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vom 03.11.2016, aktuelle Version,

Gottlieb von Windisch-Graetz

Gottlieb (Amadeus) Graf von Windisch-Graetz (seit 1682 Reichsgraf) (* 13. März 1630 in Regensburg; † 25. Dezember 1695 in Wien) war ein Politiker und Diplomat in kaiserlich-habsburgischen Diensten.

Familie

Gottlieb (Amadeus) war der Sohn von Bartholomäus von Windisch-Graetz. Er heiratete 1662 seine erste Frau Amalia Margaretha van Brederode (1630–1663). Im Jahr 1665 heiratete er Gräfin Maria Eleonora zu Oettingen-Oettingen (1649–1681). Nach deren Tode heiratete er 1683 Gräfin Maria Theresia zu Saurau. Aus diesen Ehen gingen 13 Kinder hervor; ein Sohn war Ernst Friedrich von Windisch-Graetz.

Leben

Bereits früh mit 28 Jahren wurde er Mitglied des Reichshofrates. Dort gehörte er als Protestant der evangelischen Kurie des Gerichts an. Außerdem wurde er verschiedentlich als Diplomat zu verschiedenen außerordentlichen Missionen eingesetzt. Dazu gehörten Reisen nach Schweden (1663–1664), an verschiedene Höfe Italiens im Jahr 1661, nach Frankreich 1670, nach Braunschweig, Dänemark und Hamburg (1673–1674), sowie nach Den Haag (1691–1693). Insbesondere am Hof von Ludwig XIV. hat er sich mit seinem energischen Auftreten Respekt verschafft. Von 1683 bis 1688 war er neben den Bischöfen von Passau und Eichstätt Prinzipalkommissar am Reichstag in Regensburg.

Im Jahr 1682 war Windisch-Graetz zum Katholizismus konvertiert. Außerdem wurde er zum Reichsgrafen erhoben. Er hatte damit Sitz auf der Grafenbank des Reichstages. Allerdings gelang es ihm nicht, eine tatsächlich reichsunmittelbare Herrschaft zu erwerben. Daher wurde seine Reichsstandschaft bezweifelt. Dies hatte zur Folge, dass ihm auch seine Position als Reichstagskommissar von den Reichsständen bestritten wurde, da dieses Amt an der Reichsstandschaft hing.

Um 1693 wurde er zum Reichsvizekanzler ernannt.

Windisch-Graetz gehörte seit 1656 der Fruchtbringenden Gesellschaft unter dem Namen der Kühne an und war auch als Dichter von Sonetten und Zeitgedichten tätig. Sein Grab befindet sich in Wien in der Schottenkirche.

Literatur