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vom 14.12.2017, aktuelle Version,

Gas Connect Austria

Gas Connect Austria
Rechtsform GmbH
Gründung 2001
Sitz Wien
Leitung Harald Stindl
Stefan Wagenhofer
Mitarbeiter ca. 280[1]
Umsatz EUR 263,23 Mio (Schätzung Creditreform)
Branche Netzbetreiber
Website www.gasconnect.at

Die Gas Connect Austria GmbH (bis Ende 2011 OMV Gas GmbH) mit Sitz in Wien ist ein Fernleitungsnetzbetreiber und Verteilernetzbetreiber und zu 51 Prozent im Eigentum des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV. Kerngeschäft des Unternehmens sind die Vermarktung von grenzüberschreitenden Transportkapazitäten und die Bereitstellung von Kapazitäten für im Inland benötigtes Erdgas. Zudem ist Gas Connect Austria als Betreiber eines rund 900 Kilometer langen Erdgashochdruckleitungsnetzes für dessen sicheren Betrieb verantwortlich.

Das Pipelinenetz von Gas Connect Austria beinhaltet für den grenzüberschreitenden Gastransport die Fernleitungen West-Austria-Gasleitung (WAG), Süd-Ost-Leitung (SOL), Hungaria-Austria-Gasleitung (HAG), Penta-West (PW), die March-Baumgarten-Gasleitung (MAB) und die Kittsee-Petrzalka-Gasleitung (KIP).

Die Verteilerleitungen von Gas Connect Austria, das sogenannte Primärverteilungssystem (PVS), besteht aus rund 40 einzelnen Leitungen und dient der Inlandsversorgung.

Hintergrund

Gas Connect Austria wurde im Oktober 2001 im Zuge der Liberalisierung des europäischen Gasmarktes als OMV Erdgas GmbH aus dem OMV-Konzern ausgegründet. Sie war anfangs für die Bereiche Beschaffung, Handel, Transport und Speicherung von Erdgas in Österreich verantwortlich. Im Oktober 2002 übersiedelte die OMV Erdgas GmbH in den floridotower in Wien-Floridsdorf, damit wurde auch die räumliche Trennung zum Mutterkonzern vollzogen. Im Mai 2004 erfolgte die Umbenennung in OMV Gas GmbH. Die Bereiche Beschaffung und Handel wurden 2006 in die neu gegründete OMV Gas International GmbH ausgegliedert; das Speichergeschäft wurde 2010 ausgelagert und als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen OMV Gas Storage GmbH fortgeführt.

Im Oktober 2011 wurde das neue österreichische Gaswirtschaftsgesetz im Parlament beschlossen. Es basiert auf dem 3. EU Energiepaket und schreibt integrierten Energiekonzernen wie der OMV die vollständige Trennung des Netzbetriebes von Handel und Produktion vor - die Schaffung sogenannter Independent Transmission Operators (ITO). Die neue Gesetzeslage erforderte eine klare Abgrenzung nach außen durch einen neuen eigenständigen Unternehmensauftritt. In Folge wurde die OMV Gas GmbH im Jänner 2012 in Gas Connect Austria umbenannt.

Im April 2012 wurde Gas Connect Austria als Marktgebietsmanager für das Marktgebiet Ost benannt und ist in dieser Rolle für den koordinierten Erdgastransport in Österreich verantwortlich. Das Unternehmen hatte diese Funktion bis zum 31. Mai 2017 inne. [2] Darüber hinaus zertifizierte die österreichische Regulierungsbehörde E-Control, Gas Connect Austria im Juli 2012 als unabhängigen Fernleitungsnetzbetreiber (Independent Transmission Operator – ITO)

Im Zuge der von der EU geforderten Entflechtung der österreichischen Fernleitungsnetzbetreiber wurde im September 2014 die Trans Austria Gasleitung (TAG) von Gas Connect Austria in die TAG GmbH eingebracht. Die TAG wird seither vom österreichischen Fernleitungsnetzbetreiber Trans Austria Gasleitung GmbH betrieben und befindet sich in dessen Eigentum. Parallel dazu wurde die Baumgarten-Oberkappel-Gasleitungsgesellschaft mit Gas Connect Austria verschmolzen.

Die Mutter OMV, die wegen voraussichtlich auch 2015 niedrig bleibender Ölpreise Werte abschreiben muss, gibt im Oktober 2015 bekannt, im Jahr 2016 bis zu 49 % Beteiligung an Investoren zu verkaufen.[3] Im Dezember 2016 wird der Verkauf von 49 % an ein Konsortium bestehend aus Allianz und Snam abgeschlossen.

Gasverteilstation Baumgarten

Ein großer Knotenpunkt der österreichischen Gasversorgung ist die Station von Gas Connect in Baumgarten, die für die Versorgung Österreichs und großer Teile Europas von Bedeutung ist. Dort wird Erdgas aus Russland, Norwegen und anderen Ländern übernommen und nach Deutschland, Frankreich, Italien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien weiterverteilt. 2015 wurden über die Station Baumgarten 40 Milliarden Kubikmeter Gas verteilt.[4]

Am 12. Dezember 2017 kam es in der Anlage zu einer Explosion. Dabei wurde ein Mensch getötet und 21 weitere verletzt. Als Folge wurde der Gastransit in Richtung Südeuropa und Südeuropa unterbrochen. Dies sorgte für Engpässe in Ungarn, der Slowakei, Großbritannien und Italien, teilweise stieg auch der Gaspreis bei Tagesgeschäften. Ursache war laut Österreichischer Polizei ein technischer Defekt.[4]

Einzelnachweise

  1. Factsheet. Gas Connect Austria, April 2015, abgerufen am 18. August 2015 (PDF; 122 kB).
  2. http://gasconnect.at/de/News-And-Press/Aussendungen/2017-03-24%20Marktgebietsmanager Gas Connect Austria optimiert die Organisation des österreichischen Gasmarkts, gasconnect.at, 24. März 2017, abgerufen 31. März 2017.
  3. http://orf.at/#/stories/2304785/ OMV verschreckt Anleger mit Milliardenabschreibung, orf.at, 19. Oktober 2015, abgerufen 19. Oktober 2015.
  4. 1 2 tagesschau.de: Österreich: Gasexplosion führt zu Versorgungsproblemen. Abgerufen am 13. Dezember 2017 (deutsch).