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vom 27.08.2017, aktuelle Version,

Großer Preis von Österreich 1972

  Großer Preis von Österreich 1972
Renndaten
9. von 12 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1972
Name: Großer Preis von Österreich
Datum: 13. August 1972
Ort: Spielberg
Kurs: Österreichring
Länge: 319,194 km in 54 Runden à 5,911 km
Wetter: sonnig und heiß
Zuschauer: ~ 100.000
Pole-Position
Fahrer: Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus
Zeit: 1:35,97 min
Schnellste Runde
Fahrer: Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren
Zeit: 1:38,32 min
Podium
Erster: Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus
Zweiter: Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren
Dritter: Vereinigte Staaten  Peter Revson Vereinigtes Konigreich  McLaren

Der Große Preis von Österreich 1972 fand am 13. August auf dem Österreichring statt und war das neunte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1972.

Berichte

Emerson Fittipaldi im Lotus 72

Hintergrund

Ein im Wesentlichen identisches Starterfeld wie beim vorangegangenen Großen Preis von Deutschland wurde auch für den Grand Prix in Österreich gemeldet. Einzig das beim Großen Preis von Großbritannien erstmals in Erscheinung getretene Team Connew war wieder zusätzlich am Start. Außerdem verzichtete Ferrari diesmal auf den Einsatz eines dritten Wagens und bei B.R.M. kam wieder Peter Gethin anstelle von Reine Wisell zum Zuge.

Wie zum damaligen Zeitpunkt üblich, wurde die erste Kurve des Österreichrings ohne Schikane befahren, wodurch sich hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten ergaben.

Training

Sieben unterschiedliche Fahrzeuge qualifizierten sich für die ersten acht Startplätze. Die Pole-Position errang der in der Weltmeisterschaftswertung führende Emerson Fittipaldi auf Lotus. Neben ihm qualifizierte sich Ferrari-Pilot Clay Regazzoni für die erste Startreihe. Es folgten Jackie Stewart auf Tyrrell und Peter Revson auf McLaren in Reihe zwei vor Brabham-Pilot Carlos Reutemann, Matra-Werksfahrer Chris Amon, dem zweiten McLaren-Werksfahrer Denis Hulme sowie Tim Schenken auf Surtees.[1]

Henri Pescarolo, der beim Großbritannien-GP bereits den ersten eigenen Wagen des Teams Frank Williams Racing Cars zerstört hatte und aufgrund dessen wieder wie zuvor mit einem Kunden-March teilnehmen musste, beschädigte nun auch diesen im Training so stark, dass er nicht am Rennen teilnehmen konnte.

François Migault qualifizierte sich für den letzten Startplatz. Es folgte somit der erste und einzige Grand-Prix-Start eines Connew-Rennwagens.

Rennen

Trotz seines dritten Startplatzes gelang es Stewart, sofort die Führung zu übernehmen. Hinter ihm folgten Regazzoni und Fittipaldi, die aus der ersten Reihe ins Rennen gegangen waren, sowie Hulme, dem vom siebten Rang aus ein guter Start geglückt war.

Bereits nach wenigen Minuten bekam Regazzoni Probleme mit der Kraftstoffzufuhr und wurde dadurch langsamer. Es gelang ihm jedoch trotzdem, Fittipaldi bis zur vierten Runde hinter sich zu halten. Stewart profitierte von dieser Situation, indem er sich leicht absetzen konnte. In Runde 13 musste Regazzoni das Rennen schließlich ganz aufgeben.

Fittipaldi schloss innerhalb weniger Runden die Lücke zu Stewart und konnte ihn in Runde 24 überholen. Drei Runden später ging auch Hulme an Stewart vorbei, der in den folgenden Runden weiter zurückfiel. Peterson übernahm zwischenzeitlich den dritten Rang, bevor er wegen Problemen mit der Benzinzufuhr aufgeben und Revson den Podestrang überlassen musste.

Das Duell um die Spitze zwischen Fittipaldi und Hulme dauerte bis zum Ende des Rennens an, wobei Fittipaldi stets knapp die Nase vorn behielt. Mit seinem vierten Sieg in dieser Saison und nun 25 Punkten Vorsprung auf die in der WM-Wertung punktgleich Zweitplatzierten Hulme und Stewart bei nur noch drei ausstehenden Rennen rückte Fittipaldi dem Titelgewinn sehr nahe.[2]

Meldeliste

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Elf Team Tyrrell 1 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Tyrrell 005 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
2 Frankreich  François Cevert Tyrrell 002
Vereinigtes Konigreich Clarke-Mordaunt-Guthrie Racing 3 Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler March 721G G
Vereinigtes Konigreich  STP March Racing Team 4 Schweden  Ronnie Peterson G
5 Osterreich  Niki Lauda
Vereinigtes Konigreich  Marlboro B.R.M. 6 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin BRM P160C BRM P142 3.0 V12 F
7 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise
9 Neuseeland  Howden Ganley
Frankreich  Equipe Matra Sports 10 Neuseeland  Chris Amon Matra MS120D Matra MS72 3.0 V12 G
30T Matra MS120C1
Vereinigtes Konigreich  Ceramica Pagnossin Team Surtees 11 Italien  Andrea de Adamich Surtees TS9B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
Vereinigtes Konigreich  Yardley Team McLaren 12 Neuseeland  Denis Hulme McLaren M19C G
12T McLaren M19A2
14T Vereinigte Staaten  Peter Revson
14 McLaren M19C
Italien  Martini Racing Team 15 Italien  Nanni Galli Tecno PA123/3 Tecno Series-P 3.0 F12 F
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 16 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Brabham BT37 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
17 Argentinien  Carlos Reutemann
28 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Brabham BT34
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 18 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 312B2 Ferrari 001/1 3.0 F12 F
19 Schweiz  Clay Regazzoni
Vereinigtes Konigreich  John Player Team Lotus 21 Australien  Dave Walker Lotus 72D Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
31 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi
Vereinigtes Konigreich  Team Williams Motul 22 Frankreich  Henri Pescarolo March 721 G
23 Brasilien 1968  Carlos Pace March 711
Vereinigtes Konigreich  Brooke Bond Oxo Team Surtees 24 Australien  Tim Schenken Surtees TS9B F
25 Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood
Deutschland  Team Eifelland Caravans 27 Deutschland  Rolf Stommelen Eifelland Typ 21 G
Vereinigtes Konigreich Darnvall Connew Racing Team 29 Frankreich  François Migault Connew PC1 F

1 Der Matra MS120C mit der Startnummer 30T stand Chris Amon als T-Car zur Verfügung, kam jedoch nicht zum Einsatz.
2 Die beiden McLaren-Werksfahrer hatten jeweils einen McLaren M19A als T-Car zur Verfügung.

Klassifikationen

Startaufstellung

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:35,97 221,732 km/h 01
02 Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 1:36,04 221,570 km/h 02
03 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:36,35 220,857 km/h 03
04 Vereinigte Staaten  Peter Revson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:36,63 220,217 km/h 04
05 Argentinien  Carlos Reutemann Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:37,15 219,039 km/h 05
06 Neuseeland  Chris Amon Frankreich  Matra 1:37,16 219,016 km/h 06
07 Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:37,20 218,926 km/h 07
08 Australien  Tim Schenken Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:37,25 218,813 km/h 08
09 Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 1:37,33 218,634 km/h 09
10 Neuseeland  Howden Ganley Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:37,55 218,140 km/h 10
11 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:37,58 218,073 km/h 11
12 Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:37,77 217,650 km/h 12
13 Italien  Andrea de Adamich Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:38,08 216,962 km/h 13
14 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:38,14 216,829 km/h 14
15 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:38,25 216,586 km/h 15
16 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:38,48 216,080 km/h 16
17 Deutschland  Rolf Stommelen Deutschland  Eifelland-Ford 1:38,62 215,774 km/h 17
18 Brasilien 1968  Carlos Pace Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:38,62 215,774 km/h 18
19 Australien  Dave Walker Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:38,81 215,359 km/h 19
20 Frankreich  François Cevert Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:38,85 215,272 km/h 20
21 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:38,89 215,185 km/h 21
22 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:39,04 214,859 km/h 22
23 Italien  Nanni Galli Italien  Tecno 1:39,13 214,664 km/h 23
24 Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:39,92 212,966 km/h 24
25 Frankreich  Henri Pescarolo Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:40,28 212,202 km/h DNS
26 Frankreich  François Migault Vereinigtes Konigreich  Connew-Ford 1:43,88 204,848 km/h 25

Rennen

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 54 0 1:29:16,66 01
02 Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 54 0 + 1,18 07 1:38,32
03 Vereinigte Staaten  Peter Revson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 54 0 + 36,53 04
04 Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 54 0 + 44,76 12
05 Neuseeland  Chris Amon Frankreich  Matra 54 0 + 45,64 06
06 Neuseeland  Howden Ganley Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 54 0 + 1:01,19 10
07 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 54 0 + 1:09,09 03
08 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 54 0 + 1:21,45 21
09 Frankreich  François Cevert Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 53 0 + 1 Runde 20
10 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  March-Ford 53 0 + 1 Runde 22
11 Australien  Tim Schenken Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 52 2 + 2 Runden 08
12 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  March-Ford 52 0 + 2 Runden 11
13 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 51 1 + 3 Runden 16
14 Italien  Andrea de Adamich Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 51 0 + 3 Runden 13
Deutschland  Rolf Stommelen Deutschland  Eifelland-Ford 48 0 DNF 17 Motorschaden
Brasilien 1968  Carlos Pace Vereinigtes Konigreich  March-Ford 46 0 NC 18 nicht gewertet
Italien  Nanni Galli Italien  Tecno 45 2 DNF 23 Ölverlust
Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 36 0 DNF 14 defekte Kraftstoffeinspritzung
Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 31 1 DNF 15 Bremsdefekt
Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler Vereinigtes Konigreich  March-Ford 24 0 DNF 24 defekte Kraftstoffzufuhr
Frankreich  François Migault Vereinigtes Konigreich  Connew-Ford 22 0 DNF 25 Aufhängungsschaden
Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 20 0 DNF 09 defekte Kraftstoffzufuhr
Argentinien  Carlos Reutemann Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 14 0 DNF 05 defekte Kraftstoffeinspritzung
Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 13 0 DNF 02 defekte Kraftstoffzufuhr
Australien  Dave Walker Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 06 0 DNF 19 Motorschaden

WM-Stände nach dem Rennen

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

Fahrerwertung

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Lotus 52
02 Neuseeland  Denis Hulme McLaren 27
03 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Tyrrell 27
04 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 25
05 Vereinigte Staaten  Peter Revson McLaren 14
06 Schweiz  Clay Regazzoni Ferrari 13
07 Neuseeland  Chris Amon Matra 11
08 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise B.R.M. 9
09 Frankreich  François Cevert Tyrrell 9
10 Schweden  Ronnie Peterson March 9
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
11 Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood Surtees 7
12 Vereinigtes Konigreich  Brian Redman McLaren 4
13 Neuseeland  Howden Ganley B.R.M. 4
14 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Ferrari 3
15 Brasilien 1968  Carlos Pace March 3
16 Italien  Andrea de Adamich Surtees 3
17 Australien  Tim Schenken Surtees 2
18 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Brabham 2
19 Italien  Arturo Merzario Ferrari 1

Konstrukteurswertung

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Lotus 52
02 Vereinigtes Konigreich  McLaren 35
03 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 33
04 Italien  Ferrari 29
05 Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 13
Pos. Konstrukteur Punkte
06 Vereinigtes Konigreich  Surtees 12
07 Vereinigtes Konigreich  March 12
08 Frankreich  Matra 11
09 Vereinigtes Konigreich  Brabham 2

Einzelnachweise

  1. „Training“ (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 12. Juli 2011)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 12. Juli 2011)
  3. „WM-Stände“ (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 12. Juli 2011)