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vom 19.05.2017, aktuelle Version,

Gottfried Renn

Grabstätte des Künstlers, Hauptfriedhof Speyer
Werksignatur "Renn fct." (Renn fecit), am Friedhofskreuz des Hauptfriedhofs Speyer
Speyerer Dom, Westwerk, Figuren- und Ornamentschmuck von Gottfried Renn, darunter die Trägerfigur eines Speyerer Brezelverkäufers (rechts oben)
Immaculata im Dom zu Frankfurt, 1856

Gottfried Renn (* 15. Oktober 1818 in Imst; † 3. Oktober 1900 in Speyer) war ein aus Österreich stammender Bildhauer, der vor allem in Deutschland arbeitete.

Leben und Werk

Gottfried Renn wurde in Imst in Tirol als Sohn des Bildhauers Franz Xaver Renn (1784–1875) geboren. Bereits der Urgroßvater Joseph Anton Renn (1715–1790) und der Großvater Josef Chrysogonus Renn (1750–1806) hatten den gleichen Beruf.[1]

Der Vater - Schüler von Johann Martin Fischer in Wien - war ein bekannter Holzbildhauer und formte eine eigene Bildhauerschule, aus der u.a. Joseph Knabl (1819–1881) und Josef Beyrer (1839–1924) hervorgingen. Auch Gottfried Renn erlernte dort die Holzbildhauerei- bzw. -schnitzerei und schrieb sich ab 25. November 1836 an der Kunstakademie in München ein.[2] Dort erlernte er die Steinbildhauerei und war Schüler von Ludwig Schwanthaler. Die dort tätigen Maler Joseph Schwarzmann und Johann Schraudolph empfahlen ihn an den Bischof Nikolaus von Weis für die Restaurierung des Doms in Speyer. Hier ließ er sich dauerhaft nieder.

Renn startete eine erfolgreiche Karriere als Stein- und Holzbildhauer. Bekannte Werke sind:

Auf den Speyerer Friedhöfen befinden sich noch zahlreiche Grabsteine von seiner Hand, auf dem Hauptfriedhof Speyer ist auch das neugotische Friedhofskreuz von ihm geschaffen.

Gottfried Renn lebte in Speyer bis zu seinem Tode im Jahr 1900. Sein Grab ist auf dem Hauptfriedhof Speyer erhalten (2016). 1961 wurde ihm zu Ehren der Gottfried-Renn-Weg im Speyerer Süden benannt.

Seine Brüder Josef Willhelm (1820–1894) und Franz Xaver II. (1821–1842) waren gleichfalls Bildhauer. Gottfrieds Sohn Hermann Renn (1850–1901) arbeitete in Speyer in der Werkstatt des Vaters als Bildhauer mit. Nach dem frühen Tod Hermanns führte Gottfried Renns Neffe, der Bildhauer Julius Renn (1825–1914) das Speyerer Geschäft fort. 1919 wurden Wohnhaus und Atelier in der Kleinen Pfaffengasse an die neugegründete Pilger-Druckerei verkauft. Die Gebäude wurden zunächst umgebaut und mussten dann 1933/34 einem Neubau weichen. Heute ist an dieser Stelle in der Kleinen Pfaffengasse das Bistumsarchiv untergebracht.

Der aus über 800 Modellgipsen bestehende bildhauerische Nachlass der Bildhauerfamilie gelangte nach 1919 in das Historische Museum der Pfalz.


Literatur

  Commons: Gottfried Renn  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Eduard Widmoser: Tirol A bis Z, Südtirol-Verlag, 1970, S. 313 (Ausschnitt); Gert Ammann: Klassizisten--Nazarener, Kunst im Oberland 1800-1850, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, 1982, S. 39 ( Ausschnitt).
  2. Eintrag im Matrikelbuch 1809–1841.
  3. Franz Xaver Remling: Nikolaus von Weis, Bischof zu Speyer, im Leben und Wirken, Band 2, Speyer 1871, S. 311.
  4. Mariologisches. Heft 4, 2011, S. 6–7 (Digitalisat).
  5. Webseite zur Spitalkapelle Deidesheim

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