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vom 13.01.2019, aktuelle Version,

Hadersdorf-Kammern

Marktgemeinde
Hadersdorf-Kammern
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hadersdorf-Kammern
Hadersdorf-Kammern (Österreich)
Hadersdorf-Kammern
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Hauptort: Hadersdorf am Kamp
Fläche: 4,79 km²
Koordinaten: 48° 27′ N, 15° 43′ O
Höhe: 202 m ü. A.
Einwohner: 2.009 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 419 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3493
Vorwahl: 02735
Gemeindekennziffer: 3 13 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Landsknechtplatz 1
3493 Hadersdorf-Kammern
Website: www.hadersdorf-kammern.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Liselotte Golda (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
11
6
2
11  6  2 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Hadersdorf-Kammern im Bezirk Krems-Land
AggsbachAlbrechtsberg an der Großen KremsBergern im DunkelsteinerwaldDroßDürnsteinFurth bei GöttweigGedersdorfGföhlGrafeneggHadersdorf-KammernJaidhofKrumau am KampLangenloisLengenfeldLichtenau im WaldviertelMaria Laach am JauerlingMautern an der DonauMühldorfPaudorfRastenfeldRohrendorf bei KremsRossatz-ArnsdorfSchönberg am KampSenftenbergSpitzSt. Leonhard am HornerwaldStraß im StraßertaleStratzingWeinzierl am WaldeWeißenkirchen in der WachauKrems an der Donau Lage der Gemeinde Hadersdorf-Kammern im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Hauptplatz von Hadersdorf am Kamp
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hadersdorf-Kammern ist eine Marktgemeinde mit 2009 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich, Österreich.

Geografie

Geografische Lage

Hadersdorf-Kammern liegt im Südosten des Waldviertels in Niederösterreich. Der Kamp tritt hier aus dem engen Kamptal in das Tullnerfeld.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 4,8 Quadratkilometer. 5,03 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Hadersdorf am Kamp (1653)
  • Kammern (356)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hadersdorf am Kamp und Kammern.

Geschichte

Urkundlich wird der Ort bereits 1136 erwähnt als ”Werd, que nunc dicitur Hedreitsdorf”. („Wird“ weist darauf hin, dass der Ort auf einer Insel inmitten der Kampauen lag.) In einer Urkunde (1136) wird der Ort als ”Haderichsdorff” genannt. Er trägt seinen Namen von der Haderichen, den Herren von Nöstach-Schwarzenberg, deren Stiftung des Klosters Klein-Mariazell im Wienerwald Markgraf Leopold III. weiterführte.

Der heutige Ortsteil Kammern gelangte 1760 durch eine Schenkung an das Stift Zwettl zu Hadersdorf.[2]

1888/89 wurde im Zuge der Errichtung der Kamptalbahn ein Gräberfeld einer prähistorischen Siedlung entdeckt. Etwa 600 Gefäße und Bronzebeigaben befinden sich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien.

Am 7. April 1945 wurden 61 politische Häftlinge durch eine SS-Einheit, unter Beihilfe Hadersdorfer NSDAP-Führer, beim Massaker von Hadersdorf ermordet. Sie waren Opfer der so genannten Kremser Hasenjagd, einem blutigen Gemetzel, initiiert von NS-Treuen, nachdem der Leiter der Männerstrafanstalt Stein, Franz Kodré, unter dem Eindruck des bevorstehenden Kriegsendes, Häftlinge entlassen hatte.[3] Zwei im Juli 2017 am Friedhof angebrachte Gedenktafeln mit den Namen der Opfern[4] wurden auf Beschluss der Gemeinde bereits im Dezember 2017 wieder entfernt.[5]

Einwohnerentwicklung

Volkszählung Einwohner
2018 2.009
2011 1.980
2001 1.976
1991 1.861
1981 1.608
1971 1.395

Politik

Gemeinderat

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 11, SPÖ 6, FPÖ 2, andere keine Sitze.

Bürgermeister

  • 1990–2009 Bernd Toms (ÖVP)
  • seit 2010 Lieselotte Golda (ÖVP)

Wappen

In Unkenntnis der wahren Bedeutung des Ortsnamens gab im Jahre 1514 Kaiser Maximilian I. dem Markte sein bis heute gültiges Wappen, das zwei miteinander hadernde (kämpfende) Landsknechte zeigt. Zwei unterschiedliche Darstellungen des Wappens (spitze Form in blau-gelb sowie runde Form in grün-gelb) sind in Umlauf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hadersdorf-Kammern.

Daniel Spoerri (1995), im Hintergrund ein „ Fallenbild
  • Ausstellungshaus Spoerri: Eat Art & Ab Art: 2009 erwarb der Schweizer Künstler Daniel Spoerri in Hadersdorf am Kamp zwei am Hauptplatz gelegene Häuser. Das alte Kino (Hauptplatz 16) wurde zum Esslokal Eat Art, das aus dem 13. Jahrhundert stammende ehemalige Kloster (Hauptplatz 23) zum Kunststaulager und Ausstellungshaus umgestaltet. Spoerri gab ihm den Namen Ab Art. Im Jahr 2010 errichtete Spoerri eine Stiftung, bei der das Land Niederösterreich als Letztbegünstigter bestimmt ist. Das Ziel der Stiftung ist zeitgenössische Kunst und Kultur an Schüler und Jugendliche zu vermitteln. Dabei schenkte er dem Land Niederösterreich 39 seiner Werke im Wert von 3,5 Millionen Euro.
  • Weinbaumuseum
  • Heimatmuseum: Das Heimatmuseum ist wegen Hochwasserschäden seit 2002 geschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 82, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 73. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 977. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 51,01 Prozent.

Regionale Zusammenarbeit

Die Marktgemeinde Hadersdorf-Kammern ist Mitglied der Kleinregion Kamptal Süd.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Franz Pammer: Hadersdorf. Eine Landgemeinde im Wandel der Zeit. 1900–1995. Diss. Univ. Wien, 1998.
  • Jakob Pich: Aus der Vergangenheit des Marktes Hadersdorf am Kamp. Horn, 1947.
  Commons: Hadersdorf-Kammern  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Marktgemeinde Hadersdorf-Kammern (Memento des Originals vom 26. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hadersdorf-kammern.at Geschichte der Marktes
  3. Alexander Horacek, Katharina Moser: Zur Erschießung von 61 Menschen in Hadersdorf am Kamp am 7. April 1945. (PDF; 468 kB) Seminararbeit zum Forschungsseminar aus österreichischer Geschichte: „Nationalsozialistische Massenverbrechen zu Kriegsende 1945 in Österreich“, Wien 1994
  4. OTS des KZ Verbandes VBdA Niederösterreich und Wien vom 2. Juli 2017
  5. OTS des KZ Verbandes VBdA Niederösterreich und Wien vom 20. Dezember 2017