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vom 23.01.2017, aktuelle Version,

Günter Pichler

Günter Pichler (* 9. September 1940 in Kufstein)[1] ist ein österreichischer Geiger, Hochschullehrer und Dirigent. Er war Gründer und Primarius des Alban Berg Quartetts.

Leben

Günter Pichler begann 1955 sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Mit 18 Jahren war er Konzertmeister der Wiener Symphoniker, und mit 21 Jahren wurde er von Herbert von Karajan als Konzertmeister zu den Wiener Philharmonikern berufen.

Von 1963 bis 2009 lehrte Günter Pichler als Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und von 1993 bis 2012 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. 2007 wurde er zum Leiter des Departments für Kammermusik an der Escuela Superior de Música Reina Sofia in Madrid bestellt, außerdem unterrichtet er an zahlreichen Sommerakademien, u. a. Pro Quartet Paris, Accademia Chighiana Siena und Misqa Montreal.

Viele seiner Schüler gewannen internationale Preise, sind Konzertmeister in wichtigen Orchestern, Professoren an Musikhochschulen und Universitäten oder haben sich Karrieren als Solisten aufgebaut. Zu seinen Schülern zählen auch Musiker europäischer Kammermusikensembles wie zum Beispiel die Quartette Artemis, Aron, Belcea, Casals, Fauré, das Trio con brio, das Atos-, Eggner-, Morgenstern Trio und Nachwuchsquartette wie Acies, Amaryllis, Cavaleri, Finzi, Piatti, Minetti, Schumann, Voce, van Kuijk, Aris und Goldmund.

1970 gründete Günter Pichler das Alban Berg Quartett und war bis zu dessen Auflösung 2008 Primarius dieses Ensembles, das als eines der weltweit führenden Streichquartette galt.

Als Ergänzung zu seiner Quartett-Arbeit und zu seiner Lehrtätigkeit startete Günter Pichler eine Karriere als Dirigent. Seither hat er viele europäische Orchester in Konzerten und auf Tourneen dirigiert, zum Beispiel das Wiener sowie Stuttgarter Kammerorchester, das Israel Chamber Orchestra, das Ensemble Orchestral de Paris, das Orchestra della Toscana Firenze, I Pomeriggi Musicali di Milano, das Hallé Orchestra Manchester, das Orchestre National de Lille, und die Royal Flanders Philharmonic. In Japan dirigierte er alle großen Orchester wie die Philharmonien in Tokio, Osaka, und Sendai, sowie das Sapporo Symphony Orchestra[2] und das NHK-Sinfonieorchester Tokio. Von 2001 bis 2006 war er Principle Guest Conductor (Gastdirigent) des Orchestra Ensemble Kanazawa und ist seither dessen Artistic Advisor (künstlerischer Berater).

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Nach Altmann, W.: Kurzgefasstes Tonkünstler-Lexikon, 15. Aufl.: 2. T.
  2. laut eigener Website „Sapporo Philharmonic“: vermutlich ist jedoch das professionelle Sapporo Symphony Orchestra gemeint und nicht das Amateurorchester Sapporo Philharmormic Orchestra.