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vom 21.05.2017, aktuelle Version,

Georg Krücken

Georg Krücken (* 21. September 1962 in Bad Honnef) ist ein deutscher Soziologe und Hochschulforscher sowie Direktor des International Centre for Higher Education Research Kassel (INCHER-Kassel) an der Universität Kassel.[1]

Leben

Krücken studierte von 1981 bis 1989 an den Universitäten Bielefeld und Bologna Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaft. Er promovierte 1996 mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes über „Risikotransformation“ und habilitierte sich im Januar 2004, beides an der Fakultät für Soziologie in Bielefeld.

Längere Forschungsaufenthalte hatte Krücken in Stanford und Paris. So war er zwischen 1999 und 2001 als DFG-Habilitationsstipendiat Visiting Scholar am Department of Sociology der Stanford University (USA) und im Frühjahr 2005 Visiting Professor am Centre de Sociologie des Organisations Paris. Für das Sommersemester 2011 kehrte er als Visiting Scholar an der School of Education an die Stanford University (USA) zurück und 2016 absolvierte er ein Forschungssemester als Visiting Scholar am Sciences Po, Centre de Sociologie des Organisations in Paris.

Zwischen 2006 und 2011 war Krücken Inhaber des ersten Lehrstuhls für Wissenschaftsorganisation, Hochschul- und Wissenschaftsmanagement an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, bevor er den Ruf auf die Professur für Hochschulforschung an der Universität Kassel annahm.

Daneben ist er regelmäßig Gastdozent an der Universität Wien. Seit 2014 ist er Vorsitzender der Gesellschaft für Hochschulforschung. 2016 wurde er zum Mitglied der Academia Europaea gewählt.

Georg Krücken forscht besonders im Bereich der Hochschulforschung und Wissenschaftssoziologie. Sein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Kombination neoinstitutionalistischer Theorie in der Organisationsforschung mit einem mehr makrosoziologischen Blick auf die Weltgesellschaft. Da beide Ansätze besonders in der amerikanischen Theorie und Forschung verwurzelt sind, bringt Krücken auch die europäischen Stränge der Gesellschaftstheorie ein. Als Ergebnis wird die neoinstitutionalistische Betonung isomorpher Tendenzen durch Differenzierungstendenzen sowohl auf gesellschaftlicher und organisatorischer Ebene ergänzt, was zur Neukonzipierung von zentralen Konzepten in der neoinstitutionalistische Analyse führt. Zur Verbreitung der neoinstitutionalistischen Ansätze in Deutschland trug auch seine Herausgebertätigkeit der Werke John W. Meyers bei.

Seine wissenschaftliche  Arbeit führte neben zahlreichen Publikationen auch zum europäischen Forschungsnetzwerk „New Institutionalism“, dessen Mitinitiator er ist. Seit Gründung des Netzwerks in 2004 ist er Sprecher des Netzwerks, das jährlich wissenschaftliche Konferenzen in verschiedenen europäischen Ländern organisiert.

Publikationen

  • Hochschulen – Fragestellungen, Ergebnisse und Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Hochschulforschung. Wiesbaden: VS Verlag, 2016, ISBN 978-3-658-11563-0 (gemeinsam mit Otto Hüther).
  • Generation Hochschulabschluss: Vielfältige Perspektiven auf Studium und Berufseinstieg. Analysen aus der Absolventenforschung. Münster: Waxmann, 2015, ISBN 978-3-8309-3221-5 (herausgegeben gemeinsam mit Choni Flöther).
  • Towards a multiversity? Universities between global trends and national traditions. Transcript, Bielefeld 2006, ISBN 3-89942-468-9
  • Weltkultur. Wie die westlichen Prinzipien die Welt durchdringen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-41651-0
  • Neo-Institutionalismus. Transcript-Verlag, Bielefeld 1999, ISBN 3-933127-28-9 (gemeinsam mit Raimund Hasse)
  • Risikotransformation. Die politische Regulierung technisch-ökologischer Gefahren in der Risikogesellschaft. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997, ISBN 3-531-13050-1

Einzelnachweise

  1. INCHER-Kassel: Krücken, Georg. In: www.uni-kassel.de. Abgerufen am 23. August 2016.