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vom 28.10.2018, aktuelle Version,

Haller Mauern

Die Haller Mauern (in der Alpinliteratur meist „Hallermauern“) sind eine kleine Gebirgskette im österreichischen Teil der Nördlichen Kalkalpen. Sie haben ihren Namen vom kleinen Ort Hall, der 3 km nördlich von Admont liegt. Ihre schroffen Kalkwände bilden den nordwestlichen Abschluss der Ennstaler Alpen. Obwohl die Haller Mauern einen eigenständigen Gebirgsstock bilden, werden sie häufig zu den Gesäusebergen gerechnet.

Blick vom Nagelschmiedesattel über Admont auf die Haller Mauern
Blick vom Wurbauerkogel in Windischgarsten auf die Haller Mauern
Blick von der Ardningalm in Richtung Nordosten zu den Haller Mauern vom Scheiblingstein (links) bis zum Natterriegl (rechts)

Topografie und benachbarte Gebirge

Im westlichen Gratverlauf der Haller Mauern befindet sich die Grenze zwischen den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark. Im Großen Pyhrgas (2244 m) haben die Haller Mauern ihre höchste Erhebung. In einem leichten, nach Norden abschließenden Bogen verläuft die Bergkette von West nach Ost. Im Norden begrenzt die Straße über den 985 m hohen Hengstpass und durch das Tal des Laussabachs die Haller Mauern. Diese Straße verbindet die Orte Windischgarsten und Altenmarkt bei Sankt Gallen und trennt die Haller Mauern vom Sengsengebirge und vom Reichraminger Hintergebirge. Im Osten trennt der 861 m hohe Buchauer Sattel die Haller Mauern von den nördlichen Gesäusebergen. Der Buchauer Sattel verbindet St. Gallen mit dem Markt Admont. Im Süden bietet das von der Enns durchflossene weite Admonter Talbecken einen starken Kontrast zu den steilen Kalkwänden der Haller Mauern. Südlich der Enns erheben sich die ebenfalls zu den Ennstaler Alpen gehörenden Eisenerzer Alpen. Der Pyhrnpass 954 m ü. A. begrenzt die Haller Mauern im Westen, unter deren westlichstem Gipfel, dem Bosruck 1992 m ü. A. der Scheiteltunnel der Pyhrn Autobahn hindurchführt. Jenseits des Pyhrnpasses, der Liezen mit Windischgarsten verbindet, befindet sich die Warscheneckgruppe. Dieser Gebirgsstock ist der östliche Ausläufer des Toten Gebirges.

Die höchsten Gipfel

Den westlichen Eckpunkt im Hauptkamm bildet der aussichtsreiche, 2244 m ü. A. hohe Große Pyhrgas. Die Besteigung des Berges erfordert auch auf dem Normalweg Trittsicherheit. Besonders markant ist der östlich folgende Kalkkegel des 2197 m ü. A. hohen Scheiblingsteins. Er bietet sowohl Anstiege für Wanderer als auch anspruchsvolle Kletterrouten, insbesondere in seiner Westwand. Über die Kreuzmauer 2091 m ü. A. und den Kesselkargrat 1984 m ü. A. verläuft der Grat weiter zum 2172 m ü. A. hohen Hexenturm, (auch Bärenkarmauer genannt). Den östlichen Eckpunkt im Hauptkamm bildet der 2065 m ü. A. hohe Natterriegel, der Hausberg des Admonter Hauses – einer Schutzhütte in 1723 m ü. A. Höhe. Südwestlich des Hauptkamms erhebt sich der Bosruck, und südlich steht der Pleschberg (1720 m ü. A.); beide sind für ihre weite Rundsicht bekannt.

Schutzhütten und Almen

Blick über die Grabneralm zum Großen Buchstein (Gesäuse)

Als Stützpunkt für die westlichen Gipfel zwischen Bosruck, Großer Pyhrgas und Scheiblingstein bieten sich gleich drei Schutzhütten an: Die 1043 m ü. A. hoch gelegene Bosruckhütte, die Hofalmhütte (1305 m ü. A.) und das Rohrauer Haus 1308 m ü. A.. Ein weiterer Stützpunkt für Wanderer ist die Ardningalm. Die Warteckalm wurde zur Heimat eines sehenswerten Almmuseums. Im Osten der Haller Mauern dient das Admonter Haus als Stützpunkt zur Besteigung des Natterriegels, des Hexenturms, der Admonter Warte und des Grabnersteins. Der Hausberg des tiefer gelegenen Grabneralmhauses (1391 m ü. A.) ist der 1847 m ü. A. hohe Grabnerstein.

Talorte

Nordwestlich der Haller Mauern liegt die Marktgemeinde Windischgarsten. Ein Sessellift führt auf den 858 m ü. A. hohen Wurbauerkogel, zum Tal führt auch eine Sommerrodelbahn. Nach Osten führt eine Straße über den Hengstpass in das Tal des Laussabaches. In Altenmarkt zweigt die Straße ab nach Sankt Gallen mit einer spätgotischen Pfarrkirche und der Ruine Gallenstein, einer ehemaligen Fluchtburg der Admonter Äbte. Über den Buchauer Sattel führt die Straße nach Admont mit einem alten Ortskern, der sich vor der Benediktinerabtei entwickelt hat, dem kulturellen und geistigen Zentrum des Tals, mit der barocken Stiftsbibliothek, einem Gymnasium und einem reichhaltigen Museum.

Einige Kilometer westlich dominiert die Wallfahrtskirche Frauenberg an der Enns das Tal, mit Aussicht auf die Haller Mauern und auf die westlichen Gesäuseberge. Spital am Pyhrn an der Nordrampe der Pyhrnpassstraße ist Ausgangspunkt einer Standseilbahn auf die Wurzeralm und einer Wanderung zur Dr.-Vogelgesang-Klamm.

Flora und Fauna

Zu den bekanntesten Arten der Insektenfauna gehört der Apollofalter (Parnassius apollo).[1]

Narzissenwiese am Grabnerstein

Literatur

  • Günter Auferbauer, Luise Auferbauer: Bergwanderungen im Gesäuse. 50 ausgewählte Wanderungen sowie eine neuntägige Rundtour in den Gesäusebergen und Eisenerzer Alpen. Gesäuse mit Eisenerzer Alpen. 2. Auflage. Bergverlag Rother, München 2001, ISBN 3-7633-4213-3.
  • Willi End: Gesäuseberge. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge (= Alpenvereinsführer. Reihe Nördliche Kalkalpen.). Bergverlag Rudolf Rother, München 1988, ISBN 3-7633-1248-X.
  • Ernst Kren: Gesäuse. Nationalpark & Ennstaler Alpen. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2002, ISBN 3-85489-081-8.
  • Gerald Radinger: Wandererlebnis Nationalpark Kalkalpen. Die schönsten Touren zwischen Enns und Steyr. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Kral, Berndorf 2012, ISBN 978-3-99024-066-3.
  • Hubert Walter: Gesäuse mit Admont. Gebietsführer für Wanderer und Bergsteiger. 6. Auflage. Bergverlag Rother, München 1989, ISBN 3-7633-3254-5.

Einzelnachweise

  1. Karl Kusdas, Ernst R. Reichl (Hrsg.): Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Band 1: Allgemeines, Tagfalter. Landwirtschaftskammer für Oberösterreich, Linz 1973.
  Commons: Haller Mauern  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Weiterführendes

-- Bruss Lillian, Dienstag, 27. August 2019, 15:22