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vom 28.12.2018, aktuelle Version,

Gustav Tschermak

Gustav Tschermak (Photographie von Charlotte Mandl, 1906)

Gustav Tschermak, seit 1906 Tschermak Edler von Seysenegg (* 19. April 1836 in Littau, Mähren; † 4. Mai 1927 in Wien) war ein österreichischer Mineraloge.

Leben

Gustav Tschermak, der Sohn von Ignaz Markus Czermak (1791–1864), besuchte 1848 das Gymnasium in Olmütz, wo er schon früh begann, sich politisch zu betätigen und einen Verein zur Pflege der deutschen Sprache gründete. Von dieser Zeit an schrieb er seinen Familiennamen nach der heute üblichen Schreibweise Tschermak.

Im Jahr 1856 begann er an der Universität Wien zu studieren. Hier waren vor allem die beiden Professoren Josef Redtenbacher in Chemie und Eduard Fenzl in Botanik, der später sein Schwiegervater wurde, die wichtigsten Lehrer, während er sich die geologischen Kenntnisse hauptsächlich autodidaktisch aneignete. Vor allem die beiden Lehrer Karl Schwippel (1821–1911), Geologe, und Julius Schmidt, Astronom, bestimmten sein weiteres Interesse an der Geologie.

Tschermak war ab 1868 Professor in Wien. Seine Forschungsgebiete waren die Chemie der Silikatminerale und Meteoriten. 1864 entdeckte er das Prinzip des isomorphen Ersatzes. Er begründete 1871 die Zeitschrift Mineralogische Mittheilungen und war von 1893 bis 1894 Direktor der Universität Wien.

In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde er 1906 von Kaiser Franz Joseph I. in den erblichen Adelsstand erhoben und erhielt das Prädikat "Edler von Seysenegg". Seine Söhne sind der Physiologe Armin Tschermak-Seysenegg (1870–1952) sowie der Botaniker und Pflanzenzüchter Erich Tschermak-Seysenegg (1871–1962). Als Gründungsmitglied der Mineralogischen Gesellschaft war er deren erster Präsident und wurde 1907 zum Ehrenmitglied und 1911 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Seit 1870 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen und seit 1881 der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Er ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Döblinger Friedhof (Gruppe MO, Nummer 90) in Wien.

Publikationen

  • Die mikroskopische Beschaffenheit der Meteoriten – Stuttgart, E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (1885). – Engl. Übersetzung: „The Microscopic Properties of Meteorites“ von John A. Wood und E. Mathilde Wood, Smithsonian Institution, Washington D.C. (1964)
  • „Lehrbuch der Mineralogie“ – Wien, Hölder 1884 (9. Aufl. 1923)
  • Lehrbuch der Mineralogie: mit 836 Original-Abb. u. 2 Farbendrucktaf. – 5. Aufl. – Wien: Hölder, 1897. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Würdigungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Tschermakite auf Mindat abgerufen am 23. Jänner 2012