1905 zum General der Kavallerie aufgestiegen war, wurde er am 16. Juni 1913 zum Generaloberst befördert. Er war zudem Generalkapitän der Schloß- und Leibgarde.

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • von Arenstorff: Fünfundsiebzig Jahre des Königlichen 1. Garde-Ulanen-Regiments 1819–1894. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1898, S. 468.
  • 50jähriges Dienstjubiläum des Generalobersten Friedrich v. Scholl. in: Militär-Wochenblatt. Nr. 146 vom 25. Oktober 1913, S. 3303.

Einzelnachweise

  1. Georg Nostitz–Rieneck (hrsg.): Briefe Kaiser Franz Josephs an Kaiserin Elisabeth 1859–1898 Band 2. Verlag Herold, München/Wien 1966, S. 466.
  2. 1 2 3 Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. Hrsg.: Kriegsministerium. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1914. S. 44.