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vom 05.11.2016, aktuelle Version,

Gut Guggenthal

Gasthof Guggenthal
Guggenthal Wirtschaftsgebäude

Gut Guggenthal liegt im Ort Guggenthal, am Fuß des Gaisberges an der Wolfgangseestraße, ca. 5 km Luftlinie östlich vom Stadtzentrum Salzburg.

Das Gut steht unter Denkmalschutz. Es umfasst den alten Braugasthof (Brauhausstraße 4), das Moarhäusl (Stöckl zum Braugasthof, Hausnummer 2), die Villa Ceconi (Spießbraterei, Hausnummer 5) gegenüber, das Schmiedhäusl (Alte Schmiede, Hufschmiedhaus, Hausnummer 3) sowie das ganze riesige Brauereigebäude (Bankettzentrum), Hausnummer 1).

Brauerei und Landwirtschaft

„Guggenthal“. Franzisco-Josephinische Landesaufnahme, Blatt 31-48 Salzburg, um 1900

Das Anwesen war die zum Schloss Guggenthal gehörende Meierei, und ist schon 1272 erwähnt. 1588 sind Andre und Maximilian Stainhauser als Besitzer genannt, 1633 Catharina Gräfin Lodron, 1642 kam das Gut, noch zusammen mit dem Schloss (unterhalb, an der Wolfgangseestraße), in den Besitz der Bischöfe vom Chiemsee.

1861 kauften Georg und Maria Weikl, eine bekannte Bierbrauer- und Weinhändlerfamilie aus Krems an der Donau, das Gut. Es wurden ein Gasthof und eine Bierbrauerei eingerichtet, für die Planung und Ausführung 1864 zeichnete der Baumeister und Architekt Valentin Ceconi mit seinem Bauunternehmen Valentin Ceconi & Sohn verantwortlich, das Herrenhaus wird bis heute Villa Ceconi genannt. Auch eine prunkvolle Betriebskapelle, die Heiligenkreuzkirche Guggenthal, heute Filialkirche, wurde errichtet. Die Familie Weickl schaffte es sogar, zu erzherzoglichen Kammerlieferanten zu werden. In der besten Zeit lebten und arbeiteten viele Menschen in den verschiedenen Gebäuden des Gutes. Im heute stillgelegten Brauhaus hatten sechs Firmen ihre Lager, im Schlössl lebten vier Parteien, im Moarhaus war eine Firma untergebracht, in der alten Schmiede wurde gearbeitet, bis die neue Schmiede an der Bundesstraße gebaut wurde, im Personalhaus lebten die Melker und Knechte. 35 Stück Vieh standen auf der Weide.

Die Brauerei wurde schon 1916 zugesperrt, aber das Gut Guggenthal war damals im Familienbesitz der Hatscheks, den Nachfolgern der Weickls, noch ein sehr florierender landwirtschaftlicher Betrieb. Das Gasthaus Guggenthal hat Ende 1990 den Betrieb eingestellt.

Gut Guggenthal heute

Schmiedhäusl

Das Gebäudeensemble ist heute verlassen und seit Jahrzehnten in einem baulich desolaten Zustand, nur Dach und die Decke des Schmiedhäusls sind erneuert worden. Zeitweise war die Wiener Immobilienverwertung Astropa als zukünftiger Besitzer im Gespräch, unter anderem mit Großgastronomie, Eventzentrum und Seilbahn auf den Gaisberg.[1] 2012 wurde das Anwesen aber von drei Salzburgern übernommen, darunter den Betreibern des Gusswerks, die dort die Glockengießerei Oberascher erfolgreich revitalisiert haben. Diese planen eine behutsame, dem Ensemble angemessene Nutzung, darunter gehobenes Wohnen und Arbeiten und vielleicht auch Wiederaufnahme der Brauerei – am Veranstaltungsort in Kasern wird ebenfalls schon ein kleines Spezialbier gebraut.[2]

  Commons: Braugasthof Guggenthal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Commons: Brauereigebäude Guggenthal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Michael J. Mayr: Bei Gut Guggenthal wirds jetzt ernst (Memento vom 22. September 2010 im Internet Archive). In: WirtschaftsBlatt. online, 20. September 2010.
  2. Daniele Pabinger Koppl: Neue Salzburger Gutsherren – Gut Guggenthal. Zwei der Gusswerk-Eigentümer packen beim gründerzeitlichen Ensemble an. In: Salzburger Nachrichten. 25. Januar 2013, Lokalteil Stadt und Land, S. 8/9 (Artikelarchiv).