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vom 26.09.2016, aktuelle Version,

Güssinger Bahn

Güssinger Bahn
Körmend–Güssing
Geografische Daten
Kontinent Europa
Land Österreich, Ungarn
Bundesland, Region Burgenland, Transdanubien
Streckenbezogene Daten
Bahnhof Körmend an der Ungarischen Westbahn
Bahnhof Körmend an der Ungarischen Westbahn
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
von Györ
0,0 Körmend
nach Szentgotthárd
5,7 Vasalja
10,2 Pinkamindszent
~11,9 Österreich / Ungarn
15,6 Strem
19,5 Urbersdorf Überg. zur Waldbahn Punitz (Pferdebahn, 600 mm, 1905–1933)
23,0 Güssing / Németújvár Überg. zu den Waldbahnen nach Neuberg und Rohr
(beide 760 mm, 1913–1921)

Die Güssinger Bahn ist eine ehemalige Bahnstrecke im Grenzgebiet von Österreich und Ungarn. Sie verband die Stadt Güssing, den Hauptort des gleichnamigen Bezirkes im südlichen Burgenland, seit dem 1. September 1909 mit dem im Raabtal an der Hauptbahn Steinamanger (Szombathely) – FehringGraz gelegenen Bahnhof Körmend in Ungarn. Die Lokalbahn war von der Körmend-Németújvári h.é. vasút gebaut und betrieben worden.

Ehemaliges Bahnhofsgebäude in Güssing
Ehemaliges Bahnhofsgebäude in Vasalja, Ungarn

Auch nachdem der Bezirk Güssing von Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg in die Republik Österreich eingegliedert und die Bahn von der neuen Grenze durchschnitten worden war, führte weiterhin die Ungarische Staatsbahn den Betrieb der Güssinger Lokalbahn. Eine Verbindung mit dem Schienennetz auf Österreichischem Staatsgebiet bestand nicht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie wegen der Abschottung durch den Eisernen Vorhang stillgelegt. Seitdem findet im Bezirk Güssing kein Schienenverkehr mehr statt. Auch das umfangreiche Netz von Waldbahnen, das als Zubringer zur Eisenbahn fungierte, existiert nicht mehr.

1962 wurden die Gleise demontiert. Im Rahmen der Neuerrichtung der Geschriebenstein Straße (B56) wurde zwischen Güssing und Moschendorf der alte, meist geradlinig verlaufenden Bahndamm für den Straßenbau herangezogen. Zwischen Moschendorf und der Staatsgrenze bei Strem sind noch Reste der Gleise vorhanden.[1]

Der Bezirk Güssing ist seitdem der einzige politische Bezirk in Österreich ohne Bahnanbindung. Das Bahnhofsgebäude von Strem ist bis dato erhalten geblieben und steht im privaten Besitz. Das Bahnhofsgebäude von Güssing wird seit dessen aufwändigen Restaurierung als privates Wohnhaus und Arztpraxis genutzt.[2] Der Lokschuppen in Güssing wurde allerdings in den 1990er Jahren abgerissen. Sowohl in Güssing, als auch in Strem erinnert die Bahnhofstraße noch heute an die ehemalige Eisenbahn.[1]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Naturpark Südburgenland: Die Bahnlinie Güssing-Körmend (pdf-Dokument, 264 KB). Abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. Auf den Spuren der alten Körmeder Bahn. Abgerufen am 14. Juni 2013.